Roboter-Unfälle, China

Roboter-Unfälle in China: US-Kongress bringt GUARD Act ein

05.06.2026 - 14:52:43 | boerse-global.de

Mehrere Vorfälle mit humanoiden Robotern in China lösen Sicherheitsbedenken aus. Die USA reagieren mit einem Importverbot für bestimmte Hersteller.

Roboter-Unfälle in China: Sicherheitsdebatte und neue US-Gesetze
Roboter-Unfälle - A metallic humanoid robot stands in a public space, its arm raised, with a subtle red warning glow, symbolizing safety concerns. 05.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine Reihe von Zwischenfällen mit humanoiden Robotern in China schürt weltweit Zweifel an den Sicherheitsstandards der Branche. Der jüngste Vorfall ereignete sich am 1. Juni 2026 im Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang: Während einer Vorführung im Botanischen Garten von Ürümqi trat ein Roboter des Typs Unitree G1 einem kleinen Jungen in den Bauch.

Das Unglück geschah am Internationalen Kindertag. Der 1,32 Meter große und 35 Kilogramm schwere Roboter führte eine Kampfsport-Choreografie auf – inklusive eines Dreh-Roundhouse-Kicks. Er trug dabei eine blaue Clownsperücke und wurde von einem Angestellten des Veranstaltungsortes ferngesteuert. Der Junge erlitt nach Zeugenangaben einen Schlag mit einer Kraft von rund 100 Newton, vergleichbar mit dem Aufprall eines zehn Kilogramm schweren Gegenstands. Schwer verletzt wurde das Kind nicht. Dennoch erstattete die Mutter Anzeige bei der Polizei. Sie kritisierte das Fehlen von Sicherheitsbarrieren und die schleppende Reaktion des Personals. Der Roboter habe sich nach dem Kontakt sofort selbst stabilisiert, berichten Augenzeugen.

Wiederholte Vorfälle erschüttern das Vertrauen

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Der Zwischenfall in Xinjiang ist kein Einzelfall. Bereits im März 2026 traf ein tanzender Roboter in der Provinz Shaanxi ein Kind ins Gesicht. Einen Monat zuvor war in Chengdu ein 1,60 Meter großer Roboter mit einem älteren Menschen zusammengestoßen. Und schon früher hatte ein Unitree-G1-Modell bei einer Vorführung einen Mann durch einen Sturz des Roboters an der Nase verletzt.

Diese Serie von Unfällen nährt die Skepsis in der Öffentlichkeit. Kritiker fordern, humanoide Roboter nicht mehr in ungeschützten oder überfüllten Umgebungen einzusetzen. Branchenbeobachter sehen die Hauptursachen in mangelhaften Bedienprotokollen und dem Fehlen physischer Sicherheitszonen.

China reagiert mit neuer Registrierungspflicht

Die chinesische Regierung hat als Reaktion eine „Plattform für das vollständige Lebenszyklus-Management humanoider Roboter" eingeführt. Jedes Gerät erhält eine eindeutige digitale Kennung – von der Produktion über den Einsatz bis zur Verschrottung. Ein erster Schritt zur besseren Kontrolle, doch ob das reicht, ist fraglich.

US-Gesetz zielt auf chinesische Roboter-Hersteller

International verschärft sich der Ton. Am 4. Juni 2026 brachte eine überparteiliche Gruppe von US-Abgeordneten den GUARD Act auf den Weg. Das Gesetz soll Robotern aus China, Russland, Iran und Nordkorea den Zugang zum US-Markt verbieten. Die Begründung: nationale Sicherheit, Datenschutz und Spionagegefahr. Namentlich genannt wird dabei auch Unitree.

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Trotz aller Risiken: Die Industrie investiert weiter

Die Sicherheitsdebatte bremst die Branche nicht. Am 3. Juni 2026 bestätigte ein Vizepräsident von BYD, dass der chinesische Autoriese eigene humanoide Roboter entwickelt. Der Verkauf soll über das bestehende Händlernetz laufen. Geplant ist zudem eine offene Roboterplattform, um die Kommerzialisierung voranzutreiben.

Auch Keenon Robotics meldet Rekordzahlen: Über 100.000 Einheiten wurden weltweit ausgeliefert. Am 25. Mai 2026 präsentierte das Unternehmen den Xman-L1, einen kompakten humanoiden Roboter. Die Führungsetage betont, dass Kunden zunehmend auf Funktionalität und Kosteneffizienz achten – weniger auf die äußere Form. Ein klares Zeichen: Der Markt bewegt sich weg von der Show hin zum praktischen Nutzen.

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