Roboter-Sprint, Tiangong

Roboter-Sprint: Tiangong Ultra schlägt Usain Bolt mit 8,86 Sekunden

Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 18:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Chinesischer Roboter Tiangong Ultra unterbietet in Peking den Sprint-Weltrekord und lässt auch Usain Bolts Bestzeit hinter sich.

Tiangong Ultra sprintet in 8,86 Sekunden zu neuem Roboter-Weltrekord
Ein humanoider Roboter steht auf der blauen Tartanbahn eines modernen Stadions. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Bei den zweiten World Humanoid Robot Games in Peking hat die Roboter-Entwicklung Tiangong Ultra eine neue Bestmarke im Sprint aufgestellt. Am 25. August 2026 absolvierte die chinesische Maschine die 100-Meter-Distanz in einer Zeit von 8,86 Sekunden. Damit wurde nicht nur der bisherige Roboter-Weltrekord von 9,39 Sekunden unterboten, den das Modell erst am 22. August 2026 aufgestellt hatte, sondern auch die menschliche Bestmarke von Usain Bolt aus dem Jahr 2009, die bei 9,58 Sekunden liegt.

Rekordlauf mit technischem Zwischenfall

Trotz der sportlichen Höchstleistung offenbarte der Rekordlauf die physischen Grenzen der aktuellen Hardware. Unmittelbar nach dem Überqueren der Ziellinie stürzte der Tiangong Ultra. Berichten zufolge schlugen Funken aus dem Hüftbereich des Roboters, was zu einem kleinen Feuer führte.

Dennoch unterstrichen die Wettbewerbe die rasante Entwicklung der humanoiden Mobilität. Neben dem Tiangong Ultra gelang es auch dem Modell Honor's Lightning, die Zeit von Usain Bolt zu unterbieten; dieser Roboter erreichte das Ziel nach 9,32 Sekunden.

Die Tiangong-Serie sicherte sich bei den Spielen in Peking zudem weitere Bestleistungen. In den Disziplinen über 400 Meter (38,15 Sekunden) und 1500 Meter (2:21,64 Minuten) wurden ebenso neue Rekorde erzielt wie im Hochsprung mit 2,88 Metern.

In der 4x100-Meter-Staffel erreichte das Team eine Zeit von 4:11,44 Minuten, während beim Stehhochsprung eine Höhe von 3,4 Metern protokolliert wurde. In einer Demonstration von Beweglichkeit und Interaktion führte ein Tiangong-Modell zudem den bekannten „Siu“-Torjubel des Fußballers Cristiano Ronaldo vor.

Dominanz chinesischer Teams bei den Wettbewerben

Die World Humanoid Robot Games zeigten eine deutliche Konzentration der Branche im asiatischen Raum. Insgesamt nahmen 666 Teams aus 16 Ländern mit mehr als 2.000 Robotern an den 51 Wettbewerben teil. Dabei stammten 95 Prozent der teilnehmenden Teams aus China.

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Die Wettkämpfe umfassten neben den klassischen Laufdisziplinen auch spezialisierte Herausforderungen. So gewann der Roboter X-Humanoid das 400-Meter-Rennen mit einer ungewöhnlichen Körperhaltung, während ein anderer Prototyp im Stehen 2,88 Meter hoch sprang.

Allerdings verliefen nicht alle der über 1.300 Wettkämpfe reibungslos. Es kam wiederholt zu Stürzen in Barrieren und technischen Defekten. Bei der sogenannten Feuerwehr-Herausforderung waren beispielsweise nur 3 von 12 Teams in der Lage, die Aufgabe erfolgreich abzuschließen.

Technologische Vielfalt von Tennis bis Unterhaltung

Abseits der Laufbahn demonstrierte der Roboter Galbot Fortschritte in der autonomen Geschicklichkeit. In Zusammenarbeit mit der Tsinghua-Universität entwickelt, bestritt die Maschine bereits zur Eröffnungszeremonie am 23. August 2026 über 100 aufeinanderfolgende Tennisballwechsel gegen menschliche Gegner, darunter die ehemalige Profispielerin Zheng Jie. Galbot erreichte dabei eine Vorhand-Rücklaufquote von 90,9 Prozent bei Ballgeschwindigkeiten von über 15 m/s.

Parallel dazu präsentierte Noitom Robotics das System AdaPT, das es Humanoiden ermöglichen soll, Tennis-Stile bekannter Profis wie Federer oder Nadal zu imitieren. Diese Anwendungen basieren auf umfangreichen Bewegungsdatensätzen, die unter anderem auf Modellen wie dem Unitree G1 validiert wurden.

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Marktpotenzial und geopolitische Spannungen

Die sportlichen Erfolge spiegeln das massive Investitionsinteresse wider. Im Jahr 2025 flossen weltweit mehr als 6 Milliarden US-Dollar an Risikokapital in Unternehmen, die sich auf humanoide Roboter spezialisiert haben.

Während die kommerzielle Nutzung voranschreitet – etwa durch eine Kooperation zwischen botshift und dem FINNS Beach Club auf Bali, wo Roboter für DJ-Sets und Fotoaktionen eingesetzt werden sollen –, nehmen die regulatorischen Hürden zu.

In den USA wurde bereits ein Importverbot für chinesische humanoide Roboter verhängt, was die wachsenden geopolitischen Spannungen in diesem Hochtechnologiesektor verdeutlicht.

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