Roboter-Revolution, Labore

Roboter-Revolution: Neue Labore und günstige Kits verändern die Branche

19.05.2026 - 10:44:32 | boerse-global.de

Hongkong eröffnet erstes Embodied-AI-Labor, humanoide Roboter brechen Rekorde und Bildungskits senken Einstiegshürden.

Roboter-Revolution: Neue Labore und günstige Kits verändern die Branche - Foto: über boerse-global.de
Roboter-Revolution: Neue Labore und günstige Kits verändern die Branche - Foto: über boerse-global.de

Gleich mehrere Großprojekte und neue Bildungsinitiativen sollen die Lücke zwischen künstlicher Intelligenz und physischer Automation schließen. Was bedeutet das für Deutschland und Europa?

Hongkong eröffnet erstes „Embodied AI“-Forschungslabor

Am 18. Mai 2026 hat die Chinesische Universität Hongkong (CUHK) das Hong Kong Embodied AI Lab eröffnet – die erste vollständig interaktive Einrichtung der Stadt für humanoide Robotik. Das Besondere: Das Labor arbeitet mit 24 Technologieunternehmen zusammen, darunter die Branchengrößen AgiBot und Unitree.

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Der Fokus liegt auf „Embodied AI“ – Software, die durch physische Interaktion mit ihrer Umgebung lernt, statt nur statische Daten zu verarbeiten. Ko-Direktor Li Zhongyu betont: „Hongkong bietet uns den Zugang zu internationalen Talenten und gleichzeitig eine kosteneffiziente regionale Lieferkette.“ Das Labor ist als fünfjährige Talenteschmiede konzipiert.

Die Zahlen der Branche sind beeindruckend: Allein im ersten Quartal 2026 exportierte China Roboter im Wert von über 11 Milliarden Yuan (rund 1,4 Milliarden Euro). Unitree, einer der Partner des neuen Labors, lieferte 2025 mehr als 5.500 Roboter aus.

„Asimov“-Bausatz: High-End-Robotik für jedermann

Parallel zu den Spitzenlaboren wird die Technik auch für den Bildungsbereich erschwinglicher. Das in Singapur ansässige Unternehmen Menlo Research hat den „Asimov“-Bausatz vorgestellt – einen DIY-humanoiden Roboter für umgerechnet rund 13.500 Euro.

Die technischen Daten können sich sehen lassen: 1,20 Meter groß, 35 Kilogramm schwer, über 25 Freiheitsgrade für komplexe Bewegungen. Der Roboter besteht aus modularen, 3D-gedruckten Komponenten – Studenten können ihn reparieren und anpassen.

Entscheidend ist die Software: Eine „Processor-in-the-Loop“-Simulation erlaubt das Training in einer virtuellen Umgebung, die die physische Realität hochpräzise nachbildet. Branchenexperten sehen darin einen Gamechanger für Universitäten mit knappen Budgets.

Mensch gegen Maschine: Das Duell der Sortierer

Ein ungewöhnliches Experiment lieferte Figure AI am 18. Mai. In einem „Man vs Machine“-Wettbewerb trat der Roboter Figure 03 gegen einen menschlichen Praktikanten an – zehn Stunden lang Paketsortieren.

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Das Ergebnis war knapper als erwartet: Der Mensch sortierte 12.924 Pakete (2,79 Sekunden pro Stück), der Roboter 12.732 Pakete (2,83 Sekunden). Der Mensch gewann mit 192 Paketen Vorsprung. Allerdings ließ der Roboter viermal häufiger Pakete fallen und beschädigte dreimal so viele Etiketten.

Figure AI-CEO Brett Adcock sieht darin trotzdem einen Meilenstein: „Die enge Lücke zeigt, dass die menschliche Dominanz bei solchen repetitiven Aufgaben bald endet.“

Marathon-Rekord: Roboter läuft schneller als der Mensch

Noch spektakulärer: In Peking absolvierte ein humanoider Roboter des Unternehmens Honor einen Halbmarathon in 50 Minuten und 26 Sekunden – und unterbot damit den menschlichen Weltrekord von 57 Minuten. Der Roboter steht auf 95 Zentimeter langen Beinen und nutzt eine Flüssigkeitskühlung für seine Aktuatoren. Einige Konkurrenz-Roboter fielen durch mechanische Defekte aus – der Honor-Roboter lief durch.

Boston Dynamics: Wie der Atlas-Roboter das Heben lernt

Auch der US-Roboterpionier Boston Dynamics lieferte neue Einblicke. Der elektrische Atlas-Roboter hat gelernt, schwere Industrielasten von über 45 Kilogramm zu heben. Der Durchbruch gelang durch Millionen von Simulationen und Bestärkungslernen (Reinforcement Learning).

Statt sich auf Kameras zu verlassen, nutzt Atlas die Propriozeption – das maschineninterne Gespür für Körperposition und Bewegung. Mit nur zwei Aktuatortypen und symmetrischen Gliedmaßen haben die Ingenieure die „Sim-to-Real-Lücke“ drastisch verkleinert. Hyundai, das 80 Prozent an Boston Dynamics hält, plant den Einsatz solcher Roboter in Fabriken ab Ende 2028.

Lieferketten und Regulierung: Die Schattenseiten des Booms

Die Abhängigkeit von Seltenen Erden für Hochleistungsmotoren wird zunehmend zum Problem. Hyundai baut deshalb Lagerbestände auf und forscht an magnetfreien Motoralternativen.

Auch die Regulierung holt auf: Southwest Airlines hat Anfang Mai menschen- und tierähnliche Roboter auf Flügen verboten – aus Sorge um Lithium-Batterien. In Großbritannien arbeitet das Handelsministerium mit dem Tech-Unternehmen Wayve an Sicherheitsstandards für autonome Systeme.

Ausblick: Wohin steuert die Robotik?

Elon Musk prognostizierte auf dem Smart Mobility Summit am 18. Mai: „In zehn Jahren werden 90 Prozent aller gefahrenen Kilometer von autonomen KI-Systemen bewältigt.“ Der Markt für Begleitroboter, besonders für Senioren, soll von mehreren hundert Millionen Dollar (2025) auf über 1,2 Milliarden Dollar bis 2035 wachsen.

Hyundai will ab 2028 zehntausende Roboter jährlich produzieren. Und mit neuen Forschungszentren wie dem CUHK-Lab, das auf modularen Plattformen wie dem Asimov-Kit ausbildet, verschiebt sich die zentrale Frage der Branche: Nicht mehr „Kann es sich bewegen?“, sondern „Wie sicher und effizient arbeitet es mit Menschen zusammen?“

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