Raibo2, Robotik

Roboter Raibo2 läuft Marathon in Südkorea unter viereinhalb Stunden

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 04:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der vierbeinige Roboter Raibo2 hat in Südkorea einen Marathon in rund 4 Stunden und 19 Minuten absolviert. Nach Angaben des Forschungsteams blieb dabei noch Energie für etwa 25 weitere Kilometer.

Der vierbeinige Roboter Raibo2 hat einen vollständigen Marathonlauf in 4 Stunden und 19 Minuten in Südkorea absolviert. - Bild: -/KAIST/dpa
Der vierbeinige Roboter "Raibo2" hat einen vollständigen Marathonlauf in 4 Stunden und 19 Minuten in Südkorea absolviert. - Bild: -/KAIST/dpa

Der vierbeinige Roboter Raibo2 hat in Südkorea einen Marathon in etwa 4 Stunden und 19 Minuten mit nur einer Akkuladung beendet.

Roboter läuft mit menschlichen Teilnehmern

Der Lauf fand bereits vor knapp zwei Jahren bei einer offiziellen Marathonveranstaltung statt. Nach Angaben des Forschungsteams vom Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST) in Daejeon war es zuvor keinem vierbeinigen Roboter gelungen, außerhalb von Laborbedingungen eine Strecke von gut 42 Kilometern zu bewältigen.

Raibo2 habe nach dem Zieleinlauf noch rund 25 Kilometer weiterlaufen können, teilte das Team mit. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Nature“ veröffentlicht.

Leichtere Beine und maschinelles Lernen

Die Wissenschaftler führen die Ausdauer unter anderem auf leichtere Roboterbeine und optimierte Antriebsschaltungen zurück. Zudem seien die Bewegungsabläufe mithilfe maschinellen Lernens trainiert worden.

Einsatz bei Patrouillen und Rettungen denkbar

Vierbeinige Roboter können sich im Gegensatz zu Maschinen mit Rädern auch in unwegsamem Gelände und Bergregionen bewegen. Dafür benötigen sie vergleichsweise viel Energie, weil sie bei jedem Schritt ihr eigenes Gewicht abfangen müssen.

Durch die größere Reichweite könnten sich die Einsatzmöglichkeiten nach Einschätzung des Forschungsteams erweitern. Denkbar seien Liefer- und Patrouillenaufgaben sowie Rettungseinsätze in Berg- und Katastrophengebieten.

Ausdauer als technischer Fortschritt

Der Lauf von Raibo2 markiert vor allem einen Fortschritt bei der Energieeffizienz vierbeiniger Roboter. Anders als Fahrzeuge mit Rädern müssen Laufroboter ihr Gewicht bei jedem Schritt stabilisieren und Energie für Bewegung, Gleichgewicht und Hindernisse aufwenden. Eine Marathonstrecke unter realen Bedingungen ist deshalb ein anspruchsvoller Belastungstest, der über reine Laborvorführungen hinausgeht.

Mehr Reichweite, mehr Einsatzmöglichkeiten

Die Kombination aus geringerer Beinmasse, optimierter Antriebselektronik und maschinell erlernten Bewegungsabläufen zielt auf ein zentrales Problem mobiler Robotik: lange Einsatzzeiten ohne Batteriewechsel. Die nach dem Zieleinlauf verbleibende Reichweite deutet darauf hin, dass das System nicht nur für kurze Demonstrationen, sondern auch für längere autonome Strecken ausgelegt werden kann.

Praktische Grenzen bleiben

Für Lieferungen, Patrouillen oder Rettungseinsätze zählt jedoch nicht allein die Laufdistanz. Entscheidend sind auch Nutzlast, Navigation, Kommunikationsverbindungen, Wetterfestigkeit, Sicherheit und die Fähigkeit, in unbekanntem Gelände zuverlässig zu handeln. Besonders in Katastrophen- und Bergregionen könnte die geländegängige Bauweise Vorteile gegenüber Robotern mit Rädern bieten. Der Marathon zeigt damit eine wichtige technische Fähigkeit, ersetzt aber noch keine Erprobung unter den wechselnden Bedingungen eines tatsächlichen Einsatzes.

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