Roboter, Pemba

Roboter Pemba: Humanoide Maschine erklimmt 6.200-Meter-Gipfel

11.06.2026 - 16:42:26 | boerse-global.de

Der humanoide Roboter Pemba erreicht den Gipfel des Chimborazo und beweist seine Tauglichkeit für extreme Höhen und Kälte.

Roboter Pemba erklimmt 6.200 Meter: Meilenstein für Hochgebirgsrobotik
Roboter - A humanoid robot on a snowy mountain summit, illustrating its successful ascent in an extreme high-altitude environment. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Roboter Pemba erreichte den Gipfel des Chimborazo – ein Meilenstein für die Hochgebirgsrobotik.

In einer 16-stündigen Aktion zwischen dem 9. und 11. Juni 2026 erklomm der modifizierte humanoide Roboter Pemba den 6.200 Meter hohen Gipfel des ecuadorianischen Vulkans Chimborazo. Die Mission diente als Härtetest für Roboterhardware unter Extrembedingungen – eisige Kälte, dünne Luft und unwegsames Gelände inklusive.

Autonomes Laufen und menschliche Hilfe

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Das Team um Pablo Berlanga Boemare von Geologic Dome testete, wie gut sich der Roboter in unterschiedlichen Steigungen zurechtfindet. Pemba, ein modifiziertes Modell des Unitree G1, bewältigte moderate Hänge mit bis zu 30 Grad Steigung eigenständig. Dabei nutzt er bestärkendes Lernen, um sich an das unebene Gelände anzupassen.

In steileren Passagen und technisch anspruchsvollen Abschnitten – wo versteckte Spalten und loses Gestein hohe Risiken bargen – trugen die Teammitglieder den Roboter. Die Expedition ist die erste Etappe einer geplanten "Triple Crown"-Herausforderung. Ziel ist es zu beweisen, dass humanoide Roboter in Umgebungen arbeiten können, die bisher nur erfahrenen Bergsteigern zugänglich waren.

Technische Daten für Extrembedingungen

Um den harschen Bedingungen am Chimborazo zu trotzen, ist Pemba mit einem speziellen Wärmemanagementsystem ausgestattet. Bereits in Tests in der chinesischen Region Altay zeigte sich die Hardware bei Temperaturen von bis zu minus 47,4 Grad Celsius funktionsfähig.

Der Roboter ist 127 Zentimeter groß und wiegt rund 35 Kilogramm. Seine technische Ausstattung umfasst:

  • Antrieb: 23 bis 43 Motoren mit bis zu 120 Nm Drehmoment
  • Energie: Ein 9.000 mAh Akku
  • Geschwindigkeit: Maximal 7,2 Kilometer pro Stunde

Von der Umweltüberwachung bis zur Rettung

Berlanga Boemare, der zuvor für den WWF im Artenschutz arbeitete, will humanoide Roboter künftig für Umwelt- und Sicherheitsaufgaben einsetzen. Das Projektteam nennt mehrere Einsatzmöglichkeiten: Mobile Roboterpatrouillen könnten fest installierte Sensornetzwerke in Schutzgebieten und an Gletschern ersetzen.

Darüber hinaus wird die Technologie für Such- und Rettungsmissionen, wissenschaftliche Expeditionen in Gefahrenzonen und Müllsammlung in Hochgebirgsregionen evaluiert. Am Mount Everest könnten solche Roboter künftig bei der Müllbeseitigung oder der Bergung von Ausrüstung und verletzten Bergsteigern helfen.

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Nächste Ziele: Mauna Kea und Everest

Nach dem Erfolg am Chimborazo hat das Projekt Mauna Kea und den Mount Everest als nächste Ziele ins Auge gefasst. Das Team will den Roboter vom Everest-Basislager bis zum Lager IV auf fast 8.000 Meter Höhe bringen.

Doch der Weg zum Everest birgt nicht nur physische, sondern auch rechtliche Hürden. Die Behörden in Nepal haben klargestellt, dass das Land derzeit keinen Rechtsrahmen für robotische Bergsteiger besitzt. Offizielle prüfen, wie sich Roboter-Expeditionen in bestehende Bergsteigergesetze integrieren lassen – während die Technologie von kontrollierten Tests auf die berühmtesten Gipfel der Welt vordringt.

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