Roboter-Offensive, BMW

Roboter-Offensive: BMW bringt Hexagon-Maschinen nach Leipzig

02.06.2026 - 16:40:00 | boerse-global.de

BMW startet im Sommer den Einsatz humanoider Roboter in der Batterieproduktion in Leipzig und treibt die Automatisierung voran.

Roboter-Offensive: BMW bringt Hexagon-Maschinen nach Leipzig - Bild: über boerse-global.de
Roboter-Offensive: BMW bringt Hexagon-Maschinen nach Leipzig - Bild: über boerse-global.de

Der Münchner Autobauer bringt die Zukunft der Produktion nach Leipzig: Noch in diesem Sommer sollen zwei humanoide Roboter der Firma Hexagon Robotics in der sächsischen Fabrik an den Start gehen.

Die Maschinen vom Typ „Aeon" sind 1,65 Meter groß, 60 Kilogramm schwer und können Lasten von bis zu 15 Kilogramm bewegen. Ihr Einsatzgebiet: die Batteriemontage. Dort übernehmen sie Aufgaben wie das Zuführen von Teilen und einfache Greif- und Sortiervorgänge. Statt Beinen nutzt der Roboter Räder, um sich durch die Halle zu bewegen. Mit 21 Sensoren und einer Akkulaufzeit von drei Stunden ist er für den Schichtbetrieb ausgelegt – ein automatisches Wechselsystem sorgt für durchgehende Verfügbarkeit.

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Michael Nikolaides von BMW bezeichnet die Entwicklung als „die Zukunft der Automobilproduktion". Der Schritt nach Europa folgt auf einen erfolgreichen Pilotversuch im US-Werk Spartanburg, South Carolina. Dort halfen zwei „Figure 02"-Roboter des Herstellers Figure AI elf Monate lang bei der Montage von über 30.000 BMW X3. Sie bewegten mehr als 90.000 Blechteile und arbeiteten rund 1.250 Stunden.

Markt für humanoide Roboter wächst stetig

Branchenanalysten rechnen für den deutschen Markt mit einem jährlichen Wachstum von 6,7 Prozent zwischen 2026 und 2033. Treiber ist vor allem die Industrie. Doch die schnellsten Zuwächse verzeichnen überraschenderweise persönliche Dienstleistungen – etwa in der Pflege, Bildung oder öffentlichen Kommunikation.

Die wirtschaftlichen Perspektiven sind beeindruckend: Laut Prognosen der Unternehmensberatung Roland Berger könnten bis 2035 weltweit bis zu 50 Millionen humanoide Roboter im Einsatz sein. Der Branchenumsatz könnte dann bei umgerechnet rund 280 Milliarden Euro liegen. Aktuelle Modelle kosten etwa 100.000 Euro – Experten halten Preise zwischen 20.000 und 30.000 Euro für realistisch.

Im BMW-Werk Spartanburg liegen die Betriebskosten pro Roboterstunde derzeit bei umgerechnet rund 23 Euro. Die Anschaffungspreise sollen bis 2030 auf unter 16.000 Euro sinken. Investmentbanken wie Goldman Sachs und Morgan Stanley prognostizieren langfristige Marktwerte zwischen 35 Milliarden Euro (2035) und 4,6 Billionen Euro (2050).

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Neue Plattformen beschleunigen die Entwicklung

Der Trend zur Kommerzialisierung wird durch standardisierte Hard- und Softwareplattformen befeuert. Erst am Montag gaben Nvidia und der chinesische Hersteller Unitree eine Partnerschaft bekannt: Gemeinsam bringen sie den „H2 Plus" auf den Markt – einen offenen Referenzroboter, der Unitrees H2-Plattform mit Nvidias Blackwell-basierter Jetson-Thor-Rechnerhardware kombiniert.

Der H2 Plus ist 1,80 Meter groß, wiegt 68 Kilogramm und soll Ende 2026 kommerziell verfügbar sein. Forschungseinrichtungen wie die ETH Zürich und die Stanford-Universität zählen zu den ersten Nutzern. Das System soll helfen, Trainingsdaten für physische Künstliche Intelligenz zu sammeln.

Spezialisierte Modelle aus der DACH-Region

Auch Startups aus dem deutschsprachigen Raum bringen eigene Entwicklungen. Das österreichische Unternehmen Iono Robotics präsentierte kürzlich seinen Roboter „Workmate". Dessen Besonderheit: Eine integrierte Drohne im Kopf verschafft ihm eine Vogelperspektive für industrielle und logistische Aufgaben. Pilotprojekte laufen in Deutschland, Österreich und Italien. Die Plattform ist europäisch und soll die Datensouveränität sicherstellen.

Industrieroboter werden vielseitiger

Der Trend zu spezialisierten Halbhumanoiden setzt sich fort. Am Montag stellte Pudu Robotics den „PUDU D7" vor – ein Modell für den 24/7-Industriebetrieb mit 14 Kilogramm Tragkraft und zwei Metern Reichweite.

Parallel dazu zeigte ASUS auf der Computex 2026 in Taipeh die Roboter „Kairo" und „Companion". Sie nutzen spezialisierte KI für die Seniorenbetreuung und die Koordination mehrerer Geräte. Die Botschaft ist klar: Humanoide Roboter werden zunehmend für spezifische Branchen maßgeschneidert – von der Schwerindustrie bis zur Gesundheitsversorgung.

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