Roboter-Lackierung: BASF wird Integrations-Partner für Autowerkstätten
29.05.2026 - 06:49:08 | boerse-global.de
Der Chemiekonzern positioniert sich als Integrationspartner für automatisierte Lackierprozesse – ohne eigene Roboter zu bauen.
BASF Coatings will künftig als strategischer Partner für robotergestützte Lackierstraßen in Karosseriewerkstätten auftreten. Das gab das Unternehmen am 28. Mai 2026 bekannt. Statt eigene Roboterhardware zu entwickeln, setzt der Konzern auf die Kombination aus Lackexpertise, digitalem Farbmanagement über die Refinity-Plattform und anwendungstechnischem Know-how. Das Ziel: hochpräzise Automatisierung für Standardlackierungen im Autoreparaturmarkt.
Die voranschreitende Automatisierung in der Industrie schafft enorme Wachstumsfelder in den Bereichen Robotik und Industrie 4.0. Welche Technologien jetzt das nächste große Wachstum liefern und wie Anleger davon profitieren können, zeigt dieser kostenlose Insider-Report. Warum erfahrene Anleger gerade massiv auf Industrie 4.0 und Robotik setzen
Vom Farbcode zum Fertiglack
Die Initiative zielt darauf ab, alltägliche Reparaturlackierungen zu automatisieren. Bereits Anfang der Woche hatten BASF Coatings und ihre Premiummarke Glasurit ihren Fokus auf die Verarbeitung von Grundierungen, Basislacken und Klarlacken auf kompletten Fahrzeugteilen vorgestellt. Chen Liu, Global Head of Technology bei BASF, und Roar Solberg, Vice President EMEA, betonten, dass das Unternehmen als Brücke zwischen digitaler Prozesssteuerung und physischer Lackapplikation fungieren will.
Die Refinity-Plattform spielt dabei eine Schlüsselrolle. Sie soll Effizienz, Wiederholgenauigkeit und Materialeinsparungen steigern. Die Strategie setzt auf standardisierte Lackierprozesse, die eine gleichbleibende Qualität ermöglichen – etwas, das manuell kaum zu erreichen ist.
Pilotprojekt in Deutschland gestartet
Für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) hat Glasurit ein erstes Robotik-Pilotprojekt an den Start gebracht. Es läuft in Zusammenarbeit mit dem Gerätehersteller SATA und dem Boya Auto-Zentrum, einer Werkstatt der aribos-Gruppe.
Der Pilot nutzt den SATA jetstream-Lackierroboter, der auf der CurveRobot-Technologie basiert. Im Fokus stehen Tests unter realen Werkstattbedingungen – insbesondere die Oberflächenqualität und die Integration der Systeme in bestehende Arbeitsabläufe. Tobias Brefeld von der aribos-Gruppe und Alexander Bru von BASF erklärten, dass das Projekt auch die Entwicklung spezieller Lackierprogramme für die Glasurit 100 Line umfasst.
Während Konzerne wie BASF bereits voll auf Automatisierung setzen, schließen sich die Zeitfenster für lukrative Einstiege in die zugrunde liegenden Tech-Sektoren. Sichern Sie sich jetzt den kostenlosen Ratgeber über die explodierenden Renditechancen in den wichtigsten Zukunftsmärkten. Wer jetzt nicht in diese Tech-Sektoren investiert, könnte die Chance seines Lebens verpassen
Kamera-Auge für den Roboter
Die Automatisierungswelle im Lackierhandwerk wird durch neue Software- und Diagnosetechnologien befeuert. Am 27. Mai 2026 brachte das Technologieunternehmen Inbolt eine kamerabasierte Roboter-Programmierplattform auf den Markt. Das System erlaubt die Programmierung direkt aus CAD-Modellen – ohne herkömmliches Teach-Pendant. Ein visuelles Modell erkennt die realen Bauteile und passt die Bewegungen in Echtzeit an. Die Technologie ist kompatibel mit Herstellern wie FANUC, Universal Robots und Yaskawa und wird bereits von großen Autokonzernen wie Stellantis, GM und Toyota genutzt.
Parallel dazu sicherte sich die südkoreanische Firma HeyDealer am 27. Mai 2026 ein Patent für eine KI-gestützte Fahrzeugdiagnose. Das System namens "Heydealer Eye" nutzt vier Roboterarme und Puls-Thermografie, um Fahrzeuge in unter zwei Minuten zu scannen. Es erkennt versteckte Reparaturen – etwa frühere Lackierarbeiten oder Spachtelmasse. Ab Juni 2026 will das Unternehmen die Technologie für Gebrauchtwagenanzeigen einsetzen.
Nachhaltigkeit als Treiber
Die Automatisierungsbemühungen sind eng mit Nachhaltigkeitszielen verknüpft. Am 27. Mai 2026 erhielt BASF Coatings einen Sustainability Award in Automotive für sein Overspray Free Application (OFLA) -Verfahren. Die Technologie wurde gemeinsam mit Renault und Dürr entwickelt. Sie nutzt ein digitales Steuerungssystem, um Dekorlacke mit einer 100-prozentigen Übertragungsrate aufzutragen. Das Verfahren läuft bereits in der Serienproduktion im Renault-Werk Maubeuge und hat deutliche Einsparungen bei Energie, Abfall und CO?-Emissionen gezeigt.
Ausblick: Automate 2026
Weitere Innovationen in diesem Bereich werden für die Messe Automate 2026 erwartet, die vom 22. bis 26. Juni in Chicago stattfindet. FANUC America hat angekündigt, mehrere kollaborative Robotersysteme (Cobots) zu präsentieren, darunter den EZPainter. Dieser ist für schnellen Einsatz und Mobilität in Lackier- und Dosieranwendungen ausgelegt. Die Systeme nutzen Physical AI, um sich an bewegliche Objekte in der Fertigung anzupassen. Mike Cicco, President und CEO von FANUC America, deutete an, dass diese Entwicklung die Flexibilität von Robotern in verschiedenen industriellen Umgebungen deutlich erhöhen werde.
So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!
Für. Immer. Kostenlos.
