Roboter-Labs, Fraunhofer

Roboter-Labs im Juli: Fraunhofer öffnet drei Standorte für KMU

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 19:50 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Fraunhofer startet Erlebnislabor für humanoide Roboter. Rossmann und BMW testen neue Automatisierungssysteme im Alltag.

Mensch-Maschine-Kollaboration: Exoskelette und Roboter im Praxistest
Ein humanoider Roboter und ein menschlicher Arbeiter arbeiten in einer modernen Fabrik zusammen und tauschen Komponenten aus. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Entwicklungen aus dem Juli 2026 zeigen: Der Fokus liegt auf Exoskeletten, humanoiden Robotern und Künstlicher Intelligenz.

Erlebnislabor für humanoide Roboter

Das Fraunhofer IOSB hat Mitte Juli das „Humanoid Robots Experience Lab“ gestartet. Drei Standorte decken unterschiedliche Schwerpunkte ab: Karlsruhe fokussiert Sicherheit und Katastrophenschutz, Lemgo industrielle Automation, Ilmenau Landwirtschaft und kommunale Dienste.

Ziel ist es, kleinen und mittleren Unternehmen sowie dem Handwerk den Zugang zu moderner Robotik zu erleichtern. Ein offizielles Eröffnungsevent in Lemgo ist für den 23. September geplant.

Rossmann und BMW testen Roboter im Alltag

Der Drogeriemarktbetreiber Rossmann erprobt in Burgwedel den humanoiden Roboter UBTech Walker S2. Das System verfügt über 52 Freiheitsgrade und autonome Navigation. In Kooperation mit Terra Robotics prüft das Unternehmen, ob der Roboter repetitive Logistikaufgaben übernehmen kann.

Auch BMW treibt die Automatisierung voran. Im Werk Spartanburg sortiert der Roboter Figure 03 Bauteile – dank taktiler Sensoren und Kameras in den Handflächen. Das Modell löst den Vorgänger Figure 02 ab, der bereits in der Produktion des BMW X3 half.

Ein weiteres Projekt: „HAutoMont“. Entwickelt vom Fraunhofer IWU gemeinsam mit Volkswagen Sachsen, montiert das System teilautonom Unterbodenverkleidungen. Roboter handhaben großflächige Bauteile und unterstützen so die wirtschaftliche Fertigung.

Physical AI als Treiber der Flexibilisierung

Die sogenannte „Physical AI“ macht die Produktion flexibler. Yaskawa und SoftBank validieren Systeme zur Handhabung verformbarer Materialien wie Kabelbäume. Der Roboter MOTOMAN NEXT wird mit einer GPU-Cloud kombiniert, die ab Oktober auf Nvidia-Technologie basiert. Das System erkennt Greifpunkte autonom und führt Bewegungen ohne explizite Programmierung aus.

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AWS setzt auf agentenbasierte Systeme für die Produktionssteuerung. Maintenance-Agenten sollen künftig Wartungsdaten zusammenführen und herkömmliche Steuerungen ergänzen oder ersetzen. Die Datensouveränität gewährleistet der Anbieter durch Cloud-Infrastrukturen in der EU, etwa in Brandenburg.

Im medizinischen Bereich planen ABB Robotics und Roche eine Kooperation: Physical AI soll in klinische Labore einziehen und Arbeitsabläufe digital vernetzen.

Exoskelette entlasten Beschäftigte

Forscher der TUM MIRMI haben „WearaCob“ entwickelt – eine Kombination aus rucksackähnlichem Exoskelett und kollaborativem Roboter (Cobot) von Neura Robotics. Das Exoskelett reduziert den Muskelaufwand bei Hebetätigkeiten um bis zu 65 Prozent. Der Cobot wiegt das Objekt und übermittelt die Information direkt ans Exoskelett, das die Unterstützung anpasst. Die Programmierung erfolgt durch einfaches Führen des Roboterarms.

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German Bionic bietet mit „Exia“ ein KI-gestütztes Exoskelett an. Es ermöglicht eine dynamische Hebeunterstützung von bis zu 38 Kilogramm. Sensoren überwachen kontinuierlich die Haltung des Nutzers – basierend auf Daten aus einer Vielzahl realer Bewegungspunkte.

Für die Sicherheit in kollaborativen Arbeitsumgebungen erhielt das SR-1 System von Sensory Robotics im Juli wichtige Sicherheitszertifizierungen für Nordamerika. Die Technik nutzt 3D-Vision und Echtzeit-Software, um virtuelle Schutzzonen um Roboterarme zu legen. Physische Barrieren in der Fabrik könnten damit entfallen.

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