Robotaxis, NHTSA

Robotaxis: NHTSA erlaubt fahrerlose Fahrzeuge ohne Bremspedal

28.06.2026 - 01:39:29 | boerse-global.de

US-Behörde erlaubt fahrerlose Fahrzeuge ohne Bremspedal. Waymo gründet deutsche Tochter und treibt Expansion in Europa voran.

NHTSA-Entscheid: Robotaxis ohne Bremspedal – Waymo startet in Deutschland
Robotaxis - Ein futuristisches Robotaxi ohne Fahrer oder Lenkrad fährt bei Dämmerung durch eine moderne Stadtstraße und spiegelt Neonlichter. 28.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die autonome Ride-Hailing-Branche erlebt eine neue Expansionswelle – mit weitreichenden Folgen für Deutschland.

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hat am 26. Juni 2026 einen weitreichenden Vorschlag vorgelegt: Künftig sollen vollautonome Fahrzeuge ohne Bremspedal auskommen dürfen. Die Regelung zielt speziell auf fahrerlose Robotaxis ab – herkömmliche Pkw sind nicht betroffen. NHTSA-Direktorin Morrison sprach von einem notwendigen Schritt, um „unnötige Barrieren für Innovationen" zu beseitigen. Der Vergleich mit historischen Meilensteinen der Automobilproduktion sei durchaus treffend, so die Behörde.

Besonders profitieren würden Fahrzeuge ohne klassisches Cockpit – darunter Teslas „Cybercab" und die Flotte von Amazon-Tochter Zoox. Die Öffentlichkeit hat nun 30 Tage Zeit, Stellungnahmen einzureichen. Während die Industrie jubelt, warnen Sicherheitsorganisationen vor unkalkulierbaren Risiken in Notsituationen.

Waymo gründet deutsche Tochter – Angriff auf den europäischen Markt

Der US-Pionier Waymo hat mit der Gründung der Waymo Germany GmbH in München ein klares Zeichen gesetzt. Die Eintragung erfolgte am 15. Juni 2026, die Gesellschaft wurde bereits am 13. Mai notariell errichtet. Zwar steht ein konkretes Startdatum für Deutschland noch aus, doch die Vorbereitungen für Dienste in London und Tokio laufen bereits auf Hochtouren.

Die Expansion wird durch eine gewaltige Kapitalspritze gestützt: Im Februar 2026 sammelte Waymo umgerechnet rund 15 Milliarden Euro ein – angeführt von Dragoneer, mit Beteiligung von Sequoia und Andreessen Horowitz. Die Bewertung des Unternehmens liegt nun bei etwa 118 Milliarden Euro. Waymo betreibt aktuell über 2.500 Fahrzeuge in sechs US-Städten und will bis Jahresende in 20 Städten aktiv sein.

Sicherheitslücken und Rückrufe – die Kehrseite des Booms

Trotz der Offensive bleiben technische Pannen ein zentrales Thema. Erst am 26. Juni rief Waymo rund 3.800 Robotaxis zurück – Grund war ein Softwarefehler, der Fahrzeuge in abgesperrte Baustellen lenkte. 13 Vorfälle wurden dokumentiert, Verletzte gab es keine. Ein Over-the-Air-Update soll das Problem beheben.

Anzeige

Die NHTSA ebnet den Weg für Robotaxis ohne Bremspedal – Waymo gründet bereits eine deutsche Tochter. Unser Strategie-Report analysiert die neuen Regularien, die Expansion von Waymo und die Sicherheitsrisiken für autonome Flotten. Kostenlosen Strategie-Report anfordern

Nur einen Tag später sorgte ein Waymo-Fahrzeug in Inglewood für Aufsehen, das auf der falschen Straßenseite unterwegs war. Rotlichtverstöße und riskante Begegnungen mit Fußgängern sind weitere dokumentierte Vorfälle. Ab dem 1. Juli 2026 greifen in Kalifornien schärfere Regeln: Die Polizei kann Verstöße autonomer Fahrzeuge direkt an die Betreiber melden.

Internationale Allianzen formieren sich

Der Markt wird zunehmend von Kooperationen geprägt. Am 26. Juni startete ein Dreierbündnis aus Bolt, Pony.ai und Stellantis einen Pilotbetrieb in Luxemburg. Zum Einsatz kommen Stellantis-Transporter mit Pony.ais siebter Generation autonomer Technik und Bolts Vermittlungsplattform. Ziel ist die vollständige Fahrerlosigkeit bis zum Ende der Testphase.

In Asien schloss CaoCao Mobility am 25. Juni eine strategische Partnerschaft mit May Mobility, um internationale Märkte zu erschließen. Zeitgleich eröffnete das Unternehmen ein KI-Innovationszentrum in Zusammenarbeit mit dem Shanghai AI Research Institute. In London bereiten sich gleich mehrere Anbieter auf den kommerziellen Start vor: Waymo, der chinesische Konzern Baidu und das britische Start-up Wayve.

Flottenvergleich: Tesla hinkt hinterher

Anzeige

Betrifft Sie das? Waymo, Tesla und Co. drängen nach Europa – mit neuen Regeln und Milliarden-Investitionen. Der kostenlose Strategie-Report zeigt, wie Sie regulatorische Unsicherheiten managen und Wettbewerbsdruck begegnen. Report per E-Mail sichern

Tesla hat zwar angekündigt, seinen Robotaxi-Dienst 2026 auf sieben weitere Städte auszudehnen. Doch die aktuellen Zahlen zeigen ein anderes Bild: In Texas umfasst Teslas aktive Flotte gerade einmal 69 Fahrzeuge – Waymo kommt im selben Bundesstaat auf 577. Bezahlte Fahrten bietet Tesla bislang nur in Texas an, Bewerbungen für Arizona, Nevada und Florida liegen vor.

Die Marktforscher von Counterpoint prognostizieren einen rasanten Anstieg der weltweiten Robotaxi-Umsätze: von unter einer Milliarde Euro im Jahr 2026 auf über 157 Milliarden Euro bis 2035. Auch Uber bereitet sich vor – mit Fahrzeugen von Nuro und Lucid soll noch 2026 in San Francisco gestartet werden.

de | wissenschaft | 69642806 |