Robotaxis in London: Waymo, Wayve und Uber forcieren Tests
06.06.2026 - 12:54:44 | boerse-global.de
Waymo, Wayve und Uber forcieren ihre Tests in London – das Vereinigte Königreich entwickelt sich zum europäischen Hotspot für selbstfahrende Fahrzeuge.
Die britische Hauptstadt wird zum Schauplatz eines Wettrennens um die Zukunft der Mobilität. Gleich mehrere Tech-Giganten und Start-ups testen ihre autonomen Systeme auf Londons komplexem Straßennetz. Das Ziel: Die Technologie für europäische Innenstädte fit zu machen.
Waymo und Wayve: Zwei Ansätze, ein Ziel
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Waymo, der US-Pionier aus dem Alphabet-Konzern, hat im April 2026 in London den nächsten Schritt gewagt. Seit dem 14. April fahren die Fahrzeuge mit Sicherheitsfahrern autonom durch die Stadt – der erste europäische Testmarkt für das Unternehmen. Saswat Panigrahi, Chief Product Officer bei Waymo, betont, dass man monatelang mit Rettungsdiensten und Polizei zusammengearbeitet habe, um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten.
Die Zahlen sind beeindruckend: Weltweit legt Waymo mittlerweile vier Millionen Meilen pro Woche autonom zurück, insgesamt sind es 170 Millionen Meilen. Doch der Vorstoß stößt auf Widerstand. Kampagnen warnen vor den Folgen für rund 150.000 Berufsfahrer. Zudem musste sich Waymo für Störungen während Tests in den Stadtteilen Shoreditch und Spitalfields entschuldigen.
Parallel dazu hat das britische Start-up Wayve im Frühjahr 2026 ein eigenes Pilotprogramm gestartet. Das Unternehmen setzt auf durchgängige Künstliche Intelligenz für die Autonomiestufen 3 und 4. Die Finanzierung spricht Bände: 1,5 Milliarden Dollar aus einer Series-D-Runde unter Führung von Nvidia und SoftBank, ergänzt um 60 Millionen Dollar von Investoren wie Qualcomm, AMD und Arm.
Ubers Milliarden-Deal mit Nuro
Uber mischt ebenfalls kräftig mit. Am 4. Juni 2026 verkündete der Fahrdienst-Vermittler ein Investment von knapp 500 Millionen Dollar in das Unternehmen Nuro. Der Deal umfasst eine Beteiligung an einer 203-Millionen-Dollar-Finanzierungsrunde, die Nuro mit sechs Milliarden Dollar bewertet. Geplant ist der Einsatz von 35.000 Robotaxis auf der Uber-Plattform – basierend auf Lucid-Gravity-SUVs mit Nuro-Software.
Nuro selbst hatte sich 2024 von Lieferrobotern auf Software-Lizenzierung verlagert. Im April 2026 erhielt das Unternehmen eine Lizenz für fahrerlose Tests in Kalifornien, seit Mai 2026 laufen dort Passagierfahrten.
Um die AV-Partner zu unterstützen, baut Uber eine spezielle Flotte von 500 Hyundai Ioniq 5 auf. Jedes Fahrzeug ist mit 14 Kameras, acht Lidar-Einheiten und neun Radars ausgestattet, angetrieben von Nvidias Dual-Drive-Thor-Systemen. Die ersten 50 dieser Datenfahrzeuge sollen im Sommer 2026 ausgeliefert werden. Die Flotte, verwaltet von Ubers AV-Labs-Abteilung, soll monatlich rund zwei Millionen Meilen an Daten generieren.
Regulierung: Großbritannien macht den Weg frei
Die britische Regierung hat die Weichen gestellt. Im Mai 2026 öffnete sie das Antragsverfahren für autonome Personenbeförderungsdienste. Grundlage ist der Automated Vehicles Act 2024, der klarstellt: Im vollautonomen Modus haftet der Hersteller, nicht der Insasse. Für eine kommerzielle Nutzung in London ist zudem die Genehmigung von Transport for London (TfL) Pflicht.
Doch die Technologie allein reicht nicht. Eine Umfrage des Royal National Institute of Blind People (RNIB) vom 4. Juni 2026 zeigt: Nutzer haben konkrete Ängste. Die Identifikation von Fahrzeugen, Hygiene, die Befolgung verbaler Anweisungen und die allgemeine Kommunikation mit den Robotaxis bereiten den Befragten Sorgen.
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Robotaxis: Entlastung oder zusätzliches Problem?
Eine Studie des MIT wirft ein Schlaglicht auf ein grundlegendes Problem: Robotaxis könnten den Verkehr eher verschärfen als entlasten. Die Forscher werteten Waymo-Daten von August 2023 bis Dezember 2025 aus. Ergebnis: Die Fahrzeuge legten rund 44 Prozent ihrer Kilometer ohne Passagier zurück – sogenannte „Leerfahrten". Immerhin verbesserte sich der Anteil der Kilometer mit Fahrgast von 36 auf 56 Prozent. Forscher der UC Berkeley bestätigten, dass zwei Drittel der Leerkilometer auf „wartendes Herumcruisen" entfielen.
Die Konkurrenz schläft nicht. Am 4. Juni 2026 weitete Tesla seinen unbemannten Robotaxi-Dienst auf den gesamten Großraum Austin, Texas, aus – mit rund 50 aktiven Fahrzeugen. Waymo ist dort mit über 250 Fahrzeugen präsent. Tesla kündigte zudem an, sein „Full Self-Driving"-System noch 2026 ohne Sicherheitsfahrer breiter verfügbar zu machen.
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