Robotaxis, Deutschland

Robotaxis in Deutschland: Tensor Auto und MTZ planen bis zu 500 Fahrzeuge

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 14:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Absichtserklärung sieht bis zu 500 Fahrzeuge vor; der Betriebsstart in Deutschland setzt eine behördliche Level-4-Genehmigung voraus.
Eine leere, modern gestaltete Stadtstraße in der Dämmerung mit Kopfsteinpflaster und architektonischen Fassaden. Illustration mit AI erstellt.

Das kalifornische Technologieunternehmen Tensor Auto und das Münchner Taxi Zentrum haben eine Kooperation für den Einsatz fahrerloser Taxis in Deutschland vereinbart. Am 27. Oktober 2026 gaben beide Unternehmen auf dem Madrid Autonomous Mobility Summit die Unterzeichnung einer entsprechenden Absichtserklärung bekannt. Ziel der Partnerschaft ist der Aufbau eines betreibergeführten autonomen Fahrdienstes.

Betreibermodell mit bis zu 500 Fahrzeugen

Im Rahmen der Vereinbarung soll das Münchner Taxi Zentrum, das laut Berichten als größter Taxibetreiber Deutschlands gilt, bis zu 500 Robocars von Tensor Auto einsetzen. Das Modell sieht vor, dass das MTZ die Fahrzeuge unter seiner eigenen Marke betreibt und den direkten Zugriff auf Kundendaten und Fahrgastbeziehungen behält. Die autonomen Fahrzeuge sollen zudem in die bestehende Dispatch-Plattform des Münchner Unternehmens integriert werden.

Tensor Auto, das 2016 von Jay Xiao in Kalifornien gegründet wurde, stellt die Fahrzeuge sowie die erforderliche Software bereit. Die Bereitstellung erfolgt über ein Abonnementmodell für automatisierte Fahrfunktionen (ADaaS).

Finanzielle Details der Absichtserklärung wurden von den beteiligten Partnern nicht bekanntgegeben. Neben dem Flottenbetrieb prüft das kalifornische Unternehmen zusätzlich Optionen für einen direkten Privatverkauf seiner Robocars auf dem deutschen Markt.

Genehmigung als Voraussetzung für den Marktstart

Der tatsächliche Start der Flotte von bis zu 500 Fahrzeugen auf deutschen Straßen ist an regulatorische Vorgaben gebunden. Voraussetzung für den Beginn des Betriebs ist eine behördliche Genehmigung für autonomes Fahren nach Level 4 in Deutschland.

Über den deutschen Markt hinaus verfolgen die beiden Partner weitergehende Expansionspläne. Innerhalb von 24 Monaten nach der allgemeinen Marktverfügbarkeit in Europa streben Tensor Auto und MTZ den Einsatz von 10.000 weiteren Robocars bei europäischen Flotten- und Taxibetreibern an. Als Marktpotenzial bezifferten die Unternehmen den Bestand auf etwa 50.000 Taxis in Deutschland und rund 500.000 Fahrzeuge in ganz Europa.

Anzeige

Wer sich mit dem technologischen Wandel im Transportwesen befasst, erkennt die Tragweite dieser Entwicklung für die Industrie. Dieser kostenlose Report liefert konkrete Einblicke in Unternehmen, die von Milliarden-Investitionen in Robotik und KI profitieren. Robotik und KI: So erkennen Sie die Profiteure der neuen Industrieära

Forschung mahnt Vorgaben für die Integration an

Die Einführung fahrerloser Taxidienste in städtischen Räumen wird auch von der Wissenschaft begleitet. Forscherin Kenan Zhang vom Labor HOMES an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) untersucht die Integration von Robotaxis in urbane Umgebungen.

In ihren in Transportation Research veröffentlichten Arbeiten nutzt die EPFL Methoden des bestärkenden Lernens mit Realdaten aus Shenzhen, um Herausforderungen bei der Flottenkoordination zu analysieren. Als wesentliches Risiko identifizieren die Wissenschaftler Fahrten ohne Passagiere, da Leerfahrten die Straßennetze zusätzlich belasten können.

Anzeige

Die voranschreitende Automatisierung der Mobilität ist Teil eines umfassenden technologischen Umbruchs der gesamten Industrie. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden, welche Firmen die industrielle Revolution 2026 wirklich vorantreiben und wer zu den Gewinnern zählt. Welche Firmen treiben die industrielle Revolution 2026 wirklich voran?

Um zu verhindern, dass Robotaxis den öffentlichen Personennahverkehr verdrängen, schlägt die Forscherin regulierende Rahmenbedingungen wie die Begrenzung von Leerfahrten, spezielle Gebühren sowie dedizierte Wartebereiche im Stadtgebiet vor.

Die EPFL, deren Forschung unter anderem durch Mittel des Horizon-2020-Programms des Europäischen Forschungsrats sowie des Schweizerischen Nationalfonds finanziert wird, geht davon aus, dass Großstädte in den USA und in China binnen eines Jahrzehnts vor einer breiten Einführung von Robotaxis stehen.

Erste Schritte im regulären Verkehr gibt es bereits in Europa: Die Schweiz startete im Furttal bei Zürich den landesweit ersten fahrerlosen Taxidienst.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70435061 |