Robotaxi-Start, Tesla

Robotaxi-Start: Tesla bringt Cybercabs im Oktober in 24/ 7-Betrieb

Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 19:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Tesla will ab Oktober 2026 einen dauerhaften Robotaxi-Dienst starten. FSD v15 soll dafür Fahrzeuge ohne Lenkrad und Pedale steuern.

Tesla plant Robotaxi-Dauerbetrieb ab Oktober mit FSD v15
Eine leere städtische Straßenkreuzung in Austin bei Sonnenuntergang, die die moderne Infrastruktur für autonomes Fahren zeigt. Illustration mit AI erstellt.

Tesla bereitet den Übergang zu einem kontinuierlichen Robotaxi-Betrieb vor, der ohne menschliche Eingriffe und physische Steuerelemente auskommen soll. Wie der für Künstliche Intelligenz zuständige Vizepräsident Ashok Elluswamy Anfang September bestätigte, ist der Start des 24/7-Betriebs für Oktober 2026 geplant.

Grundlage für diesen Schritt ist die Integration der neuen Software-Version FSD v15, die herkömmliche Bedienelemente wie Lenkräder und Pedale in den Fahrzeugen überflüssig machen soll.

Technologischer Sprung durch FSD v15 und Hardware 4

Die kommende Software-Generation FSD v15 markiert eine deutliche Skalierung der Rechenleistung. Laut Elluswamy wurde die Anzahl der Parameter von rund einer Milliarde auf etwa 10 Milliarden verzehnfacht.

Diese Erweiterung des neuronalen Netzwerks soll eine frühzeitigere Gefahrenvorhersage, schnellere Reaktionszeiten und eine verbesserte Kollisionsvermeidung ermöglichen. Die Software v15 wird dabei exklusiv für Fahrzeuge mit der Hardware 4 (HW4/AI4) zur Verfügung stehen, während ältere Modelle mit Hardware 3 maximal eine eingeschränkte Version erhalten sollen.

Bereits in der aktuellen Übergangsphase zeigt die Software-Entwicklung Fortschritte bei der Sicherheit. Einem Sicherheitsbericht für den nordamerikanischen Markt zufolge legten Fahrzeuge mit FSD (Supervised) zwischen 5,1 und 5,7 Millionen Meilen pro Airbag-Unfall zurück.

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Zum Vergleich liegt der US-Durchschnitt bei 699.000 Meilen. Manuelle Fahrten mit aktiven Sicherheitsfunktionen erreichten einen Wert von 2,1 Millionen Meilen. Eine unabhängige Validierung dieser Daten liegt bisher jedoch nicht vor.

Der Einsatz des Cybercabs in Austin

In Austin, Texas, hat Tesla bereits Anfang September 2026 den Betrieb von bezahlten Fahrten in sogenannten Cybercabs aufgenommen. Das zweisitzige Fahrzeug wurde speziell für den autonomen Einsatz konzipiert und verfügt weder über ein Lenkrad noch über Pedale oder Spiegel.

Die Steuerung erfolgt über acht Kameras und ein auf neuronalen Netzen basierendes System; auf LiDAR- oder Ultraschallsensoren verzichtet Tesla vollständig. Das Fahrzeug bietet einen Kofferraum mit einem Volumen von rund 572 Litern und wird in der Gigafactory Texas produziert.

Aktuell sind in Texas rund 45 Cybercabs registriert. Tesla verfolgt das Ziel, die Produktionskosten für das Fahrzeug unter 30.000 US-Dollar zu drücken und die Betriebskosten auf 0,20 US-Dollar pro Meile zu senken. Langfristig plant das Unternehmen eine jährliche Produktion von zwei Millionen Einheiten, nachdem der Gesamtabsatz im Jahr 2025 bei 1,63 Millionen Fahrzeugen lag.

Regulatorische Prüfung und Marktumfeld

Unmittelbar nach dem Start des Betriebs in Austin eröffnete die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA ein Audit zur Selbstzertifizierung des Cybercabs. Diese Prüfung konzentriert sich auf die Einhaltung der Federal Motor Vehicle Safety Standards (FMVSS) hinsichtlich des Verzichts auf manuelle Bedienelemente.

Das Audit umfasst rund 1.000 Fahrzeuge und prüft die Dokumentation der Zertifizierung, nicht jedoch das Fahrverhalten selbst. Derzeit arbeitet die Behörde an acht neuen Regelwerken für autonome Fahrzeuge, die unter anderem Bremsen, Scheibenwischer und Beleuchtung betreffen.

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Im Wettbewerb mit etablierten Anbietern wie Waymo setzt Tesla auf einen kosteneffizienteren Ansatz. Waymo betreibt derzeit über 4.000 Fahrzeuge in 14 Städten und wickelt rund 500.000 Fahrten pro Woche ab.

Während Waymo jedoch auf teure Sensorik mit 13 Kameras, vier LiDAR-Einheiten und sechs Radarsensoren setzt und Fahrzeuge zukauft, zielt Tesla auf eine vertikale Integration und ein rein kamerabasiertes System ab. Dennoch bleibt die Akzeptanz in der Bevölkerung eine Hürde: Umfragen zufolge fühlen sich rund 70 Prozent der Erwachsenen in den USA bei der Nutzung fahrerloser Autos unwohl.

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