Robotaxi-Offensive: Uber und Mobileye greifen Waymo an
18.06.2026 - 02:39:41 | boerse-global.de
Während Waymo mit einer halben Million Fahrten pro Woche die Nase vorn hat, starten Uber und Mobileye nun ihre Offensive.
Waymo setzt auf Abo-Modell und Expansion
Waymo hat sich im US-Robotaxi-Sektor als klarer Marktführer etabliert. Das Unternehmen vermittelt wöchentlich mehr als 500.000 bezahlte Fahrten in zehn Großstädten. Die Expansion verlief rasant: Im Februar startete der Dienst in Dallas, Houston, San Antonio und Orlando. Bis Mai wuchs das Einsatzgebiet auf über 3.600 Quadratkilometer.
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Um aus der Technologie ein nachhaltiges Geschäftsmodell zu machen, führte Waymo den Abodienst „Waymo Premier" ein. Für monatlich 27 Euro erhalten Vielnutzer in San Francisco, Los Angeles und Phoenix bevorzugte Abholungen, Rabatte und frühen Zugang zu neuen Städten. Zur Finanzierung sicherte sich das Unternehmen umgerechnet 14,7 Milliarden Euro an neuen Mitteln und kaufte ein ehemaliges Testgelände in Arizona für rund 200 Millionen Euro.
Uber setzt auf Houston und Premium-Partner
Uber bereitet sich auf die Herausforderung vor. Am 17. Juni gab der Konzern Pläne für einen Premium-Robotaxi-Dienst bekannt. Der Start in Houston ist für Mitte 2027 vorgesehen – nach einem geplanten Markteintritt in San Francisco noch in diesem Jahr.
Die Houston-Expansion basiert auf einer Dreier-Partnerschaft mit Lucid und Nuro. Uber verpflichtete sich zum Kauf von mindestens 35.000 Lucid Gravity SUVs und investierte jeweils umgerechnet rund 460 Millionen Euro in Lucid und Nuro. Nuro testet derzeit knapp 100 Fahrzeuge mit Autonomiestufe 4. Für die Houston-Flotte plant Uber ab Frühjahr 2027 den Bau eines 4.600 Quadratmeter großen Depots mit 40 Schnellladestationen und 15 Werkstattplätzen.
Mobileye wird selbst zum Betreiber
Die Intel-Tochter Mobileye schlägt eine neue Richtung ein. Am 16. Juni kündigte das Unternehmen an, künftig als direkter Robotaxi-Betreiber aufzutreten. Der Start in einer US-Großstadt ist für 2027 geplant – zunächst mit 100 Fahrzeugen, mit dem Ziel, innerhalb von fünf Jahren auf 17.000 Fahrzeuge hochzufahren.
CEO Amnon Shashua betonte, dass dieser Schritt die bestehende Rolle als Technologielieferant für Autohersteller ergänzen, nicht ersetzen soll. Der Dienst nutzt die Moovit-App für das Flottenmanagement. Mögliche Fahrzeuge sind der Great Wall Ora iQ. Mobileye arbeitet zudem mit Volkswagen zusammen: Bis 2027 sollen rund 1.000 Robotaxis in den USA auf die Straße kommen.
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Branchenallianzen und regulatorische Hürden
Die Industrie schmiedet breite Koalitionen. Am 17. Juni unterzeichneten Stellantis, Wayve und Uber eine Absichtserklärung zur Entwicklung von Robotaxis der Stufe 4. Stellantis liefert die Fahrzeuge, Wayve die KI-Software, Uber die Plattform für die Kunden.
Doch der Weg ist steinig. Politische Widerstände bremsen die Expansion: In New York, Illinois und Washington D.C. scheiterten Gesetze zur Legalisierung oder Ausweitung autonomer Dienste – oft aus Sorge von Fahrergewerkschaften und Sicherheitsaktivisten. Und Tesla? Der Elektroautobauer bleibt im Experimentierstadium: Mitte Juni waren in Texas gerade einmal 69 Robotaxis registriert – weit weniger als die Flotten der etablierten Wettbewerber.
