Robotaxi-Flop: Tesla hat nur 42 Fahrzeuge in Texas registriert
02.06.2026 - 20:13:56 | boerse-global.deKonkurrent OpenAI steigt ins Robotergeschäft ein, während die eigene Robotaxi-Flotte in Texas weit hinter den Erwartungen zurückbleibt.
OpenAI fordert Tesla im Roboter-Markt heraus
Am 1. Juni 2026 kündigte OpenAI die Gründung einer neuen Robotik-Sparte an. Das Unternehmen will humanoide Roboter für den Infrastruktur- und Haushaltsbereich entwickeln – eine direkte Konkurrenz zu Teslas Optimus-Programm. Die Ankündigung ließ die Tesla-Aktie am Montag um 3,57 Prozent auf 420,23 US-Dollar fallen.
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Tesla hatte bereits Anfang Mai die Produktion der Model S und Model X im Werk Fremont gestoppt. Die Fertigungslinien werden nun für die Optimus-Serie umgerüstet. Das ehrgeizige Ziel: eine Million Optimus-Einheiten pro Jahr. Die öffentliche Vorstellung des Optimus Gen 3 ist für Ende Juli oder Anfang August 2026 geplant.
Doch Analysten von Cantor Fitzgerald rechnen nicht vor dem dritten Quartal 2027 mit den ersten Auslieferungen. Bis dahin dürfte der Druck durch OpenAI weiter wachsen.
Robotaxi-Flotte in Texas: Nur 42 statt 1000 Fahrzeuge
Neue Zulassungsdaten vom 2. Juni 2026 zeigen: Tesla hat gerade einmal 42 Robotaxis in Texas registriert. Das liegt meilenweit unter dem angepeilten Ziel von 1000 Fahrzeugen. Die Flotte verteilt sich auf drei Städte: 16 Fahrzeuge in Austin, vier in Dallas und fünf in Houston.
Der fahrerlose Betrieb startete am 22. Januar 2026 in Austin mit einem einzigen Fahrzeug. Inzwischen sind es rund 30 Wagen, die ohne Sicherheitsfahrer unterwegs sind. Texas hat die Regularien vereinfacht und Tesla als zertifizierten Betreiber für autonome Fahrzeuge der Stufe 4 und höher gelistet. Kommerzieller, fahrerloser Personentransport ist damit legal – solange die Sicherheitsauflagen eingehalten werden.
Doch die aktuellen Zahlen geben Rätsel auf. In den vergangenen Wochen sank die Zahl der aktiv fahrerlosen Fahrzeuge zwischenzeitlich auf nur 25.
Chinesische Konkurrenz zieht davon
Während Tesla noch an seinen Robotaxi-Plänen feilt, drängen Wettbewerber auf den Markt. Der chinesische Hersteller XPENG startete am 18. Mai 2026 die Massenproduktion seines Robotaxis GX in Guangzhou. Das Fahrzeug setzt auf ein rein kamerabasiertes System und vier eigene Turing-AI-Chips mit einer Rechenleistung von 3000 TOPS. Pilotbetriebe sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 beginnen, der fahrerlose Einsatz ist für Anfang 2027 geplant.
Auch Waymo macht Tempo. Der Google-Ableger brachte sein Robotaxi "Ojai" auf den Markt – gebaut auf einer Geely-Zeekr-Plattform. Anders als Tesla setzt Waymo auf eine aufwendige Sensorik mit 13 Kameras, vier Lidar-Sensoren und sechs Radargeräten. Der Dienst läuft in Phoenix, San Francisco, Los Angeles und Austin. Rund 500.000 bezahlte Fahrten pro Woche absolviert Waymo bereits.
Pony.ai meldete für das erste Quartal 2026 einen Umsatzsprung von 395 Prozent im Robotaxi-Geschäft.
SpaceX-IPO und Sicherheitsbedenken
Tesla-Chef Elon Musk treibt parallel die Verbindung zu seinen anderen Unternehmen voran. Der Börsengang von SpaceX steht für Mitte Juni 2026 an – unter dem Kürzel SPCX. Die Bewertung liegt zwischen 1,75 und 2 Billionen US-Dollar. Tesla selbst hält Aktien im Wert von zwei Milliarden Dollar an SpaceX. Gemeinsam bauen die Firmen die Chip-Fabrik "Terafab" in Texas.
Analysten von Wedbush halten eine Fusion von Tesla und SpaceX bis 2027 für wahrscheinlich – die Wahrscheinlichkeit beziffern sie auf 80 Prozent.
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Doch die Sicherheitsdebatte um Teslas Full Self-Driving (FSD) will nicht verstummen. Eine Reuters-Recherche förderte Warnungen ehemaliger Tesla-Ingenieure zutage. Sie äußerten Bedenken, ob das System grundlegende Fahrmanöver sicher beherrscht. Dokumentierte Beinahe-Unfälle mit Kindern und Zusammenstöße mit Tieren wurden bekannt. Experten der Carnegie-Mellon-Universität kritisieren zudem Teslas Sicherheitsstatistiken: Der Vergleich neuer Fahrzeuge mit dem US-Durchschnitt, der auch sehr alte Autos umfasst, verzerre das Bild.
Lichtblick China
Trotz aller Schwierigkeiten läuft es in China. Das Werk Shanghai lieferte im Mai 2026 genau 85.982 Fahrzeuge aus – ein Plus von 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Es war der sechste Wachstumsmonat in Folge für das Werk. Ob dieser Erfolg die Rückschläge in den USA und den wachsenden Wettbewerbsdruck ausgleichen kann, bleibt abzuwarten.
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