RoboPASS, Erstes

RoboPASS: Erstes britisches Rahmenwerk soll Roboter kommunal lizenzieren

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 17:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Bürgerbefragung zeigt breite Zustimmung, zugleich setzt Milton Keynes auf Lizenzen, Meldepflichten und Kontrollen für Roboter.
Ein moderner, gepflasterter Fußgängerweg in einer britischen Stadt mit Grünflächen und moderner Architektur im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt.

Die erfolgreiche Einbindung autonomer Systeme in das städtische Leben hängt maßgeblich von gesellschaftlicher Akzeptanz und verlässlicher Technik ab. Wie Sophie Lloyd, Leiterin der Wirtschaftsförderung beim Milton Keynes City Council, in einem Branchenbericht betonte, sind öffentliches Vertrauen und operative Exzellenz zentrale Voraussetzungen, um Robotik in die kommunale Infrastruktur und kommerzielle Dienstleistungen zu integrieren.

Die britische Stadt fungiert bereits seit etwa 2014 als nationales Testfeld für autonome Technologien, betreibt ein weitverzweigtes Netz autonomer Lieferroboter und erprobt selbstfahrende Passagier-Shuttles.

Regulatorischer Rahmen und Taxi-Lizenzen für Roboter

Um den Betrieb rechtssicher und transparent zu gestalten, entsteht über das Projekt RoboPASS das landesweit erste Rahmenwerk für Kommunen zur Lizenzierung von Robotern. Im Rahmen dieses Projekts ergab eine Bürgerbefragung unter 500 Teilnehmenden eine Zustimmung von 80 Prozent für einen verstärkten Robotereinsatz. Zugleich äußerten die Befragten Bedenken hinsichtlich der Sicherheit, des Datenschutzes sowie möglicher Risiken für Arbeitsplätze.

Die Stadtverwaltung von Milton Keynes setzt daher auf verbindliche Kontrollmechanismen. Jeder eingesetzte Roboter soll ein Äquivalent zu einer Taxi-Konzession erhalten, das Lizenzdetails und feste Ansprechpartner ausweist. Schwere Zwischenfälle müssen unverzüglich gemeldet werden; bei Verstößen sieht das Regelwerk den Entzug der Betriebserlaubnis vor.

Zudem fließen Erkenntnisse aus Testläufen auf Radwegen direkt in Vorgaben zu Abmessungen und Fahrgeschwindigkeiten ein. Langfristig ist die Einführung eines Regelkatalogs nach dem Vorbild der britischen Straßenverkehrsordnung geplant. Als niedrigschwelliger Anlaufpunkt für die Bevölkerung dient zudem das Smart City Experience Centre im Einkaufszentrum centre:mk.

Kommerzielle Flotten im Dauertest auf Gehwegen

Milton Keynes diente bereits als erster Standort für die Lieferroboter des Anbieters Starship. Inzwischen erprobt dort auch der Lieferdienst Deliveroo in Zusammenarbeit mit Coco Robotics autonome Lieferfahrzeuge. Die vollelektrischen Roboter wickeln Kurzstreckenlieferungen auf der letzten Meile ab. Sie bewegen sich mithilfe von Sensoren und autonomer Navigation im Schritttempo auf Gehwegen.

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Internationale Kommunen ringen um einheitliche Vorgaben

Die Balance zwischen technologischer Innovation und dem Schutz des öffentlichen Raums beschäftigt Städte weltweit. Während Milton Keynes auf Lizenzierungen setzt, greifen andere Kommunen zu strengeren Restriktionen.

Der Stadtrat von Glendale in Kalifornien beschloss nach einem einjährigen Pilotbetrieb mit bis zu zwei Betreibern und maximal 30 Geräten, dass Lieferroboter den öffentlichen Raum nur noch mit gesonderter städtischer Genehmigung nutzen dürfen. Auslöser waren Beschwerden aus dem Großraum Los Angeles über blockierte Gehwege und Risiken für Rollstuhlnutzende, Senioren sowie Kinder.

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Einen kooperativen Weg wählt Singapur: Die dortige Land Transport Authority rüstet Fußgängerampeln im Punggol Digital District mit Sensoren aus, damit Roboter von Unternehmen wie Grab und DHL das Grünsignal drahtlos anfordern können.

Die Behörde knüpft die Fahrerlaubnis an strenge Sicherheitsprüfungen, niedrige Tempolimits, Signalleuchten, permanente Überwachung und Versicherungsschutz. Die Erfahrungen aus diesen Projekten zeigen, dass die Zukunft der urbanen Robotik weniger an den technischen Fähigkeiten als an klaren kommunalen Spielregeln hängt.

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