Robonoshi, Härtetest

Robonoshi im Härtetest: ARMOLAB lässt Bodenroboter 170 Kilogramm tragen

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 13:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Robonoshi bewältigte im Versuch 170 Kilogramm; ARMOLAB nennt weiterhin 120 Kilogramm als zulässige Nutzlast.
Ein unebenes, schlammiges Gelände mit tiefen Reifenspuren in einer kargen Landschaft bei Dämmerlicht. Illustration mit AI erstellt.

Der ukrainische Entwickler ARMOLAB hat sein unbemanntes Bodenfahrzeug Robonoshi einem Härtetest für die Verwundetenevakuierung unterzogen. Wie unter anderem ukrainische Medien am 14. Oktober 2026 berichteten, transportierte das System während der Erprobung eine Last von 170 Kilogramm.

Bei dem Test wurde ein Mitarbeiter des Unternehmens namens Nazar befördert, dessen Gewicht exakt dieser Marke entsprach. Damit bewältigte das Gerät 50 Kilogramm mehr als die regulär ausgewiesene Nutzlast, wenngleich der Hersteller die offizielle Tragfähigkeit weiterhin mit 120 Kilogramm beziffert.

Belastungsprobe über der Nennkapazität

Die Erprobung mit 170 Kilogramm sollte die strukturelle Stabilität und Leistungsfähigkeit des Systems an den Belastungsgrenzen demonstrieren. Trotz der nachgewiesenen Reserven hält ARMOLAB an der konservativen Spezifikation fest, um die Zuverlässigkeit im operativen Einsatz zu gewährleisten.

Das unbemannte Bodenfahrzeug weist ein Eigengewicht von 60 Kilogramm auf und verfügt über eine Bodenfreiheit von 140 Millimetern. In betriebsbereitem Zustand betragen die Abmessungen 180 Zentimeter in der Länge, 75 Zentimeter in der Breite und 34 Zentimeter in der Höhe.

Für den Transport lässt sich die Plattform zusammenklappen, wodurch sich die Maße auf 55 mal 75 mal 55 Zentimeter reduzieren. Gesteuert wird das Fahrzeug über das System HOTRS DS600. Unter Volllast erreicht Robonoshi eine Geschwindigkeit von 6 km/h. Die Reichweite liegt bei 20 Kilometern pro Akkuladung.

Technische Modifikationen nach Fronterfahrungen

Die aktuelle Konfiguration der Plattform basiert maßgeblich auf praktischen Rückmeldungen aus dem Einsatzgebiet. Nach dem Feedback einer medizinischen Einheit aus dem Raum Kupiansk nahm ARMOLAB mehrere fundamentale Konstruktionsänderungen vor. Unter anderem wurde ein überarbeitetes Akkufach für zwei Energiespeicher integriert, wodurch sich die ursprüngliche Reichweite von 10 Kilometern auf 20 Kilometer verdoppelte.

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Zudem verstärkten die Entwickler die Konstruktion durch dickere Metallhalterungen sowie robustere Verriegelungen. Um die Geländegängigkeit zu verbessern, erhielt das Fahrzeug eine breite Hilfsrolle.

Für den Schutz und Komfort des Verwundeten wurden spezielle Polsterungen integriert, die Erstickungsrisiken und Vibrationen während der Fahrt dämpfen sollen. Zugleich verlegten die Ingenieure das Bedienpanel an das Ende des Polsters, um den Sanitätskräften die Handhabung direkt am Patienten zu erleichtern.

Starker Anstieg unbemannter Bodenmissionen

Der Einsatz unbemannter Landsysteme gewinnt bei der Bergung Verwundeter und der logistischen Versorgung zunehmend an Bedeutung. Angaben der ukrainischen Verteidigungskräfte zufolge wurden seit Anfang 2026 bereits über 100.000 Logistik- und Evakuierungsmissionen mithilfe von Bodenrobotern durchgeführt.

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Bergungsteams unter direktem Beschuss sind das größte Risiko in der Verwundetenevakuierung — unbemannte Landsysteme sollen sie ersetzen. Die Einsatzzahlen stiegen laut ukrainischen Angaben allein im ersten Halbjahr von rund 7.000 auf etwa 16.000 Missionen. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt, wie Sie Feldtests aufsetzen und Plattformen bewerten, bevor Sie beschaffen. Feldtest-Leitfaden für Evakuierungs-UGV jetzt sichern

Diese Entwicklung spiegelt sich auch im operativen Alltag wider. Victor Pavlov, Offizier der 3. Separaten Sturmbrigade und Gründer der UGV School, verzeichnete einen kontinuierlichen Zuwachs der Einsätze unbemannter Landsysteme in der Ukraine.

Während im Januar rund 7.000 Missionen registriert worden waren, stieg diese Zahl bis Juni auf etwa 16.000 Einsätze an. Spezialisierte Plattformen wie Robonoshi zielen darauf ab, Risiken für Bergungsteams unter direktem Beschuss zu minimieren.

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