RoboGym München: Europas größtes KI-Trainingszentrum eröffnet
18.06.2026 - 21:39:14 | boerse-global.de
Zwei deutsche Industriegiganten bündeln ihre Kräfte: Schunk und Bosch Robotics arbeiten künftig an einer menschenähnlichen Roboterhand-Plattform.
Die Partnerschaft zielt darauf ab, flexible Endeffektoren zu entwickeln, die mit den unterschiedlichsten Objektgeometrien in der modernen Fertigung und Logistik zurechtkommen. Während Bosch das architektonische Grundgerüst und die KI-Komponenten beisteuert, bringt Schunk rund 20 Jahre Spezialwissen in der Greiftechnologie ein.
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Bereits auf der Bosch ConnectedWorld 2026 präsentierten die Unternehmen einen funktionsfähigen Demonstrator, der die Interoperabilität des Systems belegt. Das Ziel: Die menschenähnlichen Hände sollen in verschiedene humanoide Robotersysteme für die industrielle Produktion integriert werden.
RoboGym: Europas größtes Trainingszentrum für Physical AI
Die Entwicklung hin zu anspruchsvollerer Roboterhardware wird durch massive Infrastrukturinvestitionen in Deutschland gestützt. Neura Robotics und die Technische Universität München (MIRMI) gaben Anfang der Woche die Gründung des RoboGym am Münchner Flughafen bekannt.
Die Einrichtung soll Mitte 2026 eröffnen und wird voraussichtlich das größte Trainingszentrum für Physical AI in Europa. Rund 17 Millionen Euro fließen in das Projekt – 11 Millionen davon von Neura Robotics. Auf 2.300 Quadratmetern entsteht eine realistische Umgebung, in der humanoide Roboter lernen, komplexe Aufgaben zu bewältigen.
Humanoid-Roboter erobern die Autoindustrie
Strategische Partnerschaften bringen humanoide und KI-gesteuerte Systeme zunehmend in die Automobilproduktion. Figure AI und die BMW Group arbeiten zusammen, um Figure F1-Roboter in globalen BMW-Werken einzusetzen – etwa in der Montage, Qualitätskontrolle und Logistik.
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Parallel dazu gab Autonomique Inc. am gestrigen Mittwoch bekannt, dass seine KI-gesteuerten Roboter bei F&P Mfg., einem kanadischen Automobilzulieferer der ersten Reihe, vom Pilot- in den Serienbetrieb übergehen. Die Roboter montieren derzeit Fahrwerkskomponenten. Eine breitere Einführung in den Werken des Mutterkonzerns F.tech wird bereits geprüft.
Bionische Daten für feinfühligere Roboter
ABB Robotics und das kalifornische Unternehmen PSYONIC arbeiten seit dem 16. Juni an einer Verbesserung der Roboter-Geschicklichkeit – und zwar mit Daten aus bionischen Prothesen. Die sogenannte „Ability Hand", eine Prothese mit Drucksensoren, wird auf ABB GoFa-Cobots montiert. Ziel ist es, taktile und Bewegungsdaten des Menschen zu nutzen, um Roboter für heikle Montagearbeiten in der Luftfahrt und Automobilindustrie zu trainieren.
Pariser Startup setzt auf ungewöhnliches Design
Auch alternative Roboterkonzepte drängen auf den Markt. Das Pariser Startup Genesis AI enthüllte am 16. Juni „Eno“ – einen Roboter mit rollender Basis und einem faltbaren Torso, der eine Höhe von 2,2 Metern erreicht. Eno hat weder Kopf noch Beine, dafür aber Hände mit 22 Freiheitsgraden für menschenähnliche Bewegungen. Das Unternehmen, das kürzlich 105 Millionen US-Dollar Seed-Finanzierung einsammelte, will noch 2026 mit der Produktion und Auslieferung beginnen.
Foxconn debütiert in Europa
Foxconn zeigte am 17. Juni auf der VivaTech in Paris seinen ersten europäischen Auftritt der humanoiden Robotik-Sparte. Das Unternehmen präsentierte einen Roboter für die Präzisionsmontage, trainiert mit der NVIDIA Isaac GR00T-Plattform. Zeitgleich kündigte Foxconn neue Supercomputer-Fertigungsstätten in Frankreich und Tschechien an, die Physical-Infrastruktur bereitstellen sollen.
