RoboGym, Europas

RoboGym: Europas größtes Robotik-Trainingszentrum eröffnet Mitte 2026

Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 19:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Krankenhäuser investieren massiv in roboterassistierte Chirurgie. Der europäische Markt wächst rasant und erreicht Prognosen zufolge 2031 fast fünf Milliarden Euro.

Kliniken setzen auf KI-Robotik: Markt für OP-Systeme boomt
Hochmoderner chirurgischer Roboterarm in einem modernen Operationssaal über einem sterilen Tisch, der fortschrittliche Medizintechnik repräsentiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das OrthoCentrum Jugenheim feierte am 18. Juli 2026 ein besonderes Jubiläum: 25 Jahre roboterassistierte Chirurgie. Die Einrichtung gilt heute als internationales Referenzzentrum für die Technologie. Operationsleiter Markus Albig und Chefarzt Prof. Dr. Peter Schräder betonten, dass das „Cori"-Robotersystem bei Kniegelenkersatz zum Einsatz kommt. Die langjährige Investition in die Robotik habe sich als strategischer Vorteil für die Behandlungsqualität und den Standort erwiesen.

KI-Unterstützung für komplexe Eingriffe

Auch das Alexianer Klinikum Hochsauerland setzt auf digitale Präzision. Dort wurde kürzlich die KI-gestützte Plattform Pheno4U von Aesculap eingeführt. Das System kommt im orthopädischen Zentrum des Krankenhauses zum Einsatz – weg von standardisierten Lösungen, hin zur individuellen Patientenversorgung. Besonders bei schwierigen Revisionseingriffen helfen die digitalen Navigationswerkzeuge den Chirurgen, die Gelenkstellung millimetergenau auszurichten.

Europas größtes Robotik-Trainingszentrum entsteht

Der nächste Schritt in die Zukunft heißt „RoboGym". Neura Robotics und die Technische Universität München (TUM) haben den Bau der Anlage angekündigt. Mit einer Investitionssumme von 17 Millionen Euro (davon 11 Millionen von Neura Robotics) entsteht auf 2.300 Quadratmetern Europas größte Trainingsstätte für Robotersysteme.

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Eröffnung soll Mitte 2026 im TUM Convergence Center nahe des Münchner Flughafens sein. Der Fokus liegt auf humanoiden Robotern mit physischer KI – eine Brücke zwischen theoretischer Forschung und praktischen Anwendungen in Industrie und Medizin.

Europäischer Markt wächst rasant

Die Entwicklung in Deutschland ist Teil eines europaweiten Booms. Der Markt für chirurgische Robotik in Europa wurde 2024 auf umgerechnet rund 1,95 Milliarden Euro geschätzt, 2025 waren es bereits 2,21 Milliarden Euro. Prognosen rechnen mit einem jährlich wachsenden Wachstum von 14 Prozent – bis 2031 soll der Markt auf etwa 4,84 Milliarden Euro anwachsen.

Frankreich hielt 2024 mit 25,5 Prozent den größten Marktanteil. Den Löwenanteil der Einnahmen (58,2 Prozent) erzielen Instrumente und Zubehör. Die Allgemeinchirurgie bleibt mit 27,9 Prozent das Hauptanwendungsgebiet. Treiber des Wachstums sind die steigende Akzeptanz minimalinvasiver Verfahren und die alternde Bevölkerung. Doch die hohen Anschaffungskosten und das Risiko von Operationsfehlern bleiben Herausforderungen.

Chinesische Konkurrenz drängt nach Europa

Der Wettbewerb wird internationaler. Das chinesische Unternehmen Beijing Shurui Robotics dringt in den europäischen High-End-Markt vor. Nach der Installation seines Einzelport-Robotersystems („Schlangenarm"-Technologie) an einem Universitätsklinikum in Spanien für rund 2,42 Millionen Euro sollen bereits Bestellungen aus mehreren deutschen Kliniken vorliegen.

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Neue Systeme für spezielle Eingriffe

In den Niederlanden hat AMT Medical das ELANA-System für Koronar-Bypass-Operationen entwickelt. Statt handgenähter Nähte kommen Titan-Clips und Laserpulse zum Einsatz. Klinische Studien im St. Antonius-Krankenhaus belegten Sicherheit und Wirksamkeit – die Durchgängigkeitsrate nach sechs Monaten erreicht das Niveau der besten manuellen Chirurgie. Der Hersteller strebt CE-Kennzeichnung und FDA-Zulassung an.

In Großbritannien hat das Cumberland Infirmary ein da-Vinci-Xi-System im Wert von umgerechnet rund 3,5 Millionen Euro in Betrieb genommen. Es ist Teil einer NHS-Strategie, bis 2035 90 Prozent aller Schlüsselloch-Operationen robotisch durchzuführen. Klinikärzte betonen: Die Systeme entlasten das OP-Personal körperlich und verkürzen die Erholungszeit der Patienten.

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