Rivian, Point-to-Point

Rivian Point-to-Point: Autonomes Fahren Level 2++ noch 2026

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 03:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Rivian bringt 2026 autonomes Fahren auf Level 2++ und plant bis 2028 Robotaxis. Quartalszahlen zeigen deutliche operative Fortschritte.

Rivian: Autonomes Fahren startet 2026, Robotaxis folgen bis 2028
Modernes Elektro-SUV auf der Autobahn in der Dämmerung, mit fortschrittlicher Fahrzeugtechnik und Innenraum-Displays. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der US-Elektroautohersteller Rivian will noch in diesem Jahr sein autonomes Fahrsystem „Point-to-Point" auf den Markt bringen. Das kündigte CEO RJ Scaringe nach der Vorlage der Quartalszahlen an. Für die deutsche Autoindustrie ist die Entwicklung ein wichtiges Signal im Wettrennen um autonomes Fahren.

Autonomie-Roadmap: Vom Assistenzsystem zum Roboter-Taxi

Das neue System ist als Level-2++-Technologie klassifiziert. Das bedeutet: Das Fahrzeug übernimmt die komplette Fahrt – inklusive Stadtstraßen, Kreuzungen und Ampeln –, der Fahrer muss jedoch aufmerksam bleiben und die Hände in Bereitschaft halten. Rivian verspricht damit eine neue Stufe des Komforts im Alltagsverkehr.

Der Hersteller hat bereits die nächsten Schritte angekündigt: Bereits 2027 soll mit „Eyes-off" die Level-3-Autonomie folgen, bei der der Fahrer die Kontrolle zeitweise komplett abgeben kann. Für 2028 plant Rivian dann den Einsatz von Level-4-Robotaxis – also Fahrzeugen, die vollständig ohne menschlichen Eingriff operieren.

Die „Point-to-Point"-Funktion wird über das Autonomy+-Paket verfügbar sein. Der Preis: einmalig 2.500 Dollar (rund 2.300 Euro) oder ein monatliches Abo für 49,99 Dollar. Ein 60-tägiger Gratis-Testzeitraum soll die Kundschaft von der Technologie überzeugen. Voraussetzung ist die zweite Generation der R1-Hardware oder die neue R2-Plattform. Besitzer der ersten R1-Generation gehen leer aus – ein strategischer Schachzug, um den Umstieg auf neuere Modelle zu fördern.

Solide Zahlen, klare Ziele

Die Finanzzahlen geben Rückenwind: Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 27 Prozent auf 1,658 Milliarden Dollar. Der Bruttogewinn lag bei 179 Millionen Dollar. Das operative Minus im Fahrzeugsegment schrumpfte drastisch von 335 auf nur noch 36 Millionen Dollar – eine deutliche Verbesserung.

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Insgesamt lieferte Rivian im Quartal 12.194 Fahrzeuge aus, die Produktion erreichte 12.613 Einheiten. Für das Gesamtjahr peilt das Unternehmen 65.000 bis 70.000 Auslieferungen an. Der im Juni gestartete R2 erweist sich als Zugpferd: Über 57.000 Probefahrten wurden bereits absolviert.

Die Liquidität ist mit 5,3 Milliarden Dollar in der Kasse plus 1,3 Milliarden Dollar aus einer frischen Aktienemission solide. Die Kalifornier rechnen zwar weiterhin mit einem Jahresverlust von 1,8 bis 2 Milliarden Dollar, wollen aber bis Jahresende eine positive Bruttomarge erreichen.

Strategische Partnerschaften: Amazon, Uber und VW

Rivians Wachstumskurs stützt sich auf ein Netzwerk wichtiger Industriepartnerschaften. Mit Amazon läuft das Geschäft mit elektrischen Lieferwagen (EDVs) auf Hochtouren: Über 40.000 Fahrzeuge sind im Einsatz und haben bereits mehr als 1,6 Milliarden Kilometer zurückgelegt. Neue Varianten mit Allradantrieb und größeren Batterien – rund 340 Kilometer Reichweite – ergänzen die Flotte.

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Im Ride-Hailing-Sektor setzt Uber auf Rivian: Bis zu 1,25 Milliarden Dollar will der Fahrdienst-Vermittler investieren, um bis 2031 insgesamt 50.000 autonome R2-Robotaxis einzusetzen. Der Start ist für 2028 mit 10.000 Fahrzeugen in Miami und San Francisco geplant, später sollen 25 Städte in Nordamerika und Europa folgen. Die speziellen Robotaxis erhalten redundante Lenk- und Bremssysteme sowie zusätzliche Sensoren.

Auch das Gemeinschaftsunternehmen mit Volkswagen zahlt sich aus: Der Software- und Service-Umsatz wuchs um 37 Prozent auf 515 Millionen Dollar – rund 60 Prozent davon steuerte der VW-Deal bei. Branchenkreisen zufolge verhandelt Rivian zudem über Lizenzvereinbarungen mit weiteren europäischen Herstellern. Für die hiesige Industrie, die bei Software-Themen oft noch hinterherhinkt, wird der kalifornische Herausforderer damit zunehmend zum ernstzunehmenden Partner – und Konkurrenten.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

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