Rivian, Eigenproduktion

Rivian erwägt Eigenproduktion von Lidar-Sensoren in den USA

06.05.2026 - 05:32:44 | boerse-global.de

Rivian treibt die vertikale Integration voran: Eigenentwicklung von Lidar und Prozessoren soll die Unabhängigkeit in der Autonomie-Strategie sichern.

Rivian erwägt Eigenproduktion von Lidar-Sensoren in den USA - Foto: über boerse-global.de
Rivian erwägt Eigenproduktion von Lidar-Sensoren in den USA - Foto: über boerse-global.de

CEO RJ Scaringe bestätigte am Dienstag, dass das Unternehmen die Entwicklung und Produktion eigener Lidar-Sensoren prüft. Ziel ist eine unabhängige Versorgung mit Hochleistungssensoren für das autonome Fahren – und das mitten im geopolitischen Spannungsfeld um Schlüsseltechnologien.

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Eigenproduktion statt Zukauf aus China

Die Kernstrategie überrascht: Rivian will nicht einfach einkaufen, sondern selbst fertigen. Scaringe erklärte in einem Interview, dass die fortsrittlichsten und günstigsten Festkörper-Lidare derzeit aus China kommen. Firmen wie Hesai Group und RoboSense dominieren den Markt für Sensoren im niedrigen dreistelligen Dollarbereich – genau die Preiskategorie, die für Massenmarkt-Elektroautos entscheidend ist.

Doch direkte Importe aus China sind politisch heikel. US-Gesetzgeber sehen nationale Sicherheitsrisiken, die Lieferketten gelten als verwundbar. Rivians Lösung: ein Joint-Venture-Modell. Die Technologie soll international eingekauft, die Produktion aber in den USA stattfinden. „Wir wollen die Fortschritte aus dem Ausland strukturell in eine heimische Fertigung einverleiben", so Scaringe sinngemäß. Andere Autohersteller könnten sich diesem Modell anschließen.

Für das kommende R2-SUV ist der Sensor bereits fest eingeplant – integriert in die vordere Dachlinie, ohne den typischen „Taxi-Turm"-Aufsatz früherer Lidar-Generationen.

Eigenes Silicon: Der RAP1-Prozessor als Herzstück

Die Lidar-Pläne sind nur der jüngste Baustein einer umfassenden Vertikalisierungsstrategie. Bereits im Dezember 2025 hatte Rivian auf seinem ersten „AI & Autonomy Day" die Entwicklung eigener Chips angekündigt. Der Rivian Autonomy Processor (RAP1) wird in 5-Nanometer-Technologie bei TSMC gefertigt und vereint 14 Hochleistungskerne mit einem 8-Kern-Sicherheitsblock für die ISO26262-Norm.

Zwei flüssigkeitsgekühlte RAP1-Chips im neuen Autonomie-Modul ACM3 liefern gemeinsam 1.600 Billionen Operationen pro Sekunde – genug Rechenleistung, um fünf Milliarden Pixel Sensordaten pro Sekunde zu verarbeiten. Das System sei etwa 2,5-mal energieeffizienter als die Vorgängergeneration, so die Ingenieure. Alle zwei Jahre sollen neue Versionen (RAP2, RAP3) folgen.

Die Gen-3-Sensorik: Kameras, Radar und Lidar im Verbund

Die dritte Autonomie-Generation, die mit dem R2 debütiert, gehört zu den umfassendsten Sensorpaketen Nordamerikas. 11 Hochauflösungskameras mit insgesamt 65 Megapixeln arbeiten mit fünf neu entwickelten Radargeräten zusammen. Der Lidar-Sensor liefert als dritte Modalität präzise 3D-Punktwolken – besonders wertvoll bei Nebel oder Gegenlicht.

Die verbesserte Auflösung erlaubt es Rivian sogar, die klassischen Ultraschall-Parksensoren komplett zu streichen. Deren funktion übernehmen nun die neuen Eck-Radargeräte.

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Auf der Software-Seite setzt das Unternehmen auf ein Large Driving Model (LDM), das mit riesigen Datensätzen und einer speziellen Optimierungstechnik trainiert wird. Die neue „Autonomy+"-Abonnement-Option kostet entweder 2.500 Dollar einmalig oder 49,99 Dollar monatlich. Damit ist zunächst überwachtes „Hands-free"-Fahren auf rund 5,6 Millionen Kilometern Straßennetz in den USA und Kanada möglich.

Vertikale Integration als Wettbewerbsvorteil

Rivian schlägt damit einen Sonderweg ein. Während die Konkurrenz auf Zulieferer oder Startups setzt, kopiert der Hersteller den Ansatz von Tesla und Waymo – allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: Rivian bleibt dem Multi-Sensor-Prinzip treu. Lidar gilt im Unternehmen als unverzichtbare Sicherheitsreserve für dreidimensionales Verständnis, auch wenn andere Hersteller aus Kostengründen auf reine Kamerasysteme setzen.

Die Strategie scheint zu verfangen. Im März 2026 kündigte Uber eine Partnerschaft zur Bereitstellung von bis zu 50.000 R2-Robotaxis an. Der Deal, hinter dem eine mögliche Investition von 1,25 Milliarden Dollar steht, umfasst eine erste Tranche von 300 Millionen Dollar. Ein klares Signal des Marktes, dass Rivians Weg zum zuverlässigen Level-4-System ernst genommen wird.

Ausblick: Level 4 ab 2028

Die Zeitpläne sind ambitioniert. Die erste „Launch Edition" des R2 wird noch ohne das volle Lidar-Paket ausgeliefert. Die komplette Gen-3-Plattform soll Ende 2026 zu den Kunden rollen – hardware-seitig bereit für Over-the-Air-Updates, die von „Hands-free" zu „Eyes-off" führen sollen.

Das ultimative Ziel: vollautonomes Fahren der Stufe 4, abgestimmt auf den breiten Uber-Robotaxi-Einsatz im Jahr 2028. Mit eigener Chip- und Sensorfertigung, hauseigenen KI-Modellen und direkter Datenkontrolle positioniert sich Rivian als einer der wenigen Anbieter eines komplett vertikal integrierten Autonomie-Ökosystems. Ob das aufgeht, entscheidet sich an der Frage, ob die heimische Lidar-Produktion wirklich skalierbar wird – auch für die kleineren Modelle R3 und R3X.

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