Ring, Neighbours

Ring Neighbours: Community-Funktion startet am 21. Oktober in Großbritannien

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 02:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neighbours soll ab 21. Oktober kostenlos verfügbar sein; Kritiker äußern Bedenken zu Amazons Kontrolle und zum Datenschutz.

Amazon-Tochter Ring startet Nachbarschaftsfunktion in Großbritannien
Eine ruhige Wohnstraße in einer britischen Vorstadt bei Sonnenuntergang mit Ziegelhäusern und gepflegten Vorgärten. Illustration mit AI erstellt.

Die Amazon-Tochter Ring bringt ihre Community-Funktion "Neighbours" nach Großbritannien. Ab dem 21. Oktober 2026 soll die Funktion innerhalb der Ring-App verfügbar sein – kostenlos und auch für Nutzer ohne eigenes Ring-Gerät. Großbritannien ist damit das erste Land außerhalb der USA, in dem der Dienst startet, wie birminghammail.co.uk berichtete.

Radius um das eigene Zuhause

Nutzer können den Umkreis ihrer Nachbarschaft selbst festlegen, laut Bericht bis zu fünf Meilen um den eigenen Wohnort. Innerhalb dieses Radius sollen Anwohner Informationen austauschen, Warnungen teilen und miteinander in Kontakt treten können. Auch die Polizei soll die Funktion nutzen können, um Anwohner in der Nähe gemeldeter Straftaten um Videomaterial zu bitten – das Teilen von Aufnahmen bleibe dabei freiwillig.

Alternative zu WhatsApp-Gruppen

Ring positioniert die App als moderiertere Alternative zu bestehenden Nachbarschaftskanälen auf Facebook und WhatsApp, wie theguardian.com berichtete.

Dave Ward, Managing Director International bei Ring, erklärte laut birminghammail.co.uk, das Ziel sei es, gezieltere und moderierte Inhalte anzubieten statt der "breiten Informationsflut", die in WhatsApp-Gruppen üblich sei. Laut Ring sollen Nutzer zudem anonym posten können, allerdings unter strengen Richtlinien, wie theguardian.com berichtete.

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Beispiele aus bestehenden Nachbarschaftsgruppen

Ein Bericht von newsdive.net nennt konkrete Beispiele aus bereits existierenden WhatsApp-Nachbarschaftsgruppen, die die Bandbreite möglicher Themen illustrieren. Auf der problematischen Seite werden negative Einstellungen gegenüber Obdachlosen, Verdächtigungen gegen Vertreter, Racial Profiling sowie ein Streit um einen verschenkten Drucker genannt.

Auch eine Kröten-Schutzinitiative und Debatten über eine "kranke Katze" tauchten demnach in solchen Gruppen auf. Als positive Beispiele werden eine organisierte Trauerfeier, verliehene Laptop-Ladegeräte sowie Hilfe bei einer Aussperrung angeführt.

Kritik an Amazons Kontrolle

Nicht alle Reaktionen auf den Start fallen positiv aus. In einem Kommentar für den Guardian kritisierte Autorin Imogen West-Knights, dass Amazon mit der App die Kontrolle über ein digitales Nachbarschaftsboard übernehme. Sie bezeichnete das Vorhaben als Ausdruck einer Überwachungskultur und sprach von einem "curtain-twitching disaster" – einer Anspielung auf das britische Klischee des misstrauischen Blicks hinter dem Gardinenvorhang.

Der Guardian verwies zudem auf grundsätzliche Datenschutzbedenken, die im Zusammenhang mit smarten Türklingeln bereits seit längerem diskutiert werden und die durch die neue Community-Funktion eine zusätzliche Dimension erhielten.

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Einordnung

Mit "Neighbours" erweitert Ring sein Geschäftsmodell über die klassische Türklingelkamera hinaus in Richtung soziales Netzwerk für Nachbarschaften. Für Amazon bedeutet das potenziell mehr Nutzerdaten und eine engere Anbindung der Ring-App an den Alltag der Menschen – unabhängig davon, ob diese überhaupt ein Ring-Gerät besitzen.

Ob sich die Funktion als moderiertere Alternative zu bestehenden WhatsApp- und Facebook-Gruppen durchsetzt oder die von Kritikern befürchtete Überwachungsdynamik verstärkt, dürfte sich erst nach dem Start im Oktober zeigen.

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