Riester-Rente: Aus ab Januar 2027 – neues Altersvorsorgedepot kommt
05.07.2026 - 16:04:14 | boerse-global.de
Ab dem 1. Januar 2027 führt die Bundesregierung ein neues Altersvorsorgedepot ein. Es soll den Kapitalmarkt stärker in die private Altersvorsorge einbinden und höhere Renditen ermöglichen.
Bestehende Riester-Verträge bleiben geschützt. Neue Verträge lassen sich ab 2027 aber nicht mehr abschließen. Die Reform verspricht flexiblere Gestaltung und bessere Renditechancen durch staatliche Förderung.
So funktioniert die staatliche Förderung
Das neue Modell setzt auf verschiedene Zulagen. Die Grundzulage liegt bei bis zu 480 Euro pro Jahr – unter bestimmten Bedingungen sogar bei 540 Euro. Für Eltern gibt es eine Kinderzulage von maximal 300 Euro pro Kind. Berufseinsteiger erhalten einen einmaligen Bonus von 200 Euro.
In der Ansparphase bleibt das Depot steuerfrei. Beiträge lassen sich als Sonderausgaben absetzen, die Höchstgrenze liegt bei 6.840 Euro. Um die vollen Zulagen zu bekommen, ist ein Eigenbeitrag nötig – gedeckelt auf maximal 1.800 Euro.
Ein Beispiel zeigt die mögliche Wirkung: Wer monatlich 100 Euro einzahlt und eine Nettorendite von 5 Prozent erzielt, kommt nach 30 Jahren auf rund 112.000 Euro Depotwert.
Drei Varianten für jedes Risikoprofil
Sparer können zwischen drei Produkttypen wählen:
Selbstentscheider-Depot: Hier investieren Anleger eigenständig in ETFs, Investmentfonds oder Anleihen. Einzelaktien und Kryptowährungen sind tabu.
Standarddepot: Dieses Produkt hat einen Kostendeckel – je nach Anbieter 1 oder 1,5 Prozent pro Jahr. Kritiker warnen: Bei einer Marktrendite von 6 Prozent frisst die Gebühr einen erheblichen Teil des Gewinns.
Das Aus der Riester-Rente ab 2027 ist beschlossen. Das neue Altersvorsorgedepot bietet drei Varianten – vom flexiblen Selbstentscheider-Depot bis zum Garantieprodukt. Erfahren Sie in diesem Report, wie Sie die staatlichen Zulagen optimal nutzen und welche Strategie zu Ihrem Risikoprofil passt. Jetzt kostenlosen Report anfordern
Garantieprodukt: Für Sicherheitsorientierte gibt es Modelle mit 80 oder 100 Prozent Beitragsgarantie.
Die Auszahlung startet zwischen dem 65. und 70. Lebensjahr. Sparer können zwischen lebenslanger Rente oder einem Auszahlplan bis 85 wählen. Eine Teilkapitalentnahme von bis zu 30 Prozent ist zu Beginn möglich.
Milliarden für den Kapitalmarkt
Experten rechnen mit massiven Effekten: Innerhalb von zehn Jahren könnten zusätzlich eine Billion Euro in die Finanzmärkte fließen. Das stärkt den Kapitalmarkt, birgt aber auch Risiken für die Kaufkraft.
Die Reform kommt nicht zufällig. Die gesetzliche Rentenversicherung steht unter Druck. Anfang Juli 2026 beschloss ein Koalitionsausschuss, dass künftig rund 3,5 Millionen Selbstständige und Abgeordnete verpflichtend einzahlen müssen. Für Neugründungen gilt in den ersten drei Jahren ein reduzierter Beitragssatz. Beamte bleiben vorerst ausgenommen – verfassungsrechtliche Hürden stehen dagegen.
Realität vieler Arbeitnehmer: Frühzeitiger Ausstieg?
Der DGB-Index zeigt den Handlungsbedarf deutlich: Zwischen 2022 und 2026 zweifelten rund 40 Prozent der Arbeitnehmer daran, ihren Beruf bis zum Rentenalter ausüben zu können. Besonders in der Pflege und im Sanitärbereich liegen die Werte noch höher.
Bereits 40 % der Arbeitnehmer zweifeln, ob sie bis zur Rente durchhalten. Das neue Altersvorsorgedepot soll höhere Renditen ermöglichen – doch welche Variante ist die richtige? Dieser Leitfaden zeigt Ihnen die Vor- und Nachteile aller drei Modelle inklusive konkreter Berechnungen. Altersvorsorge-Leitfaden jetzt sichern
Experten schlagen vor, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln. Für den Jahrgang 1973 würde das ein Rentenalter von 67,5 Jahren im Jahr 2041 bedeuten.
Befürworter sehen im Altersvorsorgedepot eine längst überfällige Modernisierung. Sozialexperten mahnen dagegen, den Fokus nicht zu stark auf private Vorsorge zu verschieben. Die gesetzliche Rente bleibe eine stabile Säule – müsse aber politisch gestärkt werden, um das Niveau langfristig zu sichern.
