Rhythmische, Sportgymnastik

Rhythmische Sportgymnastik: Varfolomeev startet EM in Varna

26.05.2026 - 11:28:02 | boerse-global.de

Olympiasiegerin Darja Varfolomeev gibt in Bulgarien ihr Saisondebüt. Neue Choreografien und ein veränderter Wettkampfmodus prägen die EM.

Rhythmische Sportgymnastik: Varfolomeev startet EM in Varna - Foto: über boerse-global.de
Rhythmische Sportgymnastik: Varfolomeev startet EM in Varna - Foto: über boerse-global.de

Am 27. Mai beginnen in Varna die Europameisterschaften der Rhythmischen Sportgymnastik. Für den Deutschen Turner-Bund (DTB) hat das Turnier besondere Bedeutung.

Im Zentrum steht Olympiasiegerin Darja Varfolomeev. Die 19-Jährige vom TSV Schmiden beendet damit eine längere Wettkampfpause. Zugleich startet für sie die entscheidende Saison, die im August in der Heim-WM in Frankfurt gipfelt.

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Rückkehr nach der Pause

Varfolomeev tritt in Varna in einer ungewohnten Rolle an. Mit 19 Jahren gehört sie in dem von sehr jungen Athletinnen geprägten Sport bereits zu den erfahrensten Teilnehmerinnen. Diese neue Perspektive bringt eine sportliche Neuausrichtung mit sich.

Für die Saison wurden zwei völlig neue Choreografien erarbeitet. In Varna werden sie erstmals unter Wettbewerbsbedingungen präsentiert. Die Erwartungen sind hoch: Varfolomeev gilt nicht nur als Olympiasiegerin, sondern auch als Favoritin auf die europäischen Titel.

Die Vorbereitung verlief intensiv. Nach den Erfolgen in Rio de Janeiro lag der Fokus darauf, die technische Schwierigkeit weiter zu steigern. Der DTB begleitet das Turnier eng und macht Livestreams für Fans zugänglich. Für Varfolomeev dient Varna als erster Gradmesser für die neuen Programme.

Neuer Modus und politische Rückkehr

Die EM wird durch eine Änderung des Wettbewerbsmodus geprägt. Im Mehrkampf qualifizieren sich zunächst die besten 20 Gymnastinnen für das Finale mit Reifen und Ball. Danach wird das Feld drastisch reduziert: Nur die zehn punktbesten Athletinnen dürfen mit Keulen und Band antreten. Kleinste Fehler können das vorzeitige Aus bedeuten.

Flankiert wird das sportliche Geschehen von einer sportpolitischen Entscheidung. European Gymnastics hat am 21. Mai alle Sanktionen gegen Athleten aus Russland und Belarus aufgehoben. Der Schritt folgt einer Richtlinie des Weltverbandes FIG vom 18. Mai.

Damit dürfen Sportlerinnen aus diesen Nationen wieder unter eigener Flagge antreten. Zuvor war ihnen seit 2024 nur ein Start als neutrale Athleten erlaubt. Die Neuregelung greift bereits für Varna und gilt auch für die EM in Zagreb im August. Die Rückkehr der traditionell starken osteuropäischen Delegationen verändert die Konkurrenzsituation grundlegend.

Vom Wettkampfkalender zur Heim-WM

Für die deutschen Gymnastinnen ist die EM nur ein Baustein in einem dichten Kalender. Im Juli stehen die „Finals“ in Hannover an, bei denen Varfolomeev ihre Führungsposition untermauern will. Diese nationalen Meisterschaften dienen als Generalprobe für das Highlight des Jahres: die Heim-WM in Frankfurt im August.

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Die Heim-WM gilt als langfristiges Ziel der Verbandsstrategie. Hier soll die positive Entwicklung des deutschen Turnsports vor heimischem Publikum bestätigt werden. Der DTB setzt auf eine Mischung aus Varfolomeevs Erfahrung und der Entwicklung nachrückender Talente.

Erfolge im deutschen Sport

Die Ereignisse in der Gymnastik sind eingebettet in eine phase hoher Aktivität im deutschen Leistungssport. Weitsprung-Olympiasiegerin Malaika Mihambo siegte am 24. Mai in Rehlingen mit 6,82 Metern. Das deutsche Karate-Team holte sich am selben Wochenende in Frankfurt den vierten EM-Titel in Folge.

Zeitgleich zum Auftakt der Gymnastik-EM beginnt die Vorbereitung der Fußball-Nationalmannschaft auf die WM. Die Dichte an hochkarätigen Veranstaltungen zeigt die Bedeutung des Sportjahres 2026. Für die Rhythmische Sportgymnastik bietet dieses Umfeld die Chance, durch Erfolge von Aushängeschildern wie Varfolomeev die mediale Aufmerksamkeit zu steigern.

Gradmesser für die Saison

Der Verlauf der EM in Varna wird maßgeblich darüber entscheiden, mit welcher psychologischen Ausgangslage das deutsche Team in die weitere Saison geht. Die Leistungsfähigkeit unter dem neuen Finalmodus und der direkte Vergleich mit der russischen und belarussischen Konkurrenz liefern wichtige Erkenntnisse.

Für Varfolomeev und den DTB steht die unmittelbare Aufgabe im Vordergrund. Das Ziel ist klar: die Etablierung der neuen Programme in der europäischen Spitze und die Bestätigung der Favoritenrolle für die kommenden Monate. Die Ergebnisse von Varna werden nicht nur die Setzlisten für die Heim-WM beeinflussen – sie senden auch ein Signal an die internationale Konkurrenz.

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