Rhizarthrose: Jede dritte Frau über 45 kennt diese Qual
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 15:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Schuld ist oft die Rhizarthrose – der Verschleiß des Daumensattelgelenks. Für Betroffene bedeutet das eine massive Einschränkung im Alltag.
Frauen sind häufiger betroffen
Die Rhizarthrose ist eine Form der Handarthrose, die besonders Frauen betrifft. Laut aktuellen Erhebungen leiden rund 40 Prozent aller Menschen an Handarthrose. Bei Frauen liegt die Rate mit 50 Prozent doppelt so hoch wie bei Männern (25 Prozent).
Typische Anzeichen: belastungsabhängige Schmerzen an der Daumenbasis. Im fortgeschrittenen Stadium treten die Schmerzen sogar in Ruhe auf. Dazu kommen Schwellungen, Kraftverlust beim Zupacken und Bewegungseinschränkungen. Oft zeigen sich auch Heberden- oder Bouchard-Knötchen an den Fingergelenken.
Die Diagnose stellen Ärzte meist durch eine körperliche Untersuchung. Bildgebende Verfahren wie Röntgen oder MRT sowie Laboranalysen bestätigen den Befund.
Konservative Behandlung zuerst
Die Therapie startet fast immer konservativ. Ärzte verschreiben entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen oder Diclofenac. Auch lokale Injektionen mit Kortison oder Hyaluronsäure kommen zum Einsatz. Die Röntgenreizbestrahlung ist eine weitere Option.
Ergotherapie, Physiotherapie und spezielle Schienen helfen, das Gelenk zu schonen und die Beweglichkeit zu erhalten.
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Seit Juli 2026 gibt es eine gesetzliche Neuerung: Das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz erlaubt Apotheken, chronisch Kranken bestimmte verschreibungspflichtige Medikamente einmalig ohne aktuelles Rezept abzugeben – in der kleinsten Packungsgröße. Voraussetzung: ein Behandlungsnachweis aus den letzten drei Quartalen. Die Kosten tragen die Patienten selbst.
Gleichzeitig beschloss der Bundestag am 10. Juli ein Sparpaket für die gesetzliche Krankenversicherung. Die Zuzahlungen für Medikamente steigen auf 7,50 bis 15,00 Euro.
Manche setzen ergänzend auf natürliche Helfer. Mitte Juni 2026 wurde ein Rezept für einen entzündungshemmenden Tee veröffentlicht. Ingwer, Kurkuma und Cayennepfeffer sollen die Therapie unterstützen.
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Digitale Helfer in der Arthrose-Behandlung
Die Digitalisierung hält auch in der Rheuma- und Arthrosebehandlung Einzug. Die MeRLiN-Studie der Lanker Studienambulanz zeigt: Apps und Smartwatches helfen Patienten, Bewegungsprogramme konsequenter umzusetzen. Die Ergebnisse flossen bereits in die europäischen EULAR-Empfehlungen ein.
In der Forschung laufen Studien zu neuen Wirkstoffen. Sprifermin, JAK-Inhibitoren oder die Behandlung mit plättchenreichem Plasma (PRP) sollen die Regeneration des Knorpels verbessern oder Entzündungen gezielter unterdrücken.
Wann hilft nur noch eine OP?
Reichen konservative Maßnahmen nicht aus, stehen operative Eingriffe zur Wahl. Die häufigste Methode: die Trapezektomie. Dabei entfernen Chirurgen das große Vieleckbein und unterbinden so den schmerzhaften Knochenkontakt. Alternativ kommen Daumensattelprothesen zum Einsatz. Die OP dauert etwa 60 Minuten, gefolgt von einer mehrwöchigen Ruhigstellung.
Eine Studie im Fachmagazin „Arthroskopie" untersuchte die Entscheidungsfindung bei degenerativen Gelenkerkrankungen. Eine Umfrage unter 129 Fachärzten ergab: Über alle Ausbildungsstufen hinweg bevorzugen Ärzte zunächst die konservative Therapie. Die chirurgische Erfahrung hatte keinen konsistenten Einfluss auf die Entscheidung for oder gegen eine OP.
Parallel verändert sich die Kliniklandschaft. Ein Pilotprojekt zur Krankenhausreform in Nordrhein-Westfalen zeigt den Trend zu spezialisierten Zentren für Gelenkchirurgie. Höhere Fallzahlen und stärkere Spezialisierung sollen die Behandlungsqualität steigern.
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