Rheumatoide Arthritis: Zwei Biomarker sollen Schübe beim Tapering vorhersagen
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 09:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei der Behandlung der rheumatoiden Arthritis stellt das sogenannte Tapering – die gezielte Reduktion der Medikamentendosis – die klinische Praxis vor Herausforderungen.
Insbesondere bei Patienten, die sich unter einer Therapie mit biologischen krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (bDMARDs) in einer stabilen Remission befinden, besteht bei einer Dosisverringerung das Risiko eines erneuten Krankheitsschubs.
Eine spanische Arbeitsgruppe hat im Rahmen der OPTIBIO-Studie spezifische zirkulierende Biomarker identifiziert, die eine genauere Einschätzung dieses Risikos ermöglichen.
Zirkulierende Biomarker zur Einschätzung des Schubrisikos
Wie aus einem Bericht von thieme.de vom 09.10.2026 hervorgeht, konnten die spanischen Forscher zwei zentrale biologische Parameter bestimmen: das Molekül VSIG4 sowie Autoantikörper gegen Interferon-gamma (Anti-IFN?-Autoantikörper). Diese Marker zirkulieren im Blut und liefern Hinweise darauf, wie hoch die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls während einer bDMARD-Dosisreduktion ausfällt.
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Ein zentrales Resultat der Analyse ist der Mehrwert einer kombinierten Diagnostik. Wurden die identifizierten Biomarker gemeinsam mit dem etablierten Krankheitsaktivitäts-Score DAS28-CRP bewertet, verbesserte sich die Risikostratifizierung der Patienten deutlich. Diese kombinierte Betrachtung erlaubt eine differenziertere Zuordnung, welche Patienten für eine Dosisreduktion infrage kommen und bei welchen Betroffenen die Gefahr eines Wiederaufflammens der Entzündungsaktivität überwiegt.
Studiendesign und Kriterien der OPTIBIO-Untersuchung
Die Analyse der OPTIBIO-Studie stützt sich auf einen Datensatz von 194 Patienten mit rheumatoider Arthritis, die sich vor Beginn der Erhebung in einer stabilen Remission befanden. Die Teilnehmer wurden randomisiert entweder einer Gruppe mit schrittweiser Dosisreduktion (Tapering) oder einer Kontrollgruppe mit unveränderter Weiterführung der Therapie zugeteilt. Die Nachbeobachtung der Kohorte erfolgte über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren.
Um das Auftreten eines Schubs eindeutig zu bestimmen, legte die Arbeitsgruppe methodisch strikte Maßstäbe an. Ein Schub wurde definiert als der gleichzeitige Verlust aller drei etablierten Remissionskriterien:
- Ein Krankheitsaktivitätswert von DAS28 kleiner oder gleich 2,6
- Ein SDAI von höchstens 3,3
- Die Erfüllung der Booleschen ACR/EULAR-Kriterien aus dem Jahr 2011
Erst wenn sämtliche dieser Grenzwerte verfehlt wurden, galt der Zustand klinisch als manifester Krankheitsschub.
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Sichere Reduktion biologischer DMARDs im Fokus
Das übergeordnete Ziel der Bestimmung dieser Biomarker liegt in einer sicheren Reduktion biologischer DMARDs bei Patienten mit rheumatoider Arthritis. Da Biologika intensive therapeutische Eingriffe darstellen und mit Nebenwirkungsrisiken einhergehen können, ist eine Dosis drosselung bei anhaltender Beschwerdefreiheit erstrebenswert.
Die prädiktive Aussagekraft von VSIG4 und den Anti-IFN?-Autoantikörpern liefert hierbei neue Ansätze, um Therapieanpassungen präziser auf das individuelle Rückfallrisiko abzustimmen.

