Rheumatoide Arthritis: TCM-Präparate zeigen Nutzen für Gelenkfunktion
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 20:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Präparate aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) weisen bei rheumatoider Arthritis einen nachweisbaren therapeutischen Nutzen auf. Zu diesem Ergebnis kommt eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit im Fachjournal Phytotherapy Research vom 18. August 2026, über die heilpraxisnet.de am 26. September 2026 berichtete.
Die Auswertung von Daten aus randomisierten kontrollierten Studien sowie Kohortenstudien zeigt, dass entsprechende pflanzliche Mittel mit einer verbesserten Gelenkfunktion und einer reduzierten Krankheitsaktivität assoziiert sind.
Rheumatoide Arthritis ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung, die zu schmerzhaften Gelenkschäden führen kann. Vor diesem Hintergrund gewinnen komplementäre Ansätze zur Linderung von Beschwerden und zur Ergänzung bestehender Therapien wissenschaftliche Aufmerksamkeit.
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Identifizierte Heilpflanzen und Rezepturen
Die im August 2026 veröffentlichte Übersichtsarbeit benennt mehrere spezifische Pflanzen und Rezepturen, die als wirksam eingestuft wurden. Dazu zählen unter anderem:
- Tripterygium wilfordii (Wilfords Dreiflügelfrucht)
- Scutellaria baicalensis (Baikal-Helmkraut)
- Paeonia lactiflora (Milchweiße Pfingstrose)
- Ligusticum chuanxiong (Szechuan-Liebstöckel)
- Sinomenium acutum (Chinesische Mondsame)
- Aconitum carmichaelii (Herbsteisenhut)
Neben diesen pflanzlichen Ausgangsstoffen hebt die Auswertung auch den isolierten Wirkstoff Triptolid sowie die standardisierte Zubereitung Xinfeng-Kapseln hervor.
Vielfältige biologische Wirkmechanismen
Für die beobachteten klinischen Effekte führt die Übersichtsarbeit ein breites Spektrum an biologischen Mechanismen an. Die analysierten TCM-Mittel wirken demnach über die Unterdrückung proinflammatorischer Zytokine, was maßgeblich zur Eindämmung entzündlicher Prozesse beiträgt. Hinzu kommen antioxidative Eigenschaften sowie eine Hemmung der pathologischen Angiogenese, also der Neubildung von Blutgefäßen im entzündeten Gewebe.
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Zudem wird eine positive Veränderung der Darmflora durch die Präparate beschrieben. Auf molekularer Ebene spielen laut der Auswertung nicht-kodierende Ribonukleinsäuren (ncRNAs) eine zentrale Rolle als Mediatoren der therapeutischen Effekte.
Forschungsbedarf bei Zielstrukturen und Langzeitfolgen
Trotz der belegten klinischen Zusammenhänge bei Gelenkfunktion und Krankheitsaktivität verweist die Analyse auf bestehende Forschungslücken. Um den Einsatz dieser Präparate weiter zu fundieren, sind nach Einschätzung der Übersichtsarbeit vertiefende Studien zu den genauen molekularen Zielstrukturen und spezifischen Rezepturen erforderlich.
Ebenso bedarf es weiterer Untersuchungen zu den langfristigen Behandlungsergebnissen, um Wirksamkeit und Sicherheit der Mittel dauerhaft beurteilen zu können.
