Rheumatoide, Arthritis

Rheumatoide Arthritis: CAR-T-Zelltherapie bringt vier von sechs in Remission

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 01:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Charité-Studie prüft CAR-T-Zellen bei schwer behandelbarer Arthritis. Vier von sechs Betroffenen erreichten eine Remission, weitere Tests sind geplant.

Rheumatoide Arthritis: CAR-T-Therapie zeigt frühe Erfolge
Anatomisches Modell eines menschlichen Kniegelenks auf einem Apothekentresen vor unscharfen Regalen mit Medikamenten. Illustration mit AI erstellt.

Arthrose und Arthritis gehören zu den häufigsten chronischen Beschwerden im höheren Lebensalter. Nach Angaben von diepta.de hat rund jede zweite Frau und jeder dritte Mann über 65 Jahren eine diagnostizierte Arthrose.

Vor diesem Hintergrund richten sich Fortbildungsangebote für pharmazeutisch-technische und kaufmännische Assistenzkräfte (PTA und PKA) zunehmend auf die Beratung von Betroffenen aus, um Wissen über Krankheitsbild, Schmerzmanagement und begleitende Versorgung in der Apotheke zu vermitteln.

Solche Schulungen sollen Fachpersonal befähigen, Patientinnen und Patienten fundierter zu Schmerzlinderung, Bewegung und Präparaten zu beraten – ein Bedarf, der angesichts der demografischen Entwicklung kaum abnehmen dürfte.

Neue Forschungsergebnisse zu rheumatoider Arthritis

Parallel zu diesen praxisnahen Fortbildungsansätzen liefert die Grundlagenforschung neue Impulse. Die Charité Berlin hat im Rahmen der COMPARE-Studie, einer Phase-I-Untersuchung, ein CAR-T-Zellprodukt namens Mivocabtagene autoleucel bei sechs Patientinnen und Patienten mit therapierefraktärer, seropositiver rheumatoider Arthritis getestet.

Die Ergebnisse, veröffentlicht in Nature Medicine, zeigen einen Rückgang des DAS28-CRP-Werts um 49 Prozent bis Woche 24; vier der sechs Behandelten erreichten eine Remission, drei blieben ohne weitere krankheitsmodifizierende Medikamente oder Glucocorticoide.

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Nach weiteren Angaben zur selben Studie befanden sich drei von sechs Patientinnen und Patienten bis zu zwölf Monate nach der Behandlung in anhaltender Remission ohne Medikation, wobei die Autoantikörperspiegel um mehr als 90 Prozent sanken. Als Nebenwirkung wurde ein leichtes bis mittelschweres Zytokin-Freisetzungssyndrom beobachtet.

Eine Phase-2-Studie mit zehn weiteren Patientinnen und Patienten ist geplant. Diese Resultate gelten als bemerkenswert, weil sie erstmals andeuten, dass eine zellbasierte Therapie bei einem Teil der Betroffenen eine medikamentenfreie Remission ermöglichen könnte – ein Ansatz, der bislang vor allem aus der Onkologie bekannt ist.

Konservative Ansätze bleiben tragende Säule

Neben High-Tech-Therapien betont die Fachpresse weiterhin die Bedeutung konservativer Verfahren. Laut einem Beitrag von medical-tribune.de kann eine multimodale konservative Therapie aus Bewegung, Physiotherapie und naturbasierten Präparaten bei Rückenschmerzen Schmerzen lindern und die Funktion verbessern.

Diese Kombination aus aktiver Bewegung und begleitender Behandlung gilt vielen Fachleuten als niedrigschwelliger, breit anwendbarer Baustein in der Versorgung von Gelenk- und Rückenbeschwerden, auch wenn sie neue Zelltherapien nicht ersetzt, sondern ergänzt.

Neue Diagnosewerkzeuge in der Entwicklung

Auch die technische Diagnostik entwickelt sich weiter. Das Linzer Start-up sendance GmbH hat einen Spezialhandschuh mit dehnbaren Sensoren vorgestellt, der eine objektivere Palpation ermöglichen soll.

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Das System kann laut den Entwicklern sechs Härtegrade sowie simulierte Knötchen erkennen und wurde in der Fachzeitschrift „Science Advances“ präsentiert. Klinische Studien zu dem Handschuh sind nach aktuellem Stand noch nicht geplant, das Verfahren befindet sich also in einem frühen Entwicklungsstadium.

Literatur greift das Thema Körperverständnis auf

Ergänzend zu Fortbildung und Forschung erscheinen zwei Sachbücher, die sich allgemein mit Körperwissen und Gesundheitsaufklärung befassen. Der Physiotherapeut Frederic Newnham veröffentlicht sein Buch „Rippenbekenntnisse“, das anhand von Praxisanekdoten Gesundheitstipps vermittelt.

Die TV-Ärztin Dr. Julia Fischer, bekannt aus der ARD-Sendung „Doc Fischer“, legt mit „Was stimmt denn jetzt?“ ein Buch vor, das wissenschaftlich fundierte Orientierung im Gesundheitsdiskurs bieten und verbreitete Gesundheitsmythen einordnen soll.

Beide Werke richten sich an ein allgemeines Publikum und stehen exemplarisch für ein wachsendes Interesse an verständlich aufbereitetem medizinischem Wissen – ein Trend, der auch die fachliche Weiterbildung von Apothekenpersonal und die öffentliche Wahrnehmung von Gelenkerkrankungen prägt.

Insgesamt zeigt sich ein Feld, das sich auf mehreren Ebenen gleichzeitig bewegt: von zellbasierter Spitzenforschung über technische Diagnosehilfen bis hin zu praxisnaher Beratung und populärwissenschaftlicher Aufklärung.

Für Patientinnen und Patienten mit Gelenkbeschwerden dürfte dies langfristig zu einer differenzierteren Versorgung beitragen, auch wenn viele der beschriebenen Ansätze – etwa die CAR-T-Zelltherapie – noch am Anfang ihrer klinischen Erprobung stehen.

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de | wissenschaft | 70033004 |