Rheumatoide Arthritis: CAR-T-Zellen halten drei von sechs Patienten in Remission
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 09:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Gelenkerkrankungen wie Arthrose und rheumatoide Arthritis betreffen einen erheblichen Teil der Bevölkerung – laut Robert Koch-Institut waren 2025 in Deutschland 16,5 Prozent der Erwachsenen von Arthrose betroffen, nach anderen RKI-Zahlen sind es mehr als jede fünfte Frau und gut 12 Prozent der Männer.
Bei rheumatoider Arthritis gehen Schätzungen des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums von etwa 700.000 Betroffenen aus, während das Wissenschaftliche Institut der AOK von rund 1 Million Menschen spricht. Vor diesem Hintergrund richtet sich die Aufmerksamkeit zunehmend auf experimentelle Zelltherapien, die bei bislang therapieresistenten Verläufen ansetzen.
CAR-T-Zellen gegen therapieresistente rheumatoide Arthritis
Forschende der Charité berichteten über die erste klinische Studie zum Einsatz von CD19-CAR-T-Zellen bei therapieresistenter rheumatoider Arthritis. In der ersten Studienphase erhielten sechs Personen – drei Frauen und drei Männer im Alter von 31 bis 69 Jahren – die Therapie, nachdem zuvor bis zu acht zielgerichtete oder biologische Therapien ohne ausreichenden Erfolg geblieben waren.
Bei allen sechs Behandelten sank die Krankheitsaktivität deutlich. Im Follow-up von bis zu einem Jahr befanden sich drei Personen ohne weitere Rheumamedikamente in anhaltender Remission, bei einer Person kehrte die Erkrankung nach zunächst medikamentenfreier Remission zurück.
Beobachtet wurde ein vorübergehendes leichtes bis mittelschweres Zytokinfreisetzungssyndrom, schwere neurologische Komplikationen traten nicht auf. Die Charité-Forschenden betonen, dass die Therapie weiterhin experimentell ist. Geplant ist eine nächste Studienphase mit zehn weiteren Patienten, in der die CAR-T-Zelltherapie mit einem bereits zugelassenen B-Zell-Medikament verglichen werden soll.
Einordnung in die Standardtherapie
Die etablierte Behandlung der rheumatoiden Arthritis setzt laut Deutschem Rheuma-Forschungszentrum meist auf Methotrexat, das bei unzureichender Wirkung mit Biologika wie Adalimumab, Etanercept oder Infliximab kombiniert oder durch sie ersetzt werden kann. Nach aktueller Leitlinie soll Kortison zügig reduziert und insgesamt auf drei Monate begrenzt werden.
Ergänzend können entzündungshemmende Ernährung und gelenkschonende Bewegung – etwa Schwimmen, Radfahren oder Yoga – unterstützend wirken. Vor diesem Hintergrund markiert der CAR-T-Ansatz einen möglichen neuen Weg für jene Patientengruppe, bei der konventionelle und biologische Therapien an ihre Grenzen stoßen.
Wer sich mit dem Thema befasst, sollte auch die Rolle der täglichen Ernährung bei Gelenkbeschwerden und Erschöpfung berücksichtigen. Erfahren Sie in diesem Ratgeber, wie 12 natürliche Lebensmittel aus dem Supermarkt wie Entzündungs-Killer wirken können. Kostenlosen Ratgeber zur entzündungshemmenden Ernährung sichern
Weitere Forschungsrichtungen bei Gelenkerkrankungen
Parallel zu zellulären Ansätzen bei rheumatoider Arthritis laufen Untersuchungen zu Nahrungsergänzungsmitteln und Naturstoffen. Eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie aus dem Jahr 2025 untersuchte 162 Personen ab 40 Jahren mit symptomatischer Handarthrose über drei Monate.
Eine formel aus patentierten Curcuma- und Boswellia-Extrakten plus Vitamin D3 senkte den Schmerzscore nach drei Monaten um 24,7 mm gegenüber 16,2 mm unter Placebo – ein zusätzlicher Rückgang von 8,5 mm. Allerdings wurde keine Bildgebung durchgeführt, Knorpel- oder Krankheitsveränderungen blieben ununtersucht, und die Ergebnisse lassen sich nicht automatisch auf andere Präparate übertragen.
Auch zu Kollagen-Supplementen liegen Untersuchungen vor: Nach Angaben eines Experten werden Dosen von 5 bis 10 g Kollagenhydrolysat sowie rund 40 mg undenaturiertes Typ-II-Kollagen täglich untersucht, ergänzt um 300 mg Vitamin C; mögliche Effekte zeigten sich demnach erst nach Wochen bis Monaten.
Studien deuten darauf hin, dass hydrolysiertes Kollagen Schmerzen bei Kniearthrose lindern und die Gelenkfunktion verbessern könnte, ein sicherer Knorpelaufbau oder gar ein Stopp der Arthrose ist jedoch nicht belegt.
Ergänzend zu medizinischen Ansätzen bietet die Traditionelle Chinesische Medizin Methoden an, um Gelenkschmerzen im Alltag aktiv zu begegnen. Dieser bebilderte Guide zeigt Schritt für Schritt, wie Sie 101 bewährte Druckpunkte ohne Hilfsmittel selbst aktivieren können. Kostenlosen Arthrose-Druckpunkt-Guide jetzt herunterladen
Im Bereich der Grundlagenforschung untersuchte eine am 3. September 2026 veröffentlichte Studie die Substanz 1,7-Dihydroxy-3,4-dimethoxyxanthon aus der Pflanze Securidaca inappendiculata im Rattenmodell für Kollagen-induzierte Arthritis, wobei Gelenkschäden und ein bestimmter Signalweg im Fokus standen. Konkrete Ergebnisse waren im verfügbaren Abstract nicht aufgeführt.
Einordnung für Betroffene
Die beschriebenen Ansätze befinden sich auf unterschiedlichen Entwicklungsstufen: Während die CAR-T-Zelltherapie bei rheumatoider Arthritis bereits erste klinische Erfahrungen bei kleinen Patientengruppen zeigt, bleiben Nahrungsergänzungsmittel wie Kollagen oder Curcuma-Boswellia-Kombinationen vor allem symptomorientierte Zusatzoptionen ohne belegten Effekt auf den Krankheitsverlauf selbst.
Fachleute raten dazu, neue Therapieoptionen stets im Gespräch mit behandelnden Ärztinnen und Ärzten einzuordnen, insbesondere wenn etablierte Medikamente nicht ausreichend wirken.
