Rheumatoide, Arthritis

Rheumatoide Arthritis: CAR-T-Zellen ermöglichen medikamentenfreie Remission

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 04:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Charité-Studie mit sechs Patienten senkte Autoantikörper deutlich und ermöglichte teils eine monatelange Remission ohne Medikamente.

CAR-T-Therapie bei rheumatoider Arthritis zeigt vielversprechende Daten
Moderne medizinische Laborausstattung mit Laborgeräten und gläsernen Probenbehältern in einer sterilen Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Behandlung der rheumatoiden Arthritis (RA) steht vor einem potenziellen Paradigmenwechsel. Während die herkömmliche Therapie primär auf eine lebenslange Unterdrückung des Immunsystems durch Medikamente abzielt, untersuchen Mediziner zunehmend Ansätze, die das Immunsystem grundlegend neu ausrichten sollen.

Ein zentrales Projekt in diesem Bereich ist die Phase-1-Studie COMPARE der Charité Berlin, deren Ergebnisse Ende August 2026 in der Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlicht wurden. Die Untersuchung befasst sich mit dem Einsatz der CAR-T-Zelltherapie bei Patienten, die auf konventionelle Behandlungen nicht mehr ansprechen.

Neue Wege in der Behandlung therapierefraktärer Patienten

Im Fokus der klinischen Prüfung stand die Sicherheit und Wirksamkeit der CAR-T-Zelltherapie, konkret des Typs miv-cel (CD19-CAR-T). Das Studienkollektiv bestand aus sechs Patienten – drei Frauen und drei Männern im Alter zwischen 31 und 69 Jahren. Alle Teilnehmer litten an einer schweren, therapierefraktären und seropositiven rheumatoiden Arthritis. Das bedeutet, dass herkömmliche Therapien bei ihnen keine ausreichende Wirkung mehr zeigten.

Der innovative Ansatz dieser Therapieform besteht darin, körpereigene T-Zellen so zu modifizieren, dass sie gezielt CD19-positive B-Zellen angreifen. Diese Zellen sind maßgeblich an der Fehlsteuerung des Immunsystems bei RA beteiligt. Das Ziel der Behandlung ist es, die pathogenen Immunprozesse zu stoppen und das Immunsystem gewissermaßen neu zu starten, anstatt die Symptome dauerhaft medikamentös zu unterdrücken.

Anzeige

Während die Forschung an neuen Zelltherapien voranschreitet, suchen viele Betroffene nach ergänzenden Wegen, um Gelenkbeschwerden im Alltag natürlich zu lindern. Dieser bebilderte PDF-Guide zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Arthrose-Beschwerden selbst aktiv lindern können – ohne Arztbesuch und ohne Hilfsmittel. 101 Druckpunkte gegen Arthrose kostenlos entdecken

Signifikante Senkung der Krankheitsaktivität und Autoantikörper

Die im August 2026 vorgestellten Daten belegen eine deutliche Verbesserung der Krankheitsaktivität bei allen sechs Studienteilnehmern nach der Infusion der modifizierten Zellen. Besonders hervorzuheben ist die Auswirkung auf die Autoantikörper (ACPA), deren Konzentration bei den Patienten um mehr als 90 % sank.

In Bezug auf die klinischen Scores verzeichneten die Forscher in Woche 24 einen Rückgang des DAS28-CRP-Wertes um 49 %. Ein sogenanntes ACR70-Ansprechen, das eine 70-prozentige Verbesserung der Symptomatik definiert, konnte bei drei der sechs Patienten festgestellt werden.

Besonders signifikant ist die Beobachtung, dass drei Patienten eine medikamentenfreie Remission über einen Zeitraum von 36 bis 52 Wochen erreichten. In dieser Zeit, die bis zu 12 Monate umfasste, war keine Gabe von krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARD) oder Glucocorticoiden erforderlich.

Anzeige

Wer sich mit chronischen Gelenkschmerzen befasst, erkennt oft, dass kleine Impulse eine große Wirkung auf das Wohlbefinden haben können. Eine uralte Technik der Traditionellen Chinesischen Medizin erlebt gerade ein erstaunliches Comeback und bietet eine einfache Methode zur Selbstanwendung. Zum kostenlosen Ratgeber: Der 3-Finger-Trick gegen Schmerzen

Verträglichkeit und weitere Perspektiven der Forschung

Hinsichtlich der Sicherheit der Anwendung berichtete das Team der Charité Berlin von einer guten Verträglichkeit. Als Nebenwirkung trat lediglich ein mildes bis moderates Zytokinfreisetzungssyndrom auf, eine bekannte Reaktion bei CAR-T-Zelltherapien, die in diesem Fall jedoch kontrollierbar blieb.

Die COMPARE-Studie wird als weltweit erste klinische Untersuchung eingestuft, welche die CAR-T-Zelltherapie spezifisch bei rheumatoider Arthritis anwendet. Die bisherigen Ergebnisse bilden die Grundlage für die Ausweitung der Forschung.

Den vorliegenden Informationen zufolge ist bereits eine Phase-2-Studie geplant, in die insgesamt zehn Patienten eingeschlossen werden sollen, um die bisherigen Erkenntnisse zu validieren und die Wirksamkeit des immunologischen Neustarts weiter zu untersuchen.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70033169 |