Rheumatoide Arthritis: CAR-T-Therapie erreicht 49% Krankheitsrückgang
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 13:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wissenschaftliche Untersuchungen zur Behandlung der therapierefraktären seropositiven rheumatoiden Arthritis (RA) weisen auf einen potenziellen Durchbruch in der Immuntherapie hin. Im Fokus steht die Phase-1-Studie COMPARE, deren Ergebnisse Ende August 2026 im Fachjournal Nature Medicine veröffentlicht wurden.
Forscher der Charité Berlin untersuchten dabei den Einsatz von Mivocabtagene autoleucel, einer CAR-T-Zelltherapie, bei sechs Patienten, die zuvor nicht auf herkömmliche Behandlungen angesprochen hatten. Die Analyse der Daten verdeutlicht erhebliche Fortschritte bei der Kontrolle der Krankheitsaktivität und der Reduktion klinischer Symptome.
Signifikante Reduktion der Krankheitsaktivität in der COMPARE-Studie
Die klinischen Resultate der Untersuchung belegen eine deutliche Verbesserung des Gesundheitszustands der Probanden. Laut den in Nature Medicine publizierten Daten sank der DAS28-CRP-Wert – ein Standardmaß für die Krankheitsaktivität bei rheumatoider Arthritis – bis zur 24. Woche nach der Behandlung um durchschnittlich 49 %. Alle sechs Teilnehmer zeigten eine signifikante Verringerung der Entzündungsprozesse.
Besonders hervorzuheben ist der Grad der erreichten Remission. Vier der sechs Patienten befanden sich zum Zeitpunkt der Analyse in Remission, wobei drei von ihnen keine weiteren Medikamente wie DMARDs oder Glucocorticoide mehr benötigten.
Die Langzeitbeobachtung ergab zudem, dass drei Patienten eine anhaltende Remission über einen Zeitraum von bis zu einem Jahr ohne medikamentöse Unterstützung beibehielten.
In Bezug auf die ACR70-Kriterien, die eine 70-prozentige Verbesserung der Symptomatik definieren, erreichten zwei Patienten diesen Status nach 24 Wochen, während bei der letzten Nachuntersuchung insgesamt drei Probanden diesen Wert erfüllten.
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Wirkmechanismus und zelluläre Rekonstruktion
Die therapeutische Wirkung basiert auf dem Einsatz von gegen CD19 gerichteten CAR-T-Zellen. Diese modifizierten Immunzellen sind in der Lage, auch versteckte B-Zell-Reservoire im Körper zu erreichen und zu eliminieren, die bei herkömmlichen Therapien oft unerreicht bleiben.
Nach der Behandlung beobachteten die Wissenschaftler der Charité eine Erholung der B-Zell-Population. Diese bestand überwiegend aus naiven Zellen, während schützende Antikörper im Organismus erhalten blieben. Dies deutet auf eine systemische "Neueinstellung" des Immunsystems hin, ohne die grundlegende Immunabwehr dauerhaft zu schwächen.
Sicherheitsprofil und weitere klinische Erprobung
Hinsichtlich der Verträglichkeit lieferte die Phase-1-Studie wichtige Erkenntnisse zum Sicherheitsprofil von Mivocabtagene autoleucel. Die Patienten zeigten Anzeichen eines milden bis moderaten Zytokinfreisetzungssyndroms (CRS), was eine bekannte Nebenwirkung von CAR-T-Zell-Therapien darstellt. Schwere neurologische Komplikationen traten im Rahmen der Untersuchung hingegen nicht auf.
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Auf Basis dieser Ergebnisse ist eine Erweiterung der klinischen Erprobung vorgesehen. Eine Phase-2-Studie der COMPARE-Untersuchung mit einer größeren Kohorte von zehn Patienten befindet sich bereits in der Planung, um die Wirksamkeit und Sicherheit des Verfahrens weiter zu validieren.
Die bisherigen Erkenntnisse aus Berlin werden in Fachkreisen als wegweisend für die Behandlung schwerer Verläufe von rheumatoider Arthritis eingestuft, da sie eine langfristige medikamentenfreie Remission ermöglichen könnten.
