Rheumamittel Tocilizumab: 54% Remission bei Depressionen
08.06.2026 - 17:53:52 | boerse-global.de
Während neue Studien die Wirksamkeit von Rheumamitteln bei Depressionen belegen, zeigt eine Umfrage massive Defizite bei der Begutachtung von Erwerbsunfähigkeit.
64 Prozent fühlen sich vorverurteilt
Die Armutskonferenz, der Verein Chronisch Krank und die Initiative Lichterkette haben im Juni 853 Betroffene befragt. Das Ergebnis ist vernichtend: 64,2 Prozent erlebten die Begutachtung durch die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) nicht als vorurteilsfrei. Nur 12 Prozent fühlten sich mit ihren medizinischen Befunden ernst genommen. Gerade einmal 11,5 Prozent berichteten von respektvoller Behandlung.
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Die Ablehnungsquote bei Anträgen liegt bei über 70 Prozent. Martin Schenk von der Armutskonferenz fordert deshalb eine unabhängige Begutachtungsstelle – losgelöst von der PVA. Auch der Grünen-Gesundheitssprecher Ralph Schallmeiner drängt auf Reformen.
Rheumamittel gegen Depressionen?
Während die soziale Absicherung kränkelt, liefert die Forschung positive Nachrichten. Eine Studie der University of Bristol untersuchte das Rheumamittel Tocilizumab bei Patienten mit therapieresistenten Depressionen und erhöhten Entzündungswerten.
Die Ergebnisse sind vielversprechend: In der Behandlungsgruppe erreichten 54 Prozent eine Remission, unter Placebo nur 31 Prozent. Ein starkes Indiz dafür, dass Entzündungsprozesse auch psychische Erkrankungen beeinflussen.
Bewegung als Medizin
Die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) schlägt auf ihrem 41. Jahreskongress Alarm: Rund 80 Prozent der Krankheiten in Industrienationen seien Zivilisationskrankheiten. Bewegungsmangel gilt als einer der größten Risikofaktoren weltweit.
Bei jährlichen Gesundheitsausgaben von über 500 Milliarden Euro in Deutschland fordert der Verband mehr Sport in Schulen – als Vorsorge gegen chronische Erkrankungen.
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Die größten Ängste der Deutschen
Die Bevölkerung nimmt chronische Leiden ernst. Eine Forsa-Umfrage für die DAK aus dem Herbst 2025 zeigt: 69 Prozent fürchten Krebs, 54 Prozent Demenz. Bei den 14- bis 29-Jährigen liegt die Angst vor psychischen Erkrankungen ebenfalls bei 54 Prozent.
Was tun die Menschen dagegen? Laut einer Studie der mhplus BKK setzen 74 Prozent auf ausreichend Schlaf, 64 Prozent auf gesunde Ernährung und 58 Prozent auf Nikotinverzicht. Klassische Hausmittel – aber offenbar wirksame.
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