Rheuma-Therapie, Herzschutz

Rheuma-Therapie: Herzschutz wird Pflichtbestandteil der Behandlung

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 02:19 Uhr, Redaktion boerse-global.de

DGRh und DGIM veröffentlichen aktualisierte Behandlungsempfehlungen. Herz-Kreislauf-Schutz rückt in den Fokus der Rheumatologie.

Neue Leitlinien: Herzschutz wird Teil der Rheumatherapie
Ein stilisiertes leuchtendes Herz, umgeben von abstrakten Bändern, die medizinische Forschung und Daten symbolisieren, mit verschwommenem medizinischem Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse und spezialisierte Qualifizierungsprogramme treiben den Wandel voran. Im Fokus stehen fächerübergreifende Zusammenarbeit und präzisere Risikobewertungen bei chronischen Erkrankungen.

Herzschutz wird Teil der Rheumatherapie

Mitte Juli 2026 veröffentlichte die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) eine neue S3-Leitlinie. Ihr Kern: Herzschutz muss fester Bestandteil jeder Rheumatherapie sein. Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen haben ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme.

Die Leitlinie empfiehlt eine konsequente Kontrolle der Krankheitsaktivität. Bei Medikamenten raten die Experten zur Zurückhaltung mit Glukokortikoiden und nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Für Patienten mit systemischem Lupus erythematodes (SLE) steht Hydroxychloroquin im Vordergrund. Bei rheumatoider Arthritis (RA) setzen Ärzte verstärkt auf Abatacept oder IL-6-Inhibitoren.

Blutdruck, Lipidwerte und Lebensstil müssen regelmäßig überwacht werden. Der Einsatz von JAK-Inhibitoren erfordert eine sorgfältige Abwägung.

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„Klug entscheiden“: Neue Leitplanken für den Alltag

Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) erweiterte am 15. Juli 2026 ihr Portfolio an „Klug entscheiden“-Empfehlungen. Fünf neue Leitplanken aus Gastroenterologie und Kardiologie ergänzen die nun über 170 gültigen Empfehlungen.

In der Kardiologie wird eine gezielte Bewegungstherapie bei hohem Herz-Kreislauf-Risiko hervorgehoben. Zur Einschätzung des Schlaganfallrisikos bei Vorhofflimmern dient der CHA2DS2-VA-Score. Weitere Empfehlungen betreffen die frühzeitige Erkennung von Mangelernährung bei Tumorerkrankungen. Bei Reizdarm-Patienten sollen routinemäßige Wiederholungsuntersuchungen entfallen. Für chronischen Reflux reicht eine einmalige Magenspiegelung – sofern keine weiteren Indikationen vorliegen.

Innovation in der Ausbildung

Neben neuen Richtlinien gewinnen innovative Fortbildungsformate an Bedeutung. Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach zog am 15. Juli 2026 eine positive Bilanz zum „Healthcare Innovation Program“ der Technischen Universität München (TUM).

Im Masterkurs entwickelten 35 Studierende sechs Projekte. Sie befassten sich unter anderem mit der Digitalisierung von Mutterschaftsunterlagen und einer App für Brain-Computer-Interfaces. Ein Schwerpunkt lag auf der Risikobewertung für frauenspezifische Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das Programm wird im Sommersemester 2027 fortgesetzt.

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Spezialisierte Pflege: Demenzexpertinnen im Krankenhaus

Auch in der pflegerischen Versorgung werden Qualifizierungen vorangetrieben. Im Krankenhaus Bad Arolsen schlossen Mitte Juli 2026 Pflegefachkräfte eine sechsmonatige Fortbildung zu Demenzexpertinnen ab. Die Maßnahme umfasst infrastrukturelle Anpassungen – etwa spezielle Haltestellen im Haus, um Hinlauftendenzen von Demenzpatienten entgegenzuwirken.

Geschäftsführer Nikolai Dippel betont die Notwendigkeit kontinuierlicher Weiterbildung. Nur so lasse sich die Komplexität moderner Patientenversorgung bewältigen.

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