Rheuma-Therapie: CAR-T-Zellen erzielen 90% Remissionsrate
02.07.2026 - 12:31:13 | boerse-global.de
Neue Leitlinien, Zelltherapien und Medikamente sollen die Sterblichkeit senken.
Früherkennung soll Leben retten
Im Juni veröffentlichte das Fachblatt The Lancet Respiratory Medicine eine internationale Konsenserklärung. Experten unter Leitung von Dr. Joshua Solomon vom National Jewish Health empfehlen ein proaktives Screening auf Lungenfibrose bei Rheuma-Patienten.
Konkret sollen Ärzte die hochauflösende Computertomographie (HRCT) und regelmäßige Lungenfunktionstests einsetzen. Ziel: Lungenschäden frühzeitig erkennen. Zentral ist die enge Zusammenarbeit von Rheumatologen und Lungenfachärzten. Die Behandlung umfasst sowohl krankheitsmodifizierende Antirheumatika als auch antifibrotische Therapien.
Zelltherapie aus Bonn zielt auf fehlgeleitete Immunzellen
Die Universitätsklinik Bonn stellte am 1. Juli eine neuartige Zelltherapie vor. Dabei zerstören Zellen aus Nabelschnurblut gezielt fehlgeleitete Immunzellen. Die Behandlung richtet sich an Patienten mit schweren Krankheitsverläufen.
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Parallel dazu erweitern technische Lösungen das Spektrum. Ein Vagusnerv-Implantat, das im Juni erstmals in North Carolina eingesetzt wurde, soll die Krankheitsaktivität senken. Das System erhielt 2025 die FDA-Zulassung. Die RESET-RA-Studie belegte eine verbesserte Kontrolle der Entzündungsprozesse.
CAR-T-Zellen: 90 Prozent Remission in Studie
In der CASTLE-Studie in Erlangen untersuchen Forscher CAR-T-Zell-Therapien. Bei rund 70 Patienten mit Lupus oder Arthritis beobachteten sie eine dauerhafte komplette Remissionsrate von etwa 90 Prozent. Allerdings kosten diese spezialisierten Behandlungen 300.000 bis 500.000 Euro pro Patient.
Gentherapie für die Lunge in Entwicklung
Prof. Dr. Soni Savai Pullamsetti von der Justus-Liebig-Universität Gießen präsentierte Ende Juni die Plattform TBX4-PRECIS. Das System funktioniert wie ein biologischer Adresscode und aktiviert therapeutische Gene gezielt im Lungengewebe. Der Europäische Forschungsrat fördert die Kommerzialisierung mit 150.000 Euro.
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Medikament senkt Sterberisiko um 34 Prozent
Die FIBRONEER-IPF-Studie aus diesem Jahr zeigt die Wirksamkeit von Nerandomilast. Bei einer Dosierung von 18 mg zweimal täglich sank das Sterberisiko um 34 Prozent. Bei Patienten ohne Vorbehandlung lag der Wert sogar noch höher.
Bildgebung macht Entzündungen sichtbar
Eine dänische Studie im Fachmagazin Annals of the Rheumatic Diseases demonstriert die Stärke der Ganzkörper-Magnetresonanztomographie (WB-MRT). Sie dokumentiert präzise die antientzündliche Wirkung von Wirkstoffen wie Apremilast bei Psoriasis-Arthritis.
Vorsicht bei Säureblockern
Eine belgische Untersuchung mit mehr als 932.000 Erwachsenen warnt vor der Langzeiteinnahme von Säureblockern. Bei Patienten mit Asthma oder COPD erhöht sich das Risiko für schwere Krankheitsschübe um 18 Prozent. Bei hohen Dosierungen steigt der Wert auf 25 Prozent.
Regionale Unterschiede bleiben groß
Die EULAR-Initiative „RheumaFacts“ zeigt für den Zeitraum 2023 bis 2026 erhebliche Versorgungsunterschiede. In 36 untersuchten Ländern schwankt die Dichte an Rheumatologen zwischen 0,8 und 6,6 Fachärzten pro 100.000 Einwohner. Das erschwert die flächendeckende Umsetzung der neuen Leitlinien.
