Rheuma-Leitlinie, S3-Standards

Rheuma-Leitlinie: Neue S3-Standards für Herzschutz ab Juli

Veröffentlicht am: 15.07.2026 um 19:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Hamburg erweitert Rheuma-Angebote, neue Leitlinie fokussiert Herz-Kreislauf-Prävention. Klinik-Ranking zeigt Qualitätsunterschiede bei Knie-OPs.

Hamburgs neue Rheuma-Versorgung: Herzschutz und Spezialsprechstunden
Abstrakte Darstellung des Herz-Kreislauf-Systems mit angedeuteter Entzündung und medizinischer Versorgung vor einem Krankenhaus in Hamburg. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Neben neuen Anlaufstellen in der Hansestadt setzen aktualisierte Leitlinien neue Schwerpunkte – besonders bei der Vorbeugung von Folgeerkrankungen.

Neue Anlaufstellen im Hamburger Westen

Mitte Juli startete an der Asklepios Klinik Altona ein spezialisiertes Angebot für Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Das Team um Dr. Verena Becker-Tallone, Birthe Vogel, Dr. Masoomeh Karami Motaghi und Damir Boro schließt damit eine Versorgungslücke im Hamburger Westen. Das Angebot richtet sich an alle Patientengruppen und soll den Zugang zu fachärztlicher Expertise erleichtern.

Parallel bietet das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) in seiner III. Medizinischen Klinik spezialisierte Sprechstunden an. Der Fokus liegt auf komplexen Krankheitsbildern wie Vaskulitiden, Myositiden, Kollagenosen und Lupusnephritis. Ein weiterer Schwerpunkt: die Betreuung von Schwangerschaften bei rheumatischen Erkrankungen und die ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV) für seltene oder schwere Verläufe.

Neue Leitlinie: Herzschutz bei Rheuma

Am 14. Juli 2026 erschien die neue S3-Leitlinie zum Herzschutz bei Rheuma. Sie betont die Notwendigkeit einer konsequenten kardiovaskulären Prävention – entzündlich-rheumatische Erkrankungen gehen mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einher.

Die Kontrolle der Krankheitsaktivität sei entscheidend, so Fachleute. Medikamentös empfiehlt die Leitlinie eine zurückhaltende Anwendung von Glukokortikoiden und nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Bei JAK-Inhibitoren ist eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung nötig. Strategisches Ziel: eine „Treat-to-Target“-Strategie, bei der die Therapie konsequent an definierten Entzündungswerten ausgerichtet wird.

Interdisziplinäre Ansätze gewinnen an Bedeutung

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Die Behandlung von Rheuma umfasst zunehmend fächerübergreifende Ansätze. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) veröffentlichte Mitte Juli neue Empfehlungen im Rahmen der Initiative „Klug entscheiden“. Sie raten unter anderem zu gezielter Bewegungstherapie bei koronarer Herzkrankheit – relevant für Rheuma-Patienten mit kardiovaskulärem Risiko.

In der Praxis werden auch naturheilkundliche Ergänzungen diskutiert. Kältetherapie, Yoga oder Heilpflanzen wie Kurkuma und Lavendel in Kombination mit Massagen können bei einzelnen Patienten die Beschwerden lindern. Diese Verfahren ergänzen die konventionelle medikamentöse Therapie.

Klinik-Ranking zeigt Qualitätsunterschiede

Ein Ranking auf Basis von Daten der Jahre 2021 bis 2023 zeigt deutliche Leistungsunterschiede bei Kniegelenkersatzoperationen. Top-Kliniken haben eine Komplikationsrate von etwa zwei Prozent, unterdurchschnittliche Einrichtungen kommen auf bis zu 7,1 Prozent. Rund 151.000 Fälle in 836 Kliniken flossen in die Analyse ein.

Grundlagenforschung liefert neue Erkenntnisse

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Wissenschaftler aus Kiel veröffentlichten Mitte Juli eine Studie in der Fachzeitschrift „Immunity“. Sie untersuchten die Rolle von Th17-Zellen, die ursprünglich in der Mundschleimhaut entstehen und bei bestimmten Krankheitsbildern gewebsschädigende Eigenschaften entwickeln können. Die Ergebnisse könnten langfristig den Weg für neue zielgerichtete Therapien ebnen.

Für die medizinische Fachwelt bietet die Rheumaakademie fortlaufend Qualifizierungen an. Für 2026 und das Frühjahr 2027 sind Kurse zur Bildgebung, Epidemiologie und spezielle Trainings für axiale Spondyloarthritis angekündigt.

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