Revolut-Datenleck, Hacker

Revolut-Datenleck: Hacker stehlen 700 Kundendaten via Regierungs-E-Mail

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 12:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Cyberkriminelle erlangten bei Revolut Kundendaten über eine missbrauchte italienische Behördenadresse; mehrere Stellen prüfen den Vorfall.

Revolut-Datenleck: Hunderte Kunden nach Identitätstäuschung betroffen
Dunkler, industrieller Serverraum mit metallischen Schaltschränken in einer sterilen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Cyberkriminelle haben sich durch eine Identitätstäuschung unbefugten Zugriff auf sensible Kundendaten des Finanzdienstleisters Revolut verschafft. Das Unternehmen gab infolge betrügerischer Auskunftsersuchen Daten heraus, nachdem die Täter eine offizielle behördliche E-Mail-Adresse für ihre Anfragen missbraucht hatten. Am 15. September 2026 wurden Details zu dem Vorfall bekannt.

Hunderte Kunden betroffen – Ausweise und Kontodaten abgeflossen

Nach vorliegenden Berichten wurden Daten von mindestens 700 Kunden an die Angreifer weitergeleitet, andere Berichte sprechen unter Berufung auf die Financial Times von rund 680 Betroffenen. Darunter befindet sich laut Medienberichten auch Mark Karpelès sowie eine niedrige zweistellige beziehungsweise kleine Zahl von Kunden aus Deutschland. Revolut selbst nannte keine genaue Zahl und sprach von einer begrenzten Zahl Betroffener.

Zu den offengelegten Informationen zählen Pass- und Ausweisdaten, Führerscheinkopien, Wohn- und E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Geburtsdaten, Bankverbindungen (IBAN), Kontoauszüge sowie Verifizierungsfotos.

Zudem wurden Bitcoin-Transaktionsverläufe der Plattformen Revolut und Revolut X weitergegeben. Revolut betonte, dass IT-Systeme und Kundengelder nicht beeinträchtigt seien. Auch Passwörter, PINs sowie private kryptografische Schlüssel seien nicht kompromittiert worden.

Täter überwanden Sicherheitsfilter mit Regierungsdomain

Die Cyberkriminellen nutzten für ihre Anfragen eine kompromittierte sogenannte PEC-Adresse (zertifizierte elektronische Post) der italienischen Verwaltung. Die Adresse entilocali.prefrc@pec.interno.it gehört zur Präfektur Reggio Calabria im italienischen Innenministerium.

Da die Anfragen von einer legitimen Regierungsdomain ausgingen, bestanden die E-Mails technische Authentifizierungsprüfungen wie SPF, DKIM und DMARC, wodurch die Täuschung gelang.

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Über Monate hinweg sollen Kundendaten an die Kriminellen geliefert worden sein. Die Täter gingen dabei nach der Methode vor, hunderte Transaktions-IDs massenhaft abzufragen. Die Gruppe, die unter dem Namen „iamnotavillain“ auftritt, beansprucht mehr als 80.000 Dateien beziehungsweise ein Datenvolumen von 147 Gigabyte für sich.

Erpressungsversuche und behördliche Ermittlungen

Nach dem Datenabfluss folgten Erpressungen via Telegram, unter anderem gerichtet gegen den Tennisprofi Shevchenko sowie Gamdom-Geschäftsführer Römer. Im Raum steht zudem eine vermutete Lösegeldforderung von 10.000 Bitcoin, was einem Gegenwert von rund 782 Millionen US-Dollar entspricht.

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Revolut stufte den Vorgang als ausgeklügelte Identitätstäuschung ein, sperrte die verdächtige Adresse und setzte die Behörden in Kenntnis. Die italienische Post- und Cyberpolizei ermittelt wegen unbefugten Systemzugriffs und Computerbetrugs. Zudem untersuchen die italienische Cybersicherheitsagentur ACN, die Bank von Italien sowie die italienische und die britische Datenschutzbehörde den Fall.

Revolut verzeichnet nach eigenen Angaben mehr als 80 Millionen Kunden in über 30 Ländern, darunter mehr als drei Millionen in Deutschland. Das Fintech wird mit 115 Milliarden US-Dollar bewertet.

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