Rettungsroboter, GEREON-Plattform

Rettungsroboter: GEREON-Plattform trägt bis zu 500 Kilogramm Nutzlast

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 23:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Dortmunder Hub entwickelt und erprobt Robotik für riskante Einsatzorte; DEUTZ und ARX liefern erste Bodensysteme aus.

Rettungsrobotik-Zentrum startet Innovation Hub für Einsätze in Gefahrenzonen
Eine leere, industrielle Forschungshalle mit Betonboden und hohen Stahlträgern in einer modernen Rettungsrobotik-Einrichtung. Illustration mit AI erstellt.

Das Deutsche Rettungsrobotik-Zentrum in Dortmund hat den neuen Innovation Hub Rettungsrobotik in Betrieb genommen. Wie aus Berichten vom 30. September 2026 hervorgeht, zielt die Einrichtung darauf ab, technologische Lösungen für komplexe Gefahrensituationen zu entwickeln und zu testen.

Das Projekt wird maßgeblich durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt finanziert und soll die Sicherheit von Einsatzkräften durch den Einsatz unbemannter Systeme signifikant erhöhen.

Technologische Aufklärung in Gefahrenzonen

Der neue Innovation Hub konzentriert sich primär auf den Einsatz von Drohnen und Robotern in Umgebungen, die für Menschen ein hohes Risiko darstellen. Drohnen, die mit Wärmebildkameras ausgestattet sind, sollen künftig eingestürzte Gebäude erkunden und nach Überlebenden suchen.

Parallel dazu werden Bodenroboter entwickelt, die in Bereiche vordringen können, in denen Explosions- oder Einsturzgefahr besteht oder in denen gefährliche Stoffe ausgetreten sind.

Das Ziel dieser Systeme ist es, den Rettungskräften detaillierte Informationen über die Lage vor Ort zu liefern, noch bevor diese den unmittelbaren Gefahrenbereich betreten müssen. Diese Form der technologischen Unterstützung dient als Informationsquelle für die Einsatzleitung und minimiert das Risiko für das Personal.

Industrielle Skalierung und Kooperationen

Flankiert wird die Forschung im Bereich der Rettungsrobotik durch Fortschritte in der industriellen Fertigung. Das Münchner Unternehmen ARX Robotics, das 2022 gegründet wurde und mittlerweile rund 300 Mitarbeiter beschäftigt, arbeitet eng mit dem Motorenhersteller DEUTZ zusammen.

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Ende September 2026 wurden die ersten am DEUTZ-Werk in Ulm produzierten unbemannten Bodensysteme der GEREON-Serie ausgeliefert. Nur zwölf Wochen nach dem Start der gemeinsamen Produktionsrampe wurden die Systeme an ukrainische Verteidigungskräfte übergeben, wobei ARX die Software und Integration beisteuert, während DEUTZ seine Fertigungskompetenz einbringt.

Der CEO von ARX Robotics, Marc Wietfeld, wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass europäische Sicherheitsorgane und Streitkräfte kurzfristig einen hohen Bedarf an tausenden solcher unbemannter Bodensysteme hätten.

Die GEREON-Plattform ist batterieelektrisch betrieben, kann Nutzlasten von bis zu 500 Kilogramm tragen und verfügt über eine Reichweite von 40 Kilometern pro Ladung. Eine Steuerung ist via Funk auf bis zu fünf Kilometer Entfernung möglich, wobei moderne Netzwerktechnologien wie LTE oder 5G die Reichweite deutlich vergrößern können.

Erweiterte Einsatzfelder in Medizin und Katastrophenschutz

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Neben der klassischen Rettung aus Trümmern werden unbemannte Systeme zunehmend in spezialisierten Bereichen eingesetzt. So kommen im HCA Florida JFK Hospital in den USA autonome Lieferroboter der Modelle Dash und Daisy zum Einsatz, um Medikamente und Laborproben mit einer Zuverlässigkeit von über 99 Prozent zu transportieren.

Im Katastrophenschutz forschen Institutionen wie die University of Alabama in Huntsville im Rahmen von NATO-Wettbewerben an autonomen Drohnenschwärmen, die Suchmissionen in Umgebungen ohne GPS-Signal durchführen können.

Auch für die Bekämpfung von Flächenbränden werden neue Standards erprobt. Im Landkreis Reutlingen wird im Projekt LUITA die Nutzung von Live-Drohnenbildern für die Einsatzplanung untersucht. Ergänzend dazu wurden geländegängige Anhänger für Löschmannschaften entwickelt, die einen 400-Liter-Wassertank für den Eigenschutz mitführen.

Für hochspezialisierte Aufgaben, wie die radiologische Vermessung auf Testgeländen, wird am Los Alamos National Laboratory der Roboter iGART erprobt. Dieses System wurde über fünf Jahre entwickelt und ist in der Lage, ferngesteuert hochempfindliche Messungen von Stoffen wie abgereichertem Uran durchzuführen, was die Einsatzmöglichkeiten unbemannter Robotik im Bereich der öffentlichen Sicherheit weiter vervollständigt.

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