Resilienzprogramm, Kompass

Resilienzprogramm Kompass: Werra-Meißner-Kreis tritt als erster Landkreis vollständig bei

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 11:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Landkreis bündelt den Bevölkerungsschutz kreisweit; zusätzliche Fachstellen und ein Notstromaggregat sind bereits vorhanden.

Werra-Meißner-Kreis tritt Hessens Resilienzprogramm Kompass vollständig bei
Weite, ländliche Hügellandschaft im Werra-Meißner-Kreis mit Feldern und Wäldern unter einem bewölkten Himmel. Illustration mit AI erstellt.

Der Werra-Meißner-Kreis verstärkt seine Vorkehrungen für Krisen- und Katastrophenfälle. Als vierter Teilnehmer wurde der Kreis in das hessische Resilienzprogramm „Kompass“ aufgenommen. Damit ist er zugleich der erste Landkreis im Bundesland, der diesem Landesprogramm vollständig beitritt, wie aus einem Bericht vom 5. Oktober 2026 hervorgeht.

Das Vorhaben zielt darauf ab, die zivile Widerstandskraft auf regionaler Ebene systematisch zu stärken und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Verwaltungsebenen zu vereinheitlichen.

Umfassender Beitritt aller Kommunen im Kreisgebiet

Mit knapp 100.000 Einwohnern in 16 Kommunen stellt der Werra-Meißner-Kreis einen ländlich geprägten Flächenkreis dar, in dem die Vernetzung lokaler Strukturen eine zentrale Rolle spielt. Dass der Landkreis dem Resilienzprogramm nun als geschlossene Einheit beitritt, markiert eine Neuerung in der Umsetzung des Landesprogramms. Bislang nahmen lediglich einzelne Gebietskörperschaften an der Initiative teil.

Durch den flächendeckenden Beitritt sollen Schutzkonzepte künftig nicht mehr isoliert in einzelnen Orten entwickelt werden, sondern kreisweit ineinandergreifen. Als Resilienzbeauftragter koordiniert Marco Federau die damit verbundenen Maßnahmen innerhalb der Verwaltung. Seine Aufgabe besteht darin, die strategischen Leitlinien für den Bevölkerungsschutz umzusetzen und die Abstimmung zwischen den kreisangehörigen Kommunen sicherzustellen.

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Bereits realisierte Kapazitäten und technische Vorsorge

Erste Schritte zur Verbesserung der behördlichen Krisenfähigkeit wurden vor Ort bereits umgesetzt. Dazu zählt die Schaffung zusätzlicher Stellen, die spezifisch den Bereichen Katastrophenschutz, zivile Verteidigung und Alarmplanung zugeordnet sind. Diese personelle Aufstockung soll es ermöglichen, Einsatzpläne kontinuierlich zu aktualisieren und präventive Schutzkonzepte zu erarbeiten.

Neben dem personellen Ausbau wurde auch in die materielle Grundsicherung investiert. So steht der Verwaltung bereits ein Notstromerzeuger zur Verfügung, um bei Ausfällen der regulären Stromversorgung handlungsfähig zu bleiben.

Die Absicherung gegen längerfristige Versorgungsunterbrechungen gilt in der zivilen Krisenplanung als unverzichtbare Voraussetzung, um Steuerungs- und Koordinierungsaufgaben auch unter schwierigen Bedingungen aufrechtzuerhalten.

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Digitale Vernetzung und flächendeckende Notstromversorgung

Die weiteren Planungen im Rahmen des Programms sehen mehrere Schwerpunkte vor. Vorgesehen sind strukturierte Schulungen für Einsatzkräfte und Verwaltungsmitarbeiter sowie die Einführung einer einheitlichen Software, die über eine digitale Schnittstelle direkt an das Land Hessen angebunden werden soll.

Ergänzt wird die Organisationsstruktur durch einen geplanten kreisweiten Resilienzrat, der Akteure aus verschiedenen Bereichen regelmäßig zusammenbringen soll.

Ein wesentliches Element betrifft zudem die Energieversorgung auf Gemeindeebene. Hessens Innenminister Roman Poseck hob die geplante flächendeckende Notstromversorgung für Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshäuser hervor.

Diese Einrichtungen fungieren im Ernstfall häufig als zentrale Anlaufstellen für die Bevölkerung. Durch die gezielte Absicherung dieser Knotenpunkte soll gewährleistet werden, dass Schutz- und Rettungseinheiten lokal erreichbar bleiben und Bürger vor Ort eine grundlegende Infrastruktur vorfinden.

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