Resilienzlabor eröffnet: Berlin trainiert für Blackouts und Katastrophen
28.05.2026 - 00:30:09 | boerse-global.deDas „Resilienzlabor“ soll Bürger und Behörden auf Blackouts, Naturkatastrophen und andere Krisenszenarien vorbereiten.
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) und Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) stellten die Einrichtung als zentralen Baustein der modernen Sicherheitsvorsorge vor. Ziel ist es, die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung zu stärken und die Zusammenarbeit zwischen zivilen und militärischen Stellen zu intensivieren.
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Interaktive Trainings für den Ernstfall
Das Labor simuliert künftig Szenarien wie langanhaltende Stromausfälle oder Naturkatastrophen. Besucher lernen unter anderem, wie man Notfallkisten richtig packt. Bär bezeichnete das Projekt als „Sicherheitsforschung zum Anfassen“.
Ab Ende 2026 oder Anfang 2027 soll die Einrichtung regelmäßig für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Auch spezielle Schulungen für Behördenvertreter sind geplant. Damit will man eine Lücke in der Vorbereitung auf Ereignisse schließen, die über den alltäglichen Katastrophenschutz hinausgehen.
Zivil-militärische Zusammenarbeit im Projekt Resilia
Das Resilienzlabor ist Teil des Großprojekts „Resilia“. Beteiligt sind die Universität der Bundeswehr, die Berliner Feuerwehr und die Freie Universität Berlin. Die Wissenschaftler sollen sicherstellen, dass die Trainings auf aktuellen Forschungsergebnissen basieren.
Bei der Eröffnung betonten auch Generalleutnant André Bodemann und Landesbranddirektor Karsten Homrighausen die wachsende Notwendigkeit, sich auf komplexe Bedrohungslagen einzustellen. Die Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und Rettungskräften wurde in den vergangenen Monaten bereits verstärkt erprobt. So besuchte Verteidigungsminister Boris Pistorius Anfang März einen Hub der Medical Task Force in Berlin. An der Übung „Medic Quadriga 2026“ nahmen über 1.000 Soldaten teil.
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Strategischer Ausbau des Bevölkerungsschutzes
Die Eröffnung des Labors erfolgt vor dem Hintergrund eines grundlegenden Kurswechsels in der Sicherheitsstrategie. Berlin verfügt derzeit über keine einsatzbereiten öffentlichen Schutzräume – Ende Mai boten lediglich vier Anlagen insgesamt 4.080 Plätze, alle ohne Betriebsbereitschaft.
Die Bundesregierung setzt daher auf neue Konzepte. Ein Sonderprogramm sieht Investitionen von rund zehn Milliarden Euro für den Zivil- und Bevölkerungsschutz bis 2029 vor. Statt auf zentrale Großbunker setzt man künftig auf dezentrale Zufluchtsorte wie private Keller oder Tiefgaragen. Bürger sollen über die Nina-App zu geeigneten Schutzorten geführt werden. Fachleute raten zudem zur privaten Eigenvorsorge – etwa Vorräte für mindestens zehn Tage anzulegen.
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