Resilienz-Training, Finanzamt

Resilienz-Training: Finanzamt nutzt Kintsugi gegen Arbeitsbelastung

28.05.2026 - 04:09:46 | boerse-global.de

Behörden reagieren auf steigende Belastung mit Resilienz-Kursen, New-Work-Konzepten und besserer Bezahlung für Beamte.

Resilienz-Training: Finanzamt nutzt Kintsugi gegen Arbeitsbelastung - Foto: über boerse-global.de
Resilienz-Training: Finanzamt nutzt Kintsugi gegen Arbeitsbelastung - Foto: über boerse-global.de

Rund 60 Mitarbeiter des Finanzamts Wolfenbüttel haben am Mittwoch an einer Fortbildung zur persönlichen Resilienz teilgenommen. Die Veranstaltung ist Teil einer breiteren Initiative, mit der Verwaltungen auf steigende Arbeitsbelastung und Fachkräftemangel reagieren.

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Kintsugi-Prinzip gegen den Stress

Die Leitung hatte Henriette Hochstein-Frädrich. In einem Mix aus Vortrag und Workshop vermittelte sie neurobiologische Grundlagen und Konzepte zur digitalen Resilienz. Ein zentrales Element: das Kintsugi-Prinzip. Es stammt aus Japan und zeigt, wie man mit Brüchen und Herausforderungen konstruktiv umgeht.

Der Hintergrund ist ernst. In Nordrhein-Westfalen leiden 75 Prozent der Steuerkanzleien unter Personalmangel. Gleichzeitig steigt die Komplexität der Arbeit – etwa durch die seit Januar 2025 geltende Empfangspflicht für E-Rechnungen. 2027 und 2028 kommen weitere Pflichten hinzu.

Bund investiert in Sicherheitsstrukturen

Nicht nur die individuelle Resilienz steht im Fokus. Am Mittwoch eröffnete in Berlin am Ostbahnhof das Projekt „Resilia“ – ein Innovation Hub für Sicherheit und Verteidigung. Zur Eröffnung kamen Bundesministerin Dorothee Bär und der Regierende Bürgermeister Kai Wegner.

Das vom Bund gefördte Resilienzlabor soll ab Ende 2026 oder Anfang 2027 starten. Behörden und Bürger können dort in interaktiven Trainings lernen, wie sie auf Krisen wie Stromausfälle oder Naturkatastrophen reagieren.

Stuttgart setzt auf New Work

Auch die Arbeitsorganisation verändert sich. Die Stadt Stuttgart startete am Dienstag ihre New-Work-Strategie „goodwork@LHS 2.0“. Sie reagiert auf knapper werdende Finanzen und eine steigende Teilzeitquote. Kernpunkte: Desk-Sharing und hybride Führungsmodelle. Begleitet wird der Umbau durch mehrstufige Workshops.

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Mehr Service trotz Personalknappheit

Die Finanzämter kämpfen mit steigenden Fallzahlen. In Thüringen kündigte Finanzministerin Katja Wolf am Dienstag an: Ab dem 1. Juni erweitern die Ämter ihre telefonischen Erreichbarkeiten. Der Hintergrund: 2025 wurden in Thüringen 877.366 Steuerfälle veranlagt – bei einem Aufkommen von 9,03 Milliarden Euro. Ein spezielles Elster-Kompetenzzentrum soll den Service stabilisieren.

Die finanzielle Lage der Kommunen bleibt angespannt. Am Mittwoch versammelten sich über 400 Kommunalvertreter in Hannover. Sie übergaben eine Resolution für eine bessere Finanzausstattung an die niedersächsische Landesregierung. Das bundesweite kommunale Defizit lag 2025 bei 32 Milliarden Euro. Allein Niedersachsen verzeichnete ein Minus von 3,6 Milliarden Euro.

Bessere Bezahlung für Beamte geplant

Um Mitarbeiter zu halten und zu gewinnen, planen mehrere Bundesländer Anpassungen bei der Besoldung. Hessen, Berlin, Bayern und Niedersachsen bereiten Gesetzentwürfe vor. Ziel: Abschlüsse aus dem Tarifvertrag der Länder auf die Beamtenbesoldung übertragen und die Alimentationsberechnung verfassungskonform anpassen.

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