Resilienz, Hochschulen

Resilienz: Hochschulen entwickeln Toolbox für psychische Widerstandskraft

06.06.2026 - 04:48:46 | boerse-global.de

Studien belegen wirtschaftliche Vorteile widerstandsfähiger Strukturen. Neue Gesetze wie NIS-2 verschärfen die Anforderungen an Firmen drastisch.

Resilienz als Schlüssel: Unternehmen und Gesellschaft im Krisenmodus
Resilienz - Eine stilisierte, leuchtende menschliche Figur aus Licht und Datenpunkten steht inmitten chaotischer digitaler Linien und geometrischer Formen. 06.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ob Cyberangriffe, Lieferkettenprobleme oder Naturkatastrophen – die Fähigkeit, Krisen nicht nur zu überstehen, sondern gestärkt daraus hervorzugehen, rückt immer stärker in den Fokus. Wissenschaft, Politik und Wirtschaft arbeiten daran, Resilienz als ganzheitlichen Prozess zu etablierne.

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Toolbox für mentale Gesundheit an Hochschulen

Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der psychischen Widerstandsfähigkeit in der akademischen Ausbildung. Das Verbundprojekt „Resilient@Campus“ der Hochschule Hannover, der FH Münster und der HNE Eberswalde entwickelt eine Toolbox zur Förderung der psychischen Resilienz von Studierenden. Die Stiftung Innovation in der Hochschullehre fördert das Vorhaben mit 2,55 Millionen Euro – Laufzeit: 1. Juli 2026 bis 30. Juni 2030.

Parallel wird diskutiert, das Thema Krisenvorsorge bereits in der Schule zu verankern. In politischen Kreisen kursiert der Vorschlag, verpflichtende Einheiten pro Halbjahr für Zivilschutz und gesellschaftliche Verantwortung einzuführen. Die Pläne sollen Mitte Juni auf der Innenministerkonferenz beraten werden.

Widerstandsfähige Unternehmen liefern messbare Vorteile

In der Wirtschaft zeigen Analysen: Resiliente Strukturen zahlen sich aus. Laut McKinsey verursachen Störungen in Lieferketten pro Jahrzehnt Verluste von durchschnittlich 42 Prozent des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Unternehmen, die auf Resilienz setzen, können ihre Produktentwicklungszeiten laut Bain & Co um bis zu 60 Prozent verkürzen. BCG beobachtete zudem eine um 15 Prozent höhere Aktionärsrendite bei resilienten Firmen in Krisenzeiten.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales veröffentlichte 2026 die Broschüre „Der starke Betrieb“. Sie basiert auf Ergebnissen aus zehn Experimentierräumen der Jahre 2023 bis 2025. Die wesentlichen Hebel: beteiligungsorientierte Führung, kontinuierliche Kompetenzentwicklung und moderne Arbeitsorganisationen. Digitale Werkzeuge wie KI-Chatbots und Kommunikationsleitfäden sollen Betriebe unterstützen.

NIS-2 verschärft die Anforderungen drastisch

Die staatliche Strategie für kritische Infrastrukturen wird konkret. Das NIS-2-Umsetzungsgesetz soll künftig über 30.000 Unternehmen betreffen – bisher waren es rund 4.500. Der Branchenverband Bitkom beziffert die jährlichen Schäden durch Cyberangriffe auf 260 Milliarden Euro. Der Gesetzentwurf sieht einmalige Kosten für die Wirtschaft von 2,2 Milliarden Euro vor, plus laufende jährliche Kosten von 2,3 Milliarden Euro. Die erste Lesung im Bundestag fand bereits im September 2025 statt.

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Im Bereich der öffentlichen Verwaltung laufen bereits Programme. In Hessen haben im Rahmen eines Aktionsprogramms zur kommunalen Cybersicherheit 355 Kommunen ihre Systeme prüfen lassen. Experten betonen: Digitale Resilienz geht über technische Schutzmaßnahmen wie Mehrfaktor-Anmeldung und Backups hinaus – getestete Wiederanlaufpläne sind entscheidend.

Eigenvorsorge und Natur als Wirtschaftsfaktor

Neben institutionellen Maßnahmen rückt die Eigenverantwortung der Bürger in den Fokus. Offizielle Empfehlungen raten zu einer Grundausstattung für Notfälle: Wasser, Lebensmittel und Medikamente für 72 Stunden sowie Hilfsmittel für Stromausfälle. Ziel ist es, die Handlungssicherheit im Krisenfall zu erhöhen und staatliche Strukturen zu entlasten.

Auch der Naturschutz wird unter dem Aspekt der Resilienz betrachtet. Im Rahmen der EU Green Week Anfang Juni wurde Natur als wirtschaftliche Infrastruktur definiert. Wasserresilienz und Biodiversität gelten nicht mehr nur als ökologische Ziele, sondern als Wettbewerbsvorteile und potenzielle Bilanzrisiken für Unternehmen. Der Trend ist klar: Resilienz verbindet ökologische, ökonomische und soziale Stabilität.

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