Reservation, Hijacking

Reservation Hijacking: Betrüger leeren Urlauberkonten mit SMS

11.06.2026 - 06:47:00 | boerse-global.de

Betrüger nutzen gestohlene Buchungsdaten für täuschend echte Phishing-Nachrichten. Schweizer Paar verlor fast 9.000 Franken.

Reservation Hijacking: Kriminelle kapern echte Hotelbuchungen
Reservation - Eine Hand hält ein Smartphone mit einem betrügerischen Buchungslink, im Hintergrund verschwommen eine Kreditkarte und ein Laptop. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Masche heißt „Reservation Hijacking“ und ist erschreckend effektiv.

So funktioniert der Betrug

Das griechische Tourismusministerium warnte diese Woche vor der neuen Angriffswelle. Die Täter greifen auf reale Buchungsinformationen von Portalen wie Booking.com oder Expedia zu. Per SMS oder WhatsApp erhalten Opfer dann Nachrichten, die aufgrund korrekter Reisedaten extrem glaubwürdig wirken.

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Unter dem Vorwand einer nötigen Datenverifizierung oder angeblichen Rückerstattung werden Reisende auf manipulierte Webseiten gelotst. Dort sollen sie Kreditkartendaten eingeben oder Überweisungen tätigen.

Verluste im fünfstelligen Bereich

In der Schweiz bestätigte das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) mehrere Fälle. Ein Ehepaar aus dem Kanton Schwyz verlor fast 9.000 Franken, nachdem es einem gefälschten Rückerstattungslink folgte. Die Täter erlangten Zugriff auf drei Konten der Betroffenen.

Weitere Schweizer Kunden meldeten Verluste von mehreren tausend Franken.

Hotelkonten als Einfallstor

Bereits Anfang des Jahres beobachteten Experten in den Niederlanden eine neue Eskalationsstufe. Kriminelle hackten direkt die Konten von Hotelbetreibern auf den Buchungsplattformen. Von dort aus verschickten sie gefälschte Zahlungsaufforderungen an Gäste – praktisch nicht von echten Nachrichten zu unterscheiden.

Die technische Raffinesse dieser Angriffe nimmt rasant zu. Laut einem Report von KnowBe4 werden inzwischen 86 Prozent aller Phishing-Vorfälle durch künstliche Intelligenz unterstützt. KI hilft den Tätern, Nachrichten fehlerfrei und überzeugend zu formulieren.

Die Bilanz ist erschreckend: Der Bitdefender Global Scam Intelligence Report beziffert die weltweiten Verluste durch digitalen Betrug im Jahr 2025 auf rund eine halbe Milliarde US-Dollar.

So schützen Sie sich

Booking.com hat auf die Vorfälle reagiert und warnt eindringlich: Geben Sie niemals Zahlungsdaten über Messenger-Dienste preis. Offizielle Zahlungsanfragen erfolgen nie über WhatsApp oder ähnliche Kanäle.

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Experten raten zu folgenden Schutzmaßnahmen:
- Prüfen Sie Links in Nachrichten kritisch
- Kontaktieren Sie den Anbieter direkt über die offizielle App oder die gesicherte Webseite
- Seien Sie besonders misstrauisch bei angeblichen Rückerstattungen oder dringenden Zahlungsaufforderungen

Besonders jüngere Nutzer unter 35 Jahren werden statistisch häufiger Opfer digitalen Betrugs. Bei älteren Menschen setzen Kriminelle dagegen auf psychologischen Druck und falsche Urlaubsangebote.

Auch manipulierte Hardware wird zum Problem: In Köln entdeckten Ermittler kürzlich präparierte NFC-Lesegeräte an Parkautomaten, die ebenfalls Zahlungsdaten abgriffen.

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