Rentenpaket, Union

Rentenpaket: Union plant Abschaffung der Rente mit 63

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 01:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Union plant die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Jahren. Ost-Ministerpräsidenten, SPD und Gewerkschaften kündigen Widerstand an.

Rentenstreit: Union will Rente mit 63 kippen – Ost-Länder rebellieren
Abstraktes Konzeptbild mit geschichteten Holzblöcken als Metapher für das wacklige deutsche Rentensystem. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Streit um die gesetzliche Rente eskaliert. Die Unionsführung will die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren kippen – doch der Widerstand wächst.

Ost-Ministerpräsidenten rebellieren gegen den Kurs

Fraktionschef Thorsten Frei und Generalsekretärin Christina Hoppermann halten an der Abschaffung fest. Die ostdeutschen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer, Mario Voigt und Schulze laufen dagegen Sturm. Sie warnen vor den Folgen für die Landtagswahlen im September in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin.

Auch in der eigenen Fraktion rumort es. Der jüngere Unionspolitiker Pascal Reddig mahnt: Wer einzelne Bausteine herauslöse, bringe das gesamte Rentenpaket mit 33 Reformvorschlägen zum Einsturz. CSU-Landesgruppenchef Hoffmann pocht auf Koalitionsdisziplin, CSU-Mann Florian Dorn warnt vor einer einseitigen Änderung.

Milliarden im Spiel

Eine Expertenkommission beziffert die Kosten der Regelung auf knapp zehn Milliarden Euro pro Jahr. Eine Abschaffung würde pro Jahrgang rund 6,5 Milliarden Euro sparen. Bislang profitieren vor allem Männer mit höheren Einkommen – ein Argument, das Befürworter der Abschaffung gerne ins Feld führen.

Ökonom Bofinger warnt jedoch vor einem Zerfleddern des Gesamtpakets. Auch Markus Söder stellt sich quer: Die Kommission habe gute Arbeit geleistet, das Paket dürfe man nicht leichtfertig aufschnüren.

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SPD stellt Bedingungen

Die SPD verteidigt die Rente mit 63. Generalsekretär Klüssendorf und Fraktionsgeschäftsführer Dirk Wiese sprechen sich klar für den Erhalt aus. Wiese fordert zudem Härtefallregelungen für Schichtarbeiter und Vertrauensschutz für die Jahrgänge 58 und 59.

Ministerin Bärbel Bas zeigt sich gesprächsbereit – unter einer Bedingung: Die Union müsse sich klar positionieren. Willige sie ein, die Regelung zu behalten, werde die SPD nicht blockieren. Aber: Das Paket sei ein Gesamtergebnis, nicht jeder Wunsch sei erfüllbar.

Als Kompromiss schwebt eine „soziale Schutzrente“ im Raum. Sie könnte eine Gesundheitsprüfung vorsehen und für Menschen gedacht sein, die aus medizinischen Gründen nicht mehr arbeiten können. CDU-Sozialexperte Biadacz signalisiert Offenheit für Anpassungen bei der Erwerbsminderungsrente.

Gewerkschaften machen Druck

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IG-Metall-Chefin Yasmin Benner kündigt entschlossenen Widerstand an. Auch der Sozialverband VdK fordert Nachbesserungen. AfD und Linke wollen die abschlagsfreie Frührente ebenfalls behalten, die Grünen pochen auf ein verlässliches Rentenniveau.

Im Herbst soll der Gesetzentwurf ins Kabinett, danach in den Bundestag. Kanzler Merz will die Reform noch bis Jahresende durchziehen. Ob das Paket diesen Kurs übersteht, ist offen.

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