Rentenbeitrag, Anstieg

Rentenbeitrag: Anstieg auf knapp 20% ab 2028 erwartet

01.06.2026 - 19:48:17 | boerse-global.de

Die Rentenversicherung sagt einen Anstieg des Beitragssatzes auf fast 20 Prozent ab 2028 voraus. Grund sind die alternde Bevölkerung und die schwache Konjunktur.

Rentenbeitrag: Anstieg auf knapp 20% ab 2028 erwartet - Bild: über boerse-global.de
Rentenbeitrag: Anstieg auf knapp 20% ab 2028 erwartet - Bild: über boerse-global.de

Grund dafür sind die alternde Gesellschaft und schwache Konjunktur.

Beitragssatz steigt auf fast 20 Prozent

Der aktuelle Rentenbeitrag von 18,6 Prozent bleibt laut der Frühjahrsprognose 2026 der Deutschen Rentenversicherung (DRV) noch bis 2027 stabil. Doch dann folgt der erste Anstieg seit 2007: 2028 springt der Satz um 1,3 Prozentpunkte auf 19,9 Prozent – etwas mehr als die bisher erwarteten 19,8 Prozent.

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Der Trend setzt sich fort: 2029 erreicht der Beitrag 20 Prozent, 2031 sind es 20,2 Prozent. Zwischen 2036 und 2040 könnte die Marke von 21,1 Prozent fällig werden. Haupttreiber ist der Renteneintritt der Babyboomer-Generation, die das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentenempfängern massiv verschiebt.

Milliardenlücke schon 2025

Die aktuellen Zahlen zeigen den Druck: 2025 gaben die Ausgaben der Rentenversicherung mit 421,3 Milliarden Euro die Einnahmen von 417,4 Milliarden Euro. Zwar existiert noch eine Nachhaltigkeitsrücklage von 41,3 Milliarden Euro, doch die Bundesagentur für Arbeit rechnet für 2026 mit einem Defizit von über 5 Milliarden Euro – Folge steigender Arbeitslosigkeit.

Was die Erhöhung für Arbeitnehmer bedeutet

Da Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Beiträge je zur Hälfte tragen, trifft der Anstieg beide Seiten. Ein Beispiel: Bei einem Bruttogehalt von 4.500 Euro monatlich steigen die jährlichen Kosten ab 2028 um 351 Euro. Bei 8.500 Euro Brutto sind es sogar 659 Euro mehr pro Jahr – die jährliche Rentenzahlung klettert dann auf über 10.145 Euro.

Die Wirtschaftsweisen schlagen Alarm: Die gesamte Sozialabgabenlast – inklusive Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung – könnte bis 2040 von aktuell 42,3 Prozent auf fast 50 Prozent des Bruttolohns steigen.

Konjunkturflaute verschärft die Lage

Die wirtschaftliche Entwicklung trägt zur Misere bei. Die Bundesregierung rechnet für 2026 nur mit einem Wachstum von 0,5 Prozent – gebremst unter anderem durch die anhaltenden Spannungen mit dem Iran. Die Inflation bleibt hoch: 2026 werden 3,0 Prozent erwartet, 2027 dann 2,8 Prozent. Zum Vergleich: 2025 lag die Rate noch bei 2,2 Prozent.

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Reformvorschläge auf dem Tisch

Mehrere Optionen stehen zur Debatte:

Anpassung nach österreichischem Vorbild: Experten schlagen vor, Rentenerhöhungen künftig an die Inflation statt an die Lohnentwicklung zu koppeln. In Österreich lag der Beitragssatz 2022 bei 22,8 Prozent.

Längeres Arbeiten: DRV-Präsidentin Gundula Roßbach plädiert für Anreize, länger zu arbeiten – möglichweise bis 70. Auch die Einbeziehung von Beamten in die Rentenversicherung und eine Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze stehen im Raum.

Kürzung der Bundeszuschüsse: Eine geplante Reduzierung der Bundesmittel um vier Milliarden Euro würde den Beitragssatz um weitere 0,2 Prozentpunkte nach oben treiben.

Entscheidung im Juni erwartet

Eine eigens eingesetzte Rentenkommission soll bis zum 29. Juni einen umfassenden Maßnahmenkatalog vorlegen. Die Politik hat signalisiert, einstimmige Empfehlungen des Gremiums umzusetzen. Sozialverbände warnen jedoch: Ein Ende der abschlagsfreien Frühverrentung könnte die Altersarmut deutlich verschärfen.

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