Relativity FOIA: KI-Plattform für 1,7 Millionen Anfragen ab Juni
02.06.2026 - 08:39:55 | boerse-global.deDie steigende Flut an Informationsanfragen überfordert zunehmend die Verwaltungen. Mit einer neuen, speziell entwickelten Lösung will der Softwareanbieter Relativity nun Abhilfe schaffen.
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Seit dem 1. Juni 2026 ist Relativity FOIA allgemein verfügbar – eine Plattform, die speziell für die Bearbeitung von Anfragen nach dem Freedom of Information Act (FOIA) entwickelt wurde. Die Lösung ist in die bestehende RelativityOne Government-Umgebung integriert, die über die FedRAMP-Klasse-C-Zertifizierung verfügt. Das ist besonders relevant: Deutsche Behörden und Unternehmen, die mit US-Behörden zusammenarbeiten, kennen ähnliche Compliance-Anforderungen etwa durch den BSI-Standard oder die DSGVO.
Vom Eingang bis zur Veröffentlichung: Ein durchgängiger Workflow
Bisher mussten Mitarbeiter oft zwischen verschiedenen Systemen wechseln – vom Posteingang über die Fallverwaltung bis zur juristischen Prüfung. Die neue Plattform schafft hier einen einheitlichen, prüfbaren Workflow. Alle Schritte eines FOIA-Antrags lassen sich zentral abbilden und nachverfolgen.
Bereits seit Februar 2026 hatten ausgewählte Nutzer im Rahmen eines Advance-Access-Programms die Möglichkeit, die Software zu testen und Feedback zu geben. Die Rückmeldungen sind nun in die finale Version eingeflossen.
KI-gestützte Priorisierung mit Transparenzgarantie
Das Herzstück der neuen Lösung ist die Integration von künstlicher Intelligenz in den Prüfprozess. Die Software analysiert Dokumente und vergibt Konfidenzwerte, die anzeigen, wie relevant ein Dokument für eine bestimmte Anfrage ist. Entscheidend: Zu jedem Wert gibt es eine nachvollziehbare Erklärung. Das soll sicherstellen, dass Behördenmitarbeiter die KI-Entscheidungen jederzeit überprüfen und verteidigen können – ein entscheidender Punkt für die Transparenz öffentlicher Verwaltungen.
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Vier Module für den gesamten Lebenszyklus
Die Plattform gliedert sich in vier Hauptbereiche:
- Antragsportal und Fallverwaltung: Bürger können Anfragen direkt einreichen, Behörden verwalten den gesamten Prozess
- Suche und Schwärzung: Werkzeuge zum Auffinden relevanter Dokumente und zum Schwärzen personenbezogener Daten
- Offenlegungszentrum mit öffentlichem Lesesaal: Bereits veröffentlichte Dokumente sind für jedermann zugänglich – das soll Wiederholungsanfragen reduzieren
- Analyse-Suite: Berichte und Auswertungen für das Management
Webinar für Behörden am 23. Juni
Um die neuen Funktionen zu demonstrieren, hat Relativity für den 23. Juni 2026 ein Webinar angekündigt. Angesprochen sind sowohl Bundes- als auch Landesbehörden. Der Termin dürfte besonders für jene Verwaltungen interessant sein, die mit der steigenden Zahl von Auskunftsersuchen kämpfen – ein Problem, das nicht nur die USA, sondern zunehmend auch europäische Behörden betrifft.
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