Hitze, Robert Koch-Institut

Rekordsommer Deutschland: RKI meldet rund 16.000 Hitzetote

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 12:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Das Robert Koch-Institut schätzt, dass im Rekordsommer rund 16.000 Menschen in Deutschland infolge von Hitze gestorben sind – deutlich mehr als in den vergangenen Jahren. Besonders die Extremhitze Ende Juni und weitere Hitzewellen im Juli und August trugen zur hohen Zahl bei.

Im Juni knackten die Temperaturen in Deutschland Rekorde. (Symbolbild) - Bild: Patrick Pleul/dpa
Im Juni knackten die Temperaturen in Deutschland Rekorde. (Symbolbild) - Bild: Patrick Pleul/dpa

Im Rekordsommer dieses Jahres sind nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) rund 16.000 Menschen in Deutschland infolge von Hitze gestorben.

Extremhitze als Hauptursache

Nach Angaben des Instituts entfielen etwa 9.600 der Todesfälle auf die Extremhitze Ende Juni. Weitere rund 4.200 Todesfälle werden mit den Hitzetagen zwischen Ende Juli und Mitte August in Verbindung gebracht. Der aktuelle Wochenbericht des RKI betrachtet den Zeitraum vom 6. April bis zum 6. September und fasst darin die Auswirkungen der Hitzewellen des Sommers zusammen.

Korrektur der Schätzungen im Wochenverlauf

Im Vergleich zur Vorwoche hat das RKI die Zahl der Hitzetoten leicht nach unten korrigiert. Zuvor war das Institut noch von geschätzten 16.300 hitzebedingten Todesfällen bis Ende August ausgegangen, also 300 mehr als nun genannt. Eine Sprecherin erklärte, dass die Schätzungen wöchentlich neu berechnet werden und das zugrunde liegende Modell laufend dazulerne. Die Differenz betreffe konkret die Hitzewelle im August.

Höchste Werte seit mindestens einem Jahrzehnt

Trotz der geringfügigen Korrektur nach unten liegt die Zahl der Hitzetoten deutlich über den Werten der vergangenen mindestens zehn Jahre. Die bislang höchsten vom RKI ausgewiesenen Zahlen seit 2016 wurden für das Jahr 2018 mit 9.200 Hitzetoten und für 2019 mit 7.300 Hitzetoten genannt. Zum Vergleich: 2025 waren es geschätzt 2.200 Hitzetote. Das Institut weist darauf hin, dass sich auch die Zahlen früherer Jahre durch Neuberechnungen gegenüber älteren Angaben leicht verändern können.

Historische Dimension der aktuellen Sommerbilanz

Die aktuelle Sommerbilanz des Robert Koch-Instituts mit rund 16.000 geschätzten hitzebedingten Todesfällen markiert eine neue Größenordnung der gesundheitlichen Folgen von Extremwetter in Deutschland. Im Vergleich zu den bisherigen Spitzenjahren 2018 und 2019 mit 9.200 beziehungsweise 7.300 Hitzetoten wird deutlich, dass die Belastung für Bevölkerung und Gesundheitswesen erheblich zugenommen hat. Zugleich zeigt der Rückblick auf 2025 mit geschätzt 2.200 Hitzetoten, wie stark die Auswirkungen von Hitze von Jahr zu Jahr variieren können – abhängig von Dauer, Intensität und zeitlicher Verteilung der Hitzewellen.

Besonders gefährdete Gruppen und Rolle des Gesundheitswesens

Die RKI-Schätzungen beruhen auf statistischen Modellen zur sogenannten Übersterblichkeit, also auf dem Vergleich der tatsächlich registrierten Todesfälle mit zu erwartenden Werten ohne extreme Hitze. Betroffen sind erfahrungsgemäß vor allem ältere Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder der Atemwege sowie Personen, die in schlecht gekühlten oder stark aufgeheizten Räumen leben oder arbeiten. Für Kliniken, Pflegeeinrichtungen und Rettungsdienste bedeutet ein Sommer mit mehreren intensiven Hitzewellen eine deutliche Zusatzbelastung. Gleichzeitig unterstreicht die Bilanz, wie wichtig Vorsorgemaßnahmen wie Hitzeaktionspläne, frühzeitige Warnungen und angepasste Arbeits- und Pflegeabläufe sind.

Politische Konsequenzen und lokale Bedeutung

Die hohe Zahl der Hitzetoten verleiht der Debatte über Klimaanpassung in Städten und Gemeinden zusätzliche Dringlichkeit. Kühlere öffentliche Räume, mehr Grünflächen, angepasste Bauplanung und niedrigschwellige Informationsangebote können dazu beitragen, gesundheitliche Folgen von Hitze abzumildern. Für Leserinnen und Leser in Deutschland bedeutet die Sommerbilanz, dass Hitzeschutz nicht nur eine Frage des Komforts, sondern ein lebenswichtiger Bestandteil der öffentlichen Gesundheitsvorsorge ist. Die laufende Modellanpassung des RKI deutet außerdem darauf hin, dass Datenlage und Analyseinstrumente weiter verfeinert werden, um Risiken künftig genauer zu erkennen und Maßnahmen gezielter zu planen.

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