Reisedurchfall: Bis zu 50% der Urlauber betroffen – Prophylaxe hilft
19.06.2026 - 14:54:25 | boerse-global.de
Doch neben der richtigen Zusammenstellung lauern Fallstricke bei Lagerung, Transport und rechtlichen Vorschriften.
Das gehört in jede Reiseapotheke
Der Branchenverband Pharma Deutschland empfiehlt eine Kombination aus Akutmedikamenten und persönlicher Dauermedikation. Schmerz- und Fiebermittel, Präparate gegen Magen-Darm-Beschwerden, Sonnenschutz, Insektenschutz sowie Desinfektions- und Verbandmaterial bilden die Basis. Auch Antiallergika sollten nicht fehlen.
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Wichtig: Reiseimpfungen frühzeitig planen. Das österreichische Sozialministerium rät, Medikamente in ausreichender Menge mitzuführen. Bei Reisen außerhalb der EU sind die Einfuhrregelungen des Ziellandes entscheidend. Für Spritzen oder Nadeln ist ein ärztliches Attest auf Deutsch und Englisch ratsam.
Medikamente immer ins Handgepäck
Ein verlorener Koffer kann zur Gesundheitsgefahr werden. Experten und Behörden raten einhellig: Wichtige Arzneien gehören ins Handgepäck. Das beugt nicht nur Gepäckverlust vor, sondern sichert die ständige Verfügbarkeit.
Ein Urteil des Amtsgerichts München vom Januar 2024 zeigt die Konsequenzen. Ein älteres Ehepaar brach eine Kreuzfahrt ab, nachdem ein Trolley mit lebensnotwendigen Blutdruck- und Cholesterinsenkern verloren gegangen war. Das Gericht wertete dies als erheblichen Reisemangel – der Veranstalter musste 1.551,10 Euro zahlen. Ein Mitverschulden der Reisenden? Fehlanzeige.
Hitzefalle: So lagerst du Arzneien richtig
Sommerliche Temperaturen setzen Medikamenten zu. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) empfiehlt für nicht-kühlpflichtige Präparate 15 bis 25 Grad Celsius. Kühlpflichtige Arzneien wie Insulin benötigen 2 bis 8 Grad.
Dr. Elmar Kroth von Pharma Deutschland warnt: Insulin gehört in eine Isoliertasche, aber nicht in direkten Kontakt mit Eis. Die ABDA weist zudem auf Risiken bei Hitzewellen hin. Die Wirkstoffaufnahme aus arzneimittelhaltigen Pflastern kann bei Hitze steigen – Überdosierungsgefahr. Blutdrucksenker und Entwässerungsmittel verstärken den Wasserverlust des Körpers.
Reisedurchfall: Jeder Zweite ist betroffen
In tropischen und subtropischen Regionen erkranken 20 bis 50 Prozent der Reisenden an Durchfall. Das belegen Daten der LMU München. In 80 Prozent der Fälle sind Bakterien die Ursache. Die beste Prophylaxe: sicheres Wasser und konsequente Händehygiene. Zur Therapie empfehlen Fachleute orale Rehydrierung mit Elektrolyt-Glucose-Lösungen.
Beim Sonnenschutz raten Verbraucherschützer zu mindestens Lichtschutzfaktor 30. Wichtig: Die theoretische Eigenschutzzeit wird durch den LSF zwar verlängert, in der Praxis solltest du aber nur etwa 60 Prozent dieser Zeit ausnutzen. Nachcremen alle zwei Stunden und nach dem Baden ist Pflicht.
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Streit um Klärwerkskosten: Gefahr für die Versorgung?
Neben der Reisevorbereitung beschäftigt die Branche ein politischer Konflikt. Das Europäische Parlament forderte Mitte Juni einen Stopp bei der neuen Kommunalabwasserrichtlinie (KARL). Grund: Befürchtungen über Risiken für die Arzneimittelversorgung.
Die Richtlinie sieht vor, dass Pharma- und Kosmetikunternehmen bis zu 80 Prozent der Kosten für eine vierte Reinigungsstufe in Klärwerken zahlen. Branchenvertreter kritisieren, dass die Kostenbeteiligung auf ungenauen Annahmen zur Schadstoffbelastung basiert. Eine neue Studie soll nun die tatsächlichen Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit klären.
