Reisebranche unter Druck: +24% digitale Angriffe im Mai 2026
18.06.2026 - 00:14:39 | boerse-global.de
Auf der Jahreshauptversammlung der IATA in Rio de Janeiro und bei einem Branchentreffen in Doha berichteten Verantwortliche Mitte Juni 2026 über professionelle Diebesbanden. Die Täter entwenden gezielt Bargeld, Schmuck und Elektronik aus dem Handgepäck von Reisenden.
Spezialisierte Banden auf Langstreckenrouten
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Es handelt sich nicht um Gelegenheitsdiebe. Branchenexperten sprechen von organisierter Kriminalität. Besonders betroffen sind Langstrecken- und Nachtflüge nach Asien – sowohl Urlaubs- als auch Geschäftsreiseverbindungen.
IATA-Vizepräsident Nick Careen bestätigte: Die Strukturen sind professionell. Die Täter beobachten ihre Opfer bereits vor dem Boarding am Flughafen. Während des Fluges nutzen sie Momente, in denen Passagiere schlafen oder ihre Plätze verlassen.
Ein besonders krasser Fall: Im Januar durchsuchte die Polizei nach einem Flug von Zürich nach Hongkong die gesamte Maschine. Das Problem erreicht zunehmend auch europäische Verbindungen. Offizielle Statistiken gibt es bislang nicht.
Airlines schalten verdeckte Ermittler ein
Mehrere Fluggesellschaften reagieren mit verschärften Sicherheitsvorkehrungen. Auf besonders gefährdeten Strecken setzen sie verdeckte Sicherheitsmitarbeiter ein. Ihr Ziel: Die Täter auf frischer Tat ertappen.
Rund 30 Airlines diskutierten zuletzt in Doha über gemeinsame Strategien. Die Branche sucht nach einem wirksamen Schutz für Passagiere.
Cyberkriminelle mischen mit
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Parallel zu den Diebstählen an Bord steigen auch digitale Angriffe auf Reisende massiv. IT-Sicherheitsunternehmen verzeichnen für Mai 2026 einen Anstieg um 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit über 2.200 wöchentlichen Attacken pro Unternehmen liegt die Reisebranche weit über dem Durchschnitt.
Bitdefender Labs beobachtet seit dem Frühjahr hochgradig personalisierte Phishing-Kampagnen. Kriminelle nutzen echte Buchungsdaten aus Datenlecks – inklusive Hotelnamen und Reservierungsnummern. Über WhatsApp geben sie sich als Service-Mitarbeiter aus und locken Opfer auf gefälschte Webseiten.
Allein im Mai registrierte Check Point über 47.000 neue Internet-Domains mit Reisebezug. Die Zahl der Angriffe dürfte weiter steigen.
