Rehkitze retten: Wärmebilddrohnen werden zur Standardwaffe
11.06.2026 - 12:03:22 | boerse-global.de
Drohnen mit Wärmebildkameras werden zum entscheidenden Werkzeug im Tierschutz.
Technik gegen den Instinkt
Junge Rehkitze flüchten nicht vor Gefahr – sie drücken sich instinktiv ins hohe Gras. Genau das wird ihnen während der Mahd zum Verhängnis. Wärmebilddrohnen erkennen die Tiere aus der Luft, noch bevor die Mähmaschinen anrollen.
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Die Suche läuft in den frühen Morgenstunden. Dann ist der Boden noch kalt, die Körperwärme der Kitze hebt sich deutlich ab. Ein Wettlauf gegen die Zeit: Sobald die Sonne den Boden erwärmt, verschwimmen die Kontraste.
Staatliche Förderung zeigt Wirkung
Das Bundeslandwirtschaftsministerium schießt den Kauf von Drohnen mit rund 3.000 Euro pro Gerät. Der Anreiz wirkt – die Zahl der einsatzbereiten Teams steigt stetig. In Thüringen sind 2026 bereits 15 Drohnenteams im Einsatz, vier mehr als im Vorjahr.
Erfolge in Zahlen
Die Bilanz kann sich sehen lassen: Allein in Thüringen retteten Helfer 2025 mehr als 6.000 Rehkitze. Für 2026 zeichnet sich eine Steigerung ab. Die Saison endet üblicherweise Anfang Juli.
Konkrete Zahlen aus dem Weimarer Land unterstreichen den Erfolg: Auf 1.566 Hektar sicherten die Teams 100 Kitze, weitere 69 Tiere flohen rechtzeitig. Die Deutsche Wildtier Stiftung rechnet mit etwa vier Kitzen pro 100 Hektar Grünland.
Kooperation statt Konfrontation
Das Problem ist nicht auf Deutschland beschränkt. In Österreich fallen jährlich bis zu 25.000 Rehkitze den Mähmaschinen zum Opfer. Im Burgenland und in Niederösterreich setzen Landwirte und Jäger verstärkt auf Zusammenarbeit. Anfang Juni retteten sie in Ardagger Markt sechs Tiere.
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Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Organisation. Mehrere Bundesländer haben Servicestellen eingerichtet, die Landwirte, Jäger und Ehrenamtliche vernetzen. Denn die Zeit zwischen Mahdentscheidung und Schnitt ist oft extrem kurz.
Ehrenamt als Rückgrat
Vereine wie der Rehkitzfinder e.V. in Brandenburg oder Initiativen im Schwarzwald-Baar-Kreis tragen die Arbeit. Gefundene Kitze kommen in spezielle Boxen und werden erst nach Abschluss der Mäharbeiten freigelassen. So verhindern die Helfer, dass die Tiere während der laufenden Arbeiten zurück auf die Wiese laufen – und doch noch in die Mähwerke geraten.
