Reha stärkt Resilienz: Bundesärztekammer fordert vier zentrale Schritte
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 11:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die medizinische Rehabilitation rückt verstärkt in den Fokus strategischer Überlegungen für das Gesundheitswesen. Die Bundesärztekammer hat auf einer Fachveranstaltung das Positionspapier „Reha stärkt Resilienz“ vorgestellt, wie aus einem Bericht der Organisation vom 12. Oktober 2026 hervorgeht.
Darin definiert die ärztliche Spitzenorganisation die Rehabilitation als zentralen Bestandteil einer krisenfesten Gesundheitsversorgung. Um das System widerstandsfähiger aufzustellen, benennt das Papier insgesamt vier zentrale Handlungsfelder.
Früherkennung und zielgerichtete Angebote für ältere Menschen
Ein Schwerpunkt des Konzepts liegt auf der Schnittstelle zwischen Akutmedizin und anschließender Genesung. Im ersten Handlungsfeld fordert die Bundesärztekammer, dass Reha-Bedarfe bereits frühzeitig in der Akutversorgung erkannt werden müssen. Ein frühzeitiges Erkennen soll gewährleisten, dass notwendige Maßnahmen ohne unnötige Verzögerung eingeleitet werden können.
Das zweite Handlungsfeld befasst sich mit der demografischen Entwicklung und den Anforderungen älterer Patientengruppen. Hier setzt die Bundesärztekammer auf bedarfsgerechte, wohnortnahe sowie mobile Reha-Angebote. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass auch in ihrer Mobilität eingeschränkte ältere Menschen flächendeckend und erreichbar versorgt werden können.
Multimorbidität und individuelle Behandlungskonzepte
Im dritten Handlungsfeld widmet sich das Positionspapier der zunehmenden Komplexität moderner Krankheitsverläufe. Die Bundesärztekammer plädiert dafür, die Rehabilitation gezielt auf Komplexität und Multimorbidität auszurichten.
Die Bundesärztekammer hat vier Handlungsfelder definiert, damit Rehabilitation zum festen Bestandteil einer krisenfesten Versorgung wird — von der Früherkennung in der Akutversorgung bis zur Verankerung im Bevölkerungsschutz. Wer heute die Weichen stellt, ist morgen handlungsfähig. Kostenlosen 4-Schritte-Fahrplan für Ihre Klinik anfordern
Da viele Betroffene an mehreren Erkrankungen gleichzeitig leiden, bedürfe es differenzierter Ansätze. Im Mittelpunkt stehen dabei individuelle Behandlungskonzepte, die auf die jeweiligen Mehrfacherkrankungen abgestimmt sind.
Feste Einbindung in Krisenvorsorge und Bevölkerungsschutz
Das vierte Handlungsfeld formuliert eine strukturelle Verankerung der Rehabilitation in übergeordneten Sicherheitsstrukturen. Konkret soll die Reha verbindlich in die nationale Krisenvorsorge, den Bevölkerungsschutz und die zivile Verteidigung integriert werden.
Zur praktischen Umsetzung benennt die Bundesärztekammer mehrere Maßnahmen: Vorgesehen sind unter anderem verbindliche Krisenpläne sowie strukturierte rehabilitative Behandlungspfade. Zudem fordert das Papier den Ausbau rehabilitationsmedizinischer Kompetenzzentren, die speziell auf die Versorgung und Nachbehandlung von Schwerverletzten ausgelegt sind.
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Veränderte Versorgungsbedarfe als Auslöser
Die Initiative reagiert auf tiefgreifende Veränderungen im medizinischen Alltag. BÄK-Vizepräsidentin Dr. Susanne Johna begründete das Positionspapier mit den Auswirkungen des demografischen Wandels, dem Auftreten neuer Krankheitsbilder sowie einer Zunahme von Krisen. Diese Faktoren veränderten die Versorgungsbedarfe grundlegend und machten eine Neuausrichtung und Stärkung der rehabilitativen Strukturen erforderlich.

