Reflux-Implantat, Zentren

Reflux-Implantat: Nur elf Zentren in Deutschland bieten das Verfahren an

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 08:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach der FDA-Zulassung beginnt Implantica mit dem US-Rollout; das EVK Wesel bietet die Behandlung bei eingeschränkter Speiseröhrenbeweglichkeit an.

Implantica startet US-Markteinführung des RefluxStop-Implantats
Ein heller, steriler Krankenhausflur bei Tageslicht ohne Personen. Illustration mit AI erstellt.

Sodbrennen und Rückfluss von Magensäure zählen zu den häufigsten chronischen Beschwerden, mit denen sich vor allem ältere Patienten auseinandersetzen müssen. Am Refluxzentrum Niederrhein am Evangelischen Krankenhaus (EVK) Wesel steht seit einiger Zeit ein Verfahren zur Verfügung, das speziell auf Patientinnen und Patienten mit einer Beweglichkeitsstörung der Speiseröhre zugeschnitten ist: das Silikonimplantat RefluxStop.

Ein Implantat, das die Speiseröhre nicht einengt

Das Prinzip von RefluxStop unterscheidet sich von klassischen Antireflux-Operationen. Statt den Übergang zwischen Speiseröhre und Magen zu umschließen, stabilisiert das Implantat lediglich diesen Bereich, ohne die Speiseröhre selbst einzuengen.

Für Patienten mit einer eingeschränkten Beweglichkeit der Speiseröhre kann das ein entscheidender Vorteil sein, da herkömmliche Verfahren, die die Speiseröhre umschließen, in solchen Fällen zu Komplikationen führen können.

Das EVK Wesel gehört laut einem Bericht der NRZ zu einem kleinen Kreis von elf spezialisierten Zentren in Deutschland, die das Verfahren anbieten. Der Eingriff selbst erfolgt minimalinvasiv mit Unterstützung eines OP-Roboters.

In der Regel müssen Patienten für den Eingriff drei Nächte im Krankenhaus verbringen. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen vollständig übernommen, was den Zugang zu diesem spezialisierten Verfahren erleichtert.

Blick auf die internationale Entwicklung

Hinter dem Implantat steht das Unternehmen Implantica, das RefluxStop entwickelt hat. Laut Mitteilungen des Unternehmens leiden in den USA rund 78 Millionen Menschen an chronischem Reflux (GERD), wobei mehr als 40 Prozent der amerikanischen Patienten trotz täglicher Medikamenteneinnahme weiterhin unter Symptomen leiden. Diese Zahlen verdeutlichen, warum an einer Ausweitung des Angebots über Europa hinaus gearbeitet wird.

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Wer seit Jahren täglich Magensäureblocker nimmt und trotzdem unter Sodbrennen leidet, sollte wissen: Für Patienten mit eingeschränkter Beweglichkeit der Speiseröhre gibt es ein schonendes Verfahren, das die Speiseröhre nicht umschließt und damit typische Beschwerden nach klassischen Operationen vermeiden soll. Die gesetzlichen Kassen übernehmen die Kosten vollständig. Kostenlosen Ratgeber zu Reflux-Behandlungsoptionen anfordern

Nach einer Zulassung durch die US-Arzneimittelbehörde FDA im Rahmen eines PMA-Verfahrens hat Implantica den Auftakt der Markteinführung von RefluxStop in den Vereinigten Staaten bekannt gegeben.

Die Ankündigung erfolgte im Rahmen des Jahrestreffens der American Foregut Society (AFS) in Washington, D.C. Laut Unternehmensangaben zog das begleitende Symposium mehr als 120 Fachleute an; im Anschluss führte Implantica-CEO Peter Forsell nach eigenen Angaben fast 30 Einzelgespräche mit interessierten Chirurgen und Gastroenterologen. Implantica kündigte einen systematischen Rollout des Verfahrens in den USA an.

Auf der Tagung verwies der Moderator John Lipham auf Ergebnisse einer fünfjährigen klinischen Studie sowie auf Praxiserfahrungen aus mehr als 60 europäischen Zentren, in denen RefluxStop bereits eingesetzt wird. Eine Publikation zum Verfahren zählte den Angaben zufolge zu den meistgelesenen Beiträgen der Tagung.

Das Argument, das RefluxStop von umschließenden Verfahren unterscheidet, wiederholte sich auch hier: Weil das Implantat die Speiseröhre nicht umschließt, sollen typische postoperative Beschwerden wie Schluckbeschwerden oder die Unfähigkeit, aufzustoßen oder zu erbrechen, seltener auftreten.

Bedeutung für Patienten in Deutschland

Für Patienten am Niederrhein bedeutet das Angebot am EVK Wesel vor allem eines: eine spezialisierte Behandlungsoption, die nicht überall verfügbar ist. Wer unter chronischem Reflux leidet und zusätzlich mit einer eingeschränkten Beweglichkeit der Speiseröhre zu kämpfen hat, findet in diesem Verfahren eine Alternative zu Operationstechniken, die in solchen Fällen an ihre Grenzen stoßen können.

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Nur wenige spezialisierte Zentren in Deutschland bieten das schonende Reflux-Verfahren an – die Wartezeit auf einen Termin kann lang sein. Wer vorbereitet in die Sprechstunde geht, spart Zeit und stellt die richtigen Fragen. Unser Ratgeber bündelt die wichtigsten Punkte für Ihr Gespräch. Wegweiser zur Reflux-Sprechstunde jetzt anfordern

Die vollständige Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen dürfte zudem dazu beitragen, dass mehr Betroffene diesen Weg in Erwägung ziehen, statt dauerhaft auf Medikamente angewiesen zu bleiben.

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